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Netflix und Co. ohne Ländersperren genießen - so geht's

27.10.2015 | 11:00 Uhr |

Geoblocking heißt die Technik, mit der TV-Sender und Videoportale ihre Medieninhalte nur für bestimmte Länder freischalten. Solche Sperren sind ärgerlich, gleichzeitig aber technisch leicht zu umgehen.

Nein, hier geht es nicht um die unzähligen Anleitungen im Web, wie man kostenpflichtige Filme und Serien gratis streamt und herunterlädt – das ist verboten. Doch wer im Urlaub lediglich das Gleiche sehen möchte wie zu Hause, das aber nicht kann, fragt sich: Was ist da los, wieso funktioniert das nicht?

Schuld daran ist das sogenannte Geoblocking, also das regionale Sperren von Internetinhalten. Dahinter steht das Konzept der Rechte-Inhaber von Filmen und TV-Serien, die Ausstrahlung des Medienmaterials nur für bestimmte Länder oder Gegenden zu lizenzieren. Hinzukommt das unterschiedliche Urheberrecht: So sind viele sonst wo frei verfügbare Youtube-Musikvideos in Deutschland gesperrt, da hierzulande die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs-und mechanische Vervielfältigungsrechte) pro Aufruf eine Gebühr verlangt. Google als Youtube-Inhaber und die Gema streiten sich schon seit Jahren, ein Ende des Rechtsstreits ist derzeit nicht abzusehen.

Ironische Retourkutsche: Ein Gericht hatte Youtube zuvor untersagt, Sperrhinweise auf der Videoplattform mit dem Zusatz einzublenden, die Gema habe die „erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt“.
Vergrößern Ironische Retourkutsche: Ein Gericht hatte Youtube zuvor untersagt, Sperrhinweise auf der Videoplattform mit dem Zusatz einzublenden, die Gema habe die „erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt“.

Geoblocking in der Praxis: Urlaubssperre für ARD, ZDF & Co.

Angenommen Sie fahren mit dem Auto über die Alpen in den Urlaub. Angekommen in „Bella Italia“ wollen Sie dann abends auf Ihrem Smartphone oder Tablet einen deutschen Sender sehen, der auf dem Hotelfernseher fehlt. „Kein Problem“, denken Sie? Oh, doch. Denn weder Live-TV noch die Mediatheken-Apps oder die Apps von Magine und Zattoo funktionieren auf dem Mobilgerät.

Fernseher im Hotelmodus und eigener TV-Server

Stellen Sie sich vor, Sie kommen irgendwo ins Hotel und die Programme auf dem Fernseher im Zimmer sind völlig verstellt. Genau das verhindert der „Hotel Mode“ oder „Hotelmodus“ im TV-Gerät, wichtige Einstellungen wie der Sendersuchlauf und das Ändern der Programme sind blockiert. Doch so, wie sich der Hotelmodus mit einer Hersteller-oder gerätespezifischen Tastenfolge auf der Fernbedienung einschalten lässt, so lässt er sich auch wieder ausschalten – meist über die Suche mit Google zu finden. Wenn Sie also im Auslandsurlaub ein bestimmtes deutsches Programm vermissen, hilft unter Umständen die Kanalsuche nach dem Deaktivieren des Hotelmodus‘ weiter.

Der TV-Butler beinhaltet einen DVB-T/T2-und DVB-C-Empfänger-Stick sowie Software, mit der sich das Fernsehsignal im Heimnetz und unterwegs auf Mobilgeräte streamen lässt.
Vergrößern Der TV-Butler beinhaltet einen DVB-T/T2-und DVB-C-Empfänger-Stick sowie Software, mit der sich das Fernsehsