248051

Sind Sie fit für 10 GBit?

Oft werden Netzwerke und Verkabelungssysteme falsch spezifiziert. Detailliertes Wissen über Netze stellt sicher, dass ein Verkabelungssystem von heute auch den Anforderungen von morgen genügt.

Von Uli Geub

Bei einem notwendigen Austausch der Verkabelungsinfrastruktur entstehen den Unternehmen hohe Belastungen, einhergehend mit kostspieligen Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs. Bei der Spezifizierung eines Netzwerks sollten daher unter anderem die erwartete Steigerung der Bandbreite, die (voraussichtliche) Entwicklung der Nutzerzahl und die Entfernung der Arbeitsplätze vom Netzwerk-Switch berücksichtigt werden.

Darüber hinaus spielt es eine Rolle, ob das Unternehmen drahtlose Netze sowie Voice-over-IP-und Power-over-Ethernet-Anwendungen einsetzen will. Auch voraussichtliche Veränderungen im passiven Netzwerk (Umzüge, neue Patches und Veränderungen, so genannte MACs – move adds and changes) sind einzukalkulieren. Ferner sollte die Verbindung mit aktuellen und künftigen Komponenten und mit Software bedacht werden.

Um in der Entscheidungsphase den Überblick in punkto Systemauswahl zu behalten, gilt es, die nachfolgenden fünf W's zu berücksichtigen:
- Welche Technologie ist aktuell?
- Welche Technologie wird in Zukunft global eine Rolle spielen?
- Welche Technologie bietet die erwartete Sicherheit?
- Welche Verkabelungslösung ist wo und wann sinnvoll?
- Was kostet die jeweilige Lösung über die gesamte Nutzungszeit?

Backbone-Verkabelung

Bei der Designüberlegung für das optische Netzwerk (Backbone) spielt eine wichtige Rolle, welche Glasfaser für welche Anwendung zum Einsatz kommen soll. Als realistische Faustregel für das Verhältnis der Bandbreite gilt dabei der Faktor zehn. Das heißt, bei 1 GBit pro Sekunde am Arbeitsplatz sollte als Backbone-Verbindung 10 GBit/s zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob der Backbone mit Singlemode- oder Multimode-Faser ausgeführt werden soll. Dies hängt in erster Linie von der verwendeten Applikation, der benötigten Kapazität (notwendiges Bandbreitenlängenprodukt Megahertz mal Kilometer), erforderlichen Distanzen und der Anzahl der Steckverbindungen ab. Zudem gilt es einzubeziehen, ob die Netzwerkkomponenten mit Laser, LED oder VSCEL arbeiten sollen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
248051