01.04.2009, 11:25

Thomas Rau

Netzwerk-Tipps

Das ideale Netzwerk

Besser als WLAN: Kabel ist schneller, Powerline hat die größere Reichweite. Wir stellen alle Techniken vor, wägen die Vor- und Nachteile ab und geben Tipps, wie Sie ein ideales Netzwerk aufbauen.
Ein WLAN ist die einfachste Form, PCs zu vernetzen – aber nicht immer die beste! Zwar ist es sehr bequem, mehrere Rechner in einem Funknetzwerk zu verbinden. Ohne störende Kabel baut man schnell ein kleines Netzwerk auf, in dem man sich mit einem Notebook frei bewegen kann. Doch es gibt auch deutliche Nachteile, zum Beispiel beim Tempo. Wenn Sie größere Datenmengen innerhalb des Netzwerks von Rechner zu Rechner kopieren wollen, ist ein WLAN unerträglich langsam. Ein weiteres Problem ist die Funkreichweite: Rechner, die in einem anderen Stockwerk stehen, oder Geräte wie NAS, Server und Netzwerkdrucker, die in entfernteren Zimmern untergebracht sind, erreicht der WLAN-Router oft nicht – oder nur mit extrem geringen Datenraten. Egal, ob Sie mit Ihrem WLAN unzufrieden sind oder ob Sie ein neues Netzwerk einrichten wollen: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihrem Netzwerk zu mehr Tempo verhelfen und wie Sie auch entfernte Rechner bequem und ohne Geschwindigkeitseinbußen ins LAN integrieren. Dabei machen sich WLAN-Alternativen wie das Kabel oder die Powerline-Technik sehr nützlich.
Technik
Neben WLAN gibt es zwei weitere wichtige Techniken, um Rechner miteinander zu verbinden: zum einen das klassische Kabelnetzwerk, zum anderen die Vernetzung über die Stromleitung – Powerline oder Homeplug genannt. Alle drei Methoden haben bestimmte Vor- und Nachteile Für ein optimales Netzwerk
sollten Sie je nach persönlichen Erfordernissen die verschiedenen Techniken so kombinieren, dass jeweils nur deren Vorteile zum Tragen kommen.
Kabelnetzwerk
Die besten Datenraten bekommen Sie übers Netzwerkkabel. Selbst eine Verbindung mit Fast-Ethernet (100 MBit/s) bietet in der Praxis eine Geschwindigkeit, die Sie beim aktuellen WLAN-Standard 11n nur bei guten Bedingungen und kurzer Übertragungsstrecke erhalten. Noch deutlich schneller sind Sie mit Gigabit-Ethernet unterwegs – hier kann keine andere Netzwerktechnik mithalten. Außerdem liegen die Kosten sehr niedrig: Eine Fast-Ethernet-Schnittstelle bieten sogar die günstigsten PCs und Notebooks – Sie müssen nur noch das Netzwerkkabel erstehen: Bei einem Preis von rund sieben Euro für ein Fünf-Meter-Kabel sind die Investitionen übersichtlich. Einen Switch, über den Sie mehrere Rechner miteinander verkabeln, bringen die meisten Router bereits mit. Ein neuer Fast-Ethernet-Switch kostet rund 15 Euro.
Auch in puncto Sicherheit und Reichweite liegt das Kabelnetzwerk konkurrenzlos an der Spitze: Ohne physischen Zugriff auf die Strippe lassen sich die Daten nicht abhören, und die Reichweite von bis zu hundert Metern zwischen zwei LAN-Stationen sollte für das Heimnetzwerk auf jeden Fall ausreichen. Der große Nachteil des Netzwerkkabels ist der Installationsaufwand: Eigentlich muss man nur die Rechner ans Kabel anschließen. Doch die Mühe besteht darin, die Leitung nicht quer durch die Wohnung laufen zu lassen, sondern unauffällig in Wänden und unter dem Teppichboden zu verlegen.
WLAN
Das Vernetzen per Funk ist unschlagbar bequem – in der Wohnung stören keine Kabel, mit dem Notebook können Sie sich frei bewegen und sind trotzdem immer vernetzt. Auch teuer ist WLAN eigentlich nicht: Zwar kostet ein aktueller WLAN-Router je nach Ausstattung zwischen 50 und 200 Euro. Doch beim Abschluss eines DSL-Vertrages bekommt man ihn vom Provider meist umsonst oder sehr günstig. Auf der Rechnerseite bringen alle halbwegs aktuellen Notebooks bereits ein WLAN-Modul mit. Für den PC benötigen Sie meist zusätzlich einen WLAN-USB-Adapter, der rund 50 Euro kostet.
