2100545

Probleme im Netzwerk? Diese Tipps helfen

24.07.2016 | 09:22 Uhr |

Wenn Sie das Netzwerk optimal einrichten, sollte es keine Probleme beim Zusammenspiel der verschiedenen Geräte geben. Stottert es trotzdem im LAN, hilft unsere Checkliste.

Wenn Sie auf dem Fernseher Filme vom iPad anschauen oder auf dem Android-Smartphone Texte bearbeiten, die auf dem Windows-Rechner gespeichert sind, läuft Ihr Heimnetz perfekt.

Doch wenn es Probleme beim Zusammenspiel von PC, Notebook, Smartphone, Tablet, Fernseher und NAS gibt, müssen Sie eine anstrengende Fehlersuche starten. Am besten fangen Sie mit unseren Tipps an.

Wo liegt eigentlich der Fehler?

Ein Fehler im Heimnetz kann sich auf verschiedene Arten bemerkbar machen: Eine Webseite ist nicht mehr erreichbar oder das Video-Streaming vom NAS auf PC oder Fernseher funktioniert nicht mehr. Oder Sie können die freigegebenen Fotos auf Ihrem Notebook nicht mehr auf dem Smartphone anzeigen.

Der erste Schritt bei der Fehlersuche: Prüfen Sie, ob sich die Geräte im Heimnetz untereinander erreichen können. Öffnen Sie dazu auf einem Windows-Rechner im Netzwerk die Eingabeaufforderung. Dort geben Sie den Befehl ping ein, gefolgt von der IP-Adresse eines anderen Heimnetz-Rechners, also zum Beispiel: ping 192.168.188.45. Vorher müssen Sie eventuell dort die Firewall de-aktivieren, damit der Zielrechner die eingehende Anfrage nicht abweist. Bekommen Sie trotzdem die Antwort „Zielhost nicht erreichbar“ oder „Zeitüberschreitung der Anforderung“, müssen Sie die Fehlersuche auf der Hardware-Ebene fortsetzen. Tipp: Mit den wichtigste CMD-Befehlen für Windows zur Netzwerk-Analyse können Sie den Schuldigen vielleicht schneller als gedacht auf die Schliche kommen.

Die Basis für das Heimnetz: Alle Kabel müssen sitzen
Vergrößern Die Basis für das Heimnetz: Alle Kabel müssen sitzen
© istockphoto.com/Xseon

Das muss sein: Prüfen Sie, ob alle Kabel sitzen

Netzwerk-Profis wissen: Die banalsten Lösungswege sind oft die erfolgreichsten. Bevor Sie also bei einem Netzwerkproblem anfangen, den Router neu zu konfigurieren und IP-Adressen zu überprüfen, checken Sie, ob die Grundlagen im Heimnetz stimmen.

Dazu gehört der Check, ob die Kabel bei einer LAN-Verbindung angeschlossen und nicht defekt sind. Die Kabel dürfen nicht unter Zug stehen und nicht geknickt sein. Das richtige Kabel für Gigabit-Ethernet im Heimnetz ist ein Cat5e-Kabel mit vier Adernpaaren. Etwas teurer sind Cat6-Kabel, die höhere Betriebsfrequenzen vertragen. In den meisten Heimnetzen sollte ein ungeschirmtes Kabel ausreichen (UTP: Unshielded Twisted Pair), das sich aufgrund der fehlenden Schirmung am leichtesten verlegen lässt. Faustregel für die Leistungslänge: Sie sollte doppelt so lange sein wie die Luftlinie zwischen den Geräten, die Sie per Kabel verbinden wollen.  

Der beste Heimnetz-Router? Fritzbox 4020 im Test

Funktioniert der Funk-Verkehr? Checken Sie das WLAN

Was beim LAN das Kabel, ist beim WLAN die Funkstrecke. Deshalb umfasst der Basis-Check bei allen WLAN-Geräte zu prüfen, ob das WLAN angeschaltet ist. Das symbolisiert bei den meisten Geräten ein Icon in der Statusleiste. Bei Notebooks lässt sich das WLAN auch über eine Tasten-Kombination, zum Beispiel Fn-Taste und F2 an- und ausschalten.

