24.03.2013, 09:01

David Wolski

Netzwerk-Tipp

WLAN-Tuning: Besser, stärker und schneller

Auf Werkseinstellung laufen Router selten optimal. Wir verraten, wo Sie anpacken müssen. ©iStockphoto.com/Mzagajewska

Ein Funknetzwerk ist schnell aufgebaut, aber dann fängt die Bastelei erst an. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die optimale Datenrate und beste Reichweite für Ihr WLAN erreichen.
Bevor es an die Verbesserung der Leistung im WLAN gehen kann, sollten Sie wissen, wie schnell das Netzwerk wirklich ist. Auch wenn die Funkstandards 802.11g und 802.11n Übertragungsraten von 54 MBit/s beziehungsweise 200 MBit/s versprechen, so bedeutet das nicht, dass die Übertragungsraten wirklich zur Verfügung stehen. Paket-Header und Fehlerkorrektur reduzieren den tatsächlichen Datendurchsatz kräftig. Dazu kommen weitere ungünstige Einflüsse wie ein schlecht gewählter Standort des WLAN-Routers, abschirmende Decken und Wände sowie Störungsquellen wie andere WLANs in der Nähe oder elektrische Geräte. Beim Standard 802.11g sind daher in der Praxis oft nur etwa 24 MBit/s zu erreichen, bei 802.11n sind es rund 200 MBit/s.
1. Wie schnell ist das WLAN wirklich?
Um die tatsächliche Übertragungsrate im WLAN zu messen, hilft die Freeware-Version von LAN Speed Test. Sie benötigen für den Test zwei Windows-PCs, um über das WLAN eine Verbindung zu einer Netzwerkfreigabe aufzubauen. LAN Speed Test erstellt dann dort eine Datei mit 20 MB Größe und misst die durchschnittliche Übertragungsrate. Der Vorteil des Tools ist, dass es schnell und einfach ohne Installation und Konfiguration funktioniert. Voraussetzung ist nur eine Freigabe auf einem anderen Windows-PC. Die Messung ist aber immer nur eine Momentaufnahme.
Für den gehobenen Anspruch und für längere Messungen bietet sich die Freeware Netstress an. Auch für dieses Programm brauchen Sie zwei Windows-PCs, auf denen Sie jeweils Netstress installieren und starten. Bevor die Messung beginnen kann, erlaubt Netstress den Netzwerkzugriff durch die Windows-Firewall hindurch. In der Menüzeile oben wählen Sie auf beiden PCs im Feld „Remote Receiver IP“ jeweils die IP-Adresse des anderen PCs als Gegenstelle aus und klicken dann auf „Start“, um den Test zu starten. Wichtig: Netstress muss auf beiden PCs laufen.
2. WLAN-Router im Stresstest
Ein Router sollte stabil arbeiten und auch bei vielen gleichzeitigen Verbindungen nicht schlappmachen. Manche Router stürzen zum Beispiel ab, wenn Sie intensiv Peer-to-Peer-Tauschbörsen nutzen, da die bescheidene Hardware mancher Router mit mehreren Dutzend ein- und ausgehender Verbindungen nicht klarkommt. Wie stabil Ihr Router unter Stress arbeitet, können Sie online im Internet Explorer mit dem Microsoft Internet Connectivity Evaluation Tool prüfen. Dazu installiert die Webseite auf dem PC erst noch ein unvermeidliches ActiveX-Add-on. Das Tool prüft mehrere Punkte: Neben einem Test von einigen Minuten Dauer mit 80 gleichzeitigen Verbindungen testet es auch den Status von UPnP (Universal Plug’n’Play) und NAT (Network Address Translation) auf Ihrem Router. Im Prinzip funktioniert der englischsprachige Test auf allen Windows-Versionen. Einige der Tests wie der TCP-High-Performance- Test laufen aber erst unter Windows Vista.
3. Auf einheitliche Standards achten
Ein echter Bremsklotz im WLAN sind alte 802.11b-Komponenten: Selbst wenn diese gerade nichts übertragen, müssen die anderen WLAN-Teilnehmer aus Kompatibilitätsgründen auf sie warten. Eine einzige Netzwerkkomponente mit 802.11b kann deshalb das gesamte WLAN ausbremsen. Es ist deshalb höchste Zeit, solche Uralt-Komponenten auszumustern. Auch der von Routern oft angebotene 802.11b/g Mixed Mode ist nicht empfehlenswert. Bei gemischten Netzen mit g- und n-Standard tritt der Bremseffekt dagegen kaum auf.
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