Ratgeber Netzteil

Netzteile und elektrische Leistung

Samstag, 05.12.2009 | 09:18 von Bernhard Haluschak
Der Bedarf von Rechnersystemen an elektrischer Leistung ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Nicht zuletzt durch immer höher getaktete und leistungsfähigere CPUs und Grafikchips. Dem entsprechend müssen die Netzteile mehr elektrische Energie zur Verfügung stellen. Die folgende Tabelle gibt eine grobe Übersicht über den Strombedarf einzelner Komponenten in einem Beispielsystem:

Strom- und Leistungsbedarf eines Beispielsystems (Quelle: AMD)
Komponente
3,3-V-Leitung [A]
5-V-Leitung [A]
12-V-Leitung [A]
-12-V-Leitung [A]
5-V-SB-Leitung [A]
Leistung [W]
Mainboard / Onboard-Komponenten
3,0
2,0
0,3
2,0
23,5
Systemlüfter
0,25
3
CPU-Lüfter
0,25
3
Speicher 3x 128 MByte DDR DIMM
3 x 2,0
30
AGP-Grafikkarte
3,0
9,9
PCI-Modemkarte
0,5
2,5
PCI-Soundkarte
0,5
0,5
4,15
PCI-Netzwerkkarte
0,4
0,4
3,32
IDE-Festplatte (2x)
2 x 0,8
2 x 2,0
56
CD-RW-Laufwerk
1,2
0,8
15,6
DVD-Laufwerk
1,2
1,1
19,20
Floppy-Laufwerk
0,8
4
USB-Geräte (2x)
2 x 0,5
5
IEE1394-Gerät
1,6
8,0
Tastatur
0,25
1,25
Maus
0,25
1,25
Zwischensumme
6,9
17,3
6,7
189,67
Prozessor Athlon XP 2100+
7,49
89,91
Total:
6,9
17,3
14,19
0,0
~0,0
279,58

Die Strom- beziehungsweise Leistungsaufnahmen der einzelnen Komponenten sind Maximalwerte, die unter normalen Betriebsbedingungen nie erreicht werden. Laut AMD bietet die Formel „Leistungsaufnahme der CPU plus 80 Prozent der Gesamtleistungsaufnahme der übrigen Komponenten“ einen sehr guten Anhaltspunkt für die minimale elektrische Leistung eines Netzteils. Bezieht man noch den Wirkungsgrad (zirka 80 Prozent) mit in die Berechnungen ein, sollte das Netzteil optimal arbeiten und korrekt dimensioniert sein. Für unser obiges Beispiel heißt das: 90 W + 0,8 * 190 W * 1,25 = ~ 300 W.

Ein überdimensioniertes Netzteil ist verhältnismäßig teuer und kann unter Umständen mit einem schlechteren Wirkungsgrad und somit ineffektiv arbeiten. Allerdings bietet es genügend Reserven für zukünftige Upgrades. Ein unterdimensioniertes Netzteil erzeugt hohe Temperaturen, da es ständig am Leistungslimit regelt. Darunter leidet die Lebensdauer der Netzteil-Bauteile. Zusätzlich kann so ein Netzteil Störungen auf den Stromleitungen verursachen, die ein Rechnersystem negativ beeinflussen könnten.

Die in der Tabelle aufgeführten Werte dienen als Anhaltspunkte für die Berechnung der elektrischen Leistung eines Netzteils. So besitzen zum Beispiel aktuelle Intel-Quad-Core-Xeons- und AMD-Quad-Core-Opteron-Prozessoren laut Hersteller eine maximale theoretische Leistungsaufnahme (TDP) von 150 beziehungsweise 89 W. Auch zeitgemäße Grafikkarten erweisen sich als „Stromfresser“. So benötigt etwa eine ATI Radeon HD 3870 knapp 105 W an elektrischer Leistung. Ein entsprechendes Netzteil für das obere Beispielsystem mit einem Intel-Xeon- und einer Radeon-HD-3870-Grafikkarte müsste laut Formel dann eine maximale Leistung von etwa 435 Watt liefern.

Samstag, 05.12.2009 | 09:18 von Bernhard Haluschak
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
157072