Achten Sie darauf, dass die Netzwerk-Komponenten mit aktuellen Treibern arbeiten
Vergrößern Achten Sie darauf, dass die Netzwerk-Komponenten mit aktuellen Treibern arbeiten

Sind die Netzwerk-Komponenten korrekt installiert? Aktualisieren Sie die Treiber

Nach dem Funktions-Check kommt der Hardware-Check: Prüfen Sie also, ob die Komponenten, die für die Netzwerkübertragung zuständig sind, vom Betriebssystem erkannt werden. Bei einem Windows-Rechner sollten also LAN-Chip und WLAN-Adapter ohne Markierung im Geräte-Manager erscheinen.

Ist das nicht der Fall oder funktioniert die Verbindung zum Heimnetz trotzdem nicht, sollten Sie die Treiber aktualisieren. Dazu rufen Sie bei einem Windows-Rechner das Gerät im Geräte-Manager auf und klicken im Menü „Treiber“ auf „Treiber aktualisieren“. Findet Windows kein Update, sollten Sie sich auf der Support-Webseite des Notebook- oder PC-Herstellers nach einem neuen Treiber umschauen. Die letzte Anlaufstelle für aktuelle Treiber ist der Anbieter der Netzwerk-Komponente selbst, also zum Beispiel Intel, Realtek oder Qualcomm/Atheros.

Bei einem iOS- oder Android-Gerät brauchen Sie dafür ein System-Update, Treiber-Updates für einzelne Komponenten bekommen Sie bei diesen Betriebssystemen nicht.

Die richtige Adresse: Damit die Geräte im Heimnetz untereinander erreichbar sind, brauchen Sie eine IP-Adresse aus demselben Bereich. Dafür sorgt der Router per DHCP
Vergrößern Die richtige Adresse: Damit die Geräte im Heimnetz untereinander erreichbar sind, brauchen Sie eine IP-Adresse aus demselben Bereich. Dafür sorgt der Router per DHCP

Die Hardware läuft, aber die Verbindung klappt nicht: Jetzt sind die IP-Adressen dran

Läuft die Hardware, aber das Heimnetz nicht, müssen Sie etwas tiefer einsteigen. Damit die Geräte Daten austauschen können, benötigen Sie eine IP-Adresse aus demselben Adressbereich. Dafür sorgt üblicherweise der Router: Er verwaltet das Heimnetz und teilt allen Geräten, die mit ihm verbunden sind, eine passende IP-Adresse zu. Dazu muss bei ihm die Funktion DHCP-Server aktiviert sein. Ob das zutrifft, überprüfen Sie im Router-Menü. Dort sehen Sie auch, aus welchem Bereich der Router IP-Adressen verteilt – beispielsweise 192.168.1.20 bis 192.168.1.200. Alle Geräte im Heimnetz sollten also eine IP-Adresse haben, die innerhalb dieses Bereichs liegt.

Und so kriegen Sie die IP-Adresse des Rechners heraus

Die IP-Adresse eines Heimnetzgerätes finden Sie bei einem Windows-Rechner heraus, indem Sie in der Eingabeaufforderung den Befehl „ipconfig“ eingeben. In der Zeile „IPv4-Adresse“ steht dann die IP-Adresse. Und zwar unter dem Netzwerk-Gerät, mit dem Sie die Verbindung zum Router aufgebaut haben, also meist dem Drahtlos-LAN-Adapter Wifi oder dem Ethernet-Adapter Ethernet. Eine Hilfe bei der IP-Findung bieten zudem viele Seiten im Netz - etwa Browsercheck.

Lassen Sie den Router die IP-Adressen im Heimnetz vergeben: Das ist in den meisten Fällen die sinnvollste Lösung
Vergrößern Lassen Sie den Router die IP-Adressen im Heimnetz vergeben: Das ist in den meisten Fällen die sinnvollste Lösung

Sorgen Sie dafür, dass das Netzwerk-Gerät die richtige IP-Adresse bekommt

Damit die Heimnetz-Geräte eine passende IP-Adresse bekommen, müssen Sie zulassen, dass Sie der Router ihnen automatisch zuteilt. Bei Windows-Rechnern erledigen Sie das in der Systemsteuerung bei Netzwerk und Internet -> Netzwerk- und Freigabecenter -> Adaptereinstellungen ändern. Dort führen Sie einen Rechtsklick auf das Netzwerk-Gerät aus, mit dem der Windows-Rechner Kontakt zum Router aufnimmt, also beispielsweise WLAN-Modul oder LAN-Verbindung. Wählen Sie Eigenschaften -> Internetprotokoll Version 4 (TCP/IPv4). In diesem Menü müssen die beiden Optionen „IP-Adresse automatisch beziehen“ und DNS-Serveradresse automatisch beziehen“ aktiviert sein.

DHCP ist aktiv, trotzdem bekommt das Gerät im LAN keine passende IP-Adresse

Wenn Sie unter Windows die Meldung bekommen „Nicht identifiziertes Netzwerk“ stimmt etwas mit den IP-Adressen nicht. Das Netzwerk-Icon in der Task-Leiste zeigt in diesem Fall ein kleines gelbes Dreieck mit einem schwarzen Ausrufezeichen. Das möglich Problem: Selbst wenn DHCP im Router aktiv ist, dauert es zu lange, bis der PC vom Router eine IP-Adresse bekommt – zum Beispiel aufgrund einer schlechten WLAN-Verbindung. Schließen Sie in diesem Fall den Rechner per LAN-Kabel an den Router und starten Sie ihn neu.

Achtung! Diese Fehlermeldung ist nur ein Problem, wenn Sie sich auf die Netzwerk-Komponente bezieht, mit der Sie sich zum Router verbinden. Eventuell gilt die Windows-Fehlermeldung nämlich für einen anderen Netzwerkadapter im PC: Wenn Sie zum Beispiel eine VM-Software wie Virtual Box installiert haben, stuft Windows die Verbindung über dessen virtuellen Netzwerkadapter auch als „Nicht identifiziertes Netzwerk ein“.

Wenn das Kabel-Netzwerk lahmt: Checken Sie den LAN-Treiber

Wenn Video-Streaming im Heimnetz selbst per Gigabit-LAN-Verbindung stottert, kann das an einer falschen Treiber-Einstellung liegen. Wenn alles funktioniert, liefert Gigabit-LAN rund 90 bis 100 MB/s. Dazu müssen aber alle beteiligten Komponenten den Gigabit-Standard unterstützen, also Netzwerkkarte, der LAN-Anschluss des Routers und ein eventuell zwischengeschalteter Switch.

Für die LAN-Karte im Windows-Rechner wählen Sie folgende Treiber-Einstellungen (Eigenschaften -> Erweitert): Bei Tempo und Duplex sollte Automatisch oder Auto Negotiation stehen. Es kann auch helfen, die Option „Flow Control“ zu de-aktivieren. Bei aktiver Fluss-Steuerung kann der Netzwerk-Treiber nämlich die Gegenstelle auffordern, keine Datenpakete mehr zu senden. Auch ein aktiver Virenscanner kann die Datenrate bremsen, weil der die Datenpakete überprüft. Das können Sie verhindern, indem Sie Downloads aus dem Heimnetz in ein bestimmtes Verzeichnis speichern, das Sie in den Einstellungen der Anti-Viren-Software vom Scan ausschließen.

Wenn das LAN lahmt, liegt es vielleicht an der Fritzbox: In den Werkseinstellungen arbeiten drei der vier Gigabit-Ports langsamer
Vergrößern Wenn das LAN lahmt, liegt es vielleicht an der Fritzbox: In den Werkseinstellungen arbeiten drei der vier Gigabit-Ports langsamer

Fritzbox: Wo ist das Gigabit-Tempo?

Ein Spezialfall ist der Gigabit-Switch einer aktuellen Fritzbox: Dort arbeitet ab Werk nur der Port LAN1 mit Gigabit-Tempo, die anderen drei Ports nur mit Fast-Ethernet, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Sie können Gigabit-Tempo am Port, mit dem der Windows-Rechner per Kabel verbunden ist, im Fritzbox-Menü aktivieren, über Heimnetz -> Netzwerk -> Netzwerkeinstellungen.

Netzwerkfreigaben unter Windows 8 - Video
0 Kommentare zu diesem Artikel
2100545