Die großen Schwächen von WLAN sind Tempo, Reichweite und Sicherheit: Die maximale Datenrate liegt derzeit bei rund 80 bis 100 MBit/s – und die bekommen Sie auch nur auf eine kurze Distanz von bis zu fünf Metern. Wird die Entfernung größer, bricht die Datenrate ein – wie sehr, hängt davon ab, wie viele Störfaktoren die Funkwellen behindern: andere WLANs, Möbel, Wände, Personen. In den meisten Fällen tröpfeln die Daten bei mehr als 20 Meter Entfernung nur noch durchs WLAN: Fürs Vernetzen über Etagen hinweg ist WLAN daher nicht ideal. Hinzu kommt, dass – anders als beim Kabelnetzwerk – grundsätzlich jeder, den die Funkwellen erreichen, ein WLAN ausspähen kann. Es sei denn, Sie haben Vorkehrungen getroffen und die WPA(2)-Verschlüsselung aktiviert, die die aktuellen WLAN-Komponenten bieten.
Powerline
Wenn WLAN nicht ausreicht, um Rechner im Hobbyraum oder in einem anderen Stockwerk ins Netzwerk zu integrieren, hilft die Vernetzung per Stromleitung. Der Installationsaufwand ist gering, denn Stromkabel und Steckdosen sind in jedem Zimmer vorhanden. Pro Rechner, der per Powerline angeschlossen werden soll, benötigen Sie einen passenden Adapter (Preis: rund 45 Euro).
Um die Daten im Netzwerk zu schützen, lässt sich die Übertragung mit Hilfe der beigelegten Software sicher verschlüsseln. Das große Problem bei Powerline: Man weiß vorher nie, wie gut es in den eigenen vier Wänden funktioniert. Denn der Datendurchsatz hängt sehr stark vom Aufbau und der Qualität der Stromleitungen ab sowie von anderen Verbrauchern im Stromnetz. Unterschiedliche Powerline-Standards, die zueinander inkompatibel sind, sorgen für zusätzliche Verwirrung beim Anwender: Am besten kaufen Sie daher immer nur Adapter eines Standards und von einem Hersteller – das macht aber einen späteren Nachkauf oder Ersatzbeschaffung komplizierter.
Tempo
Bevor Sie Ihr Netzwerk für eine höhere Datenrate umbauen, sollten Sie zunächst den Ist-Zustand analysieren. Die LAN-Geschwindigkeit messen Sie, indem Sie größere Dateien zwischen zwei Rechnern kopieren und dabei die benötigte Zeit erfassen. Zuverlässiger ist aber eine Tempoanalyse mit einem Netzwerk-Tool wie Jperf.
Datenrate messen mit Jperf
Die englischsprachige Freeware Jperf misst den Datendurchsatz zwischen zwei Netzwerkrechnern auf der Paketebene. So können Sie ein Tempoproblem besser eingrenzen: Denn lahmt das Netzwerk trotz guter Jperf-Ergebnisse, liegt das Problem nicht an den LAN-Komponenten, sondern woanders – zum Beispiel an einer langsamen Festplatte oder an Programmen, die den Netzwerktransfer bremsen, etwa einem Virenscanner. Jperf 2.0.0 basiert auf dem DOS-Programm Iperf, lässt sich aber durch seine übersichtliche Benutzeroberfläche leichter bedienen. Sie starten Jperf auf beiden Rechnern durch einen Doppelklick auf die Datei „Jperf.bat“. Erhalten Sie dabei eine Fehlermeldung, müssen Sie Java Runtime Environment installieren. Beim einen Rechner wählen Sie unter „Choose iPerf Mode“ die Option „Server“, beim anderen „Client“.
Beim Client-Rechner geben Sie unter „Server address“ die IP-Adresse der Gegenstelle ein: Wie sie lautet, erfahren Sie, wenn Sie auf dem jeweiligen Rechner in der Eingabeaufforderung „ip config“ eintippen. Jetzt starten Sie auf dem Server-Rechner Jperf über das erste Icon auf der rechten Seite („Run iperf“). Anschließend wiederholen Sie dies auf dem Client-Rechner. Jperf überträgt nun die Datenpakete und gibt anschließend das Ergebnis in einem Textfenster und einem Diagramm aus. Meldet Jperf, dass es keine Verbindung zwischen den Rechnern herstellen konnte, müssen Sie für den Test die Firewalls deaktivieren. Sie können bei Jperf noch verschiedene Optionen anpassen, die für ein zuverlässigeres Ergebnis sorgen: Ändern Sie die Testdauer unter „Transmit“ auf 20 Sekunden und die Paketgröße unter „TCP Window Size“ auf 128 KB.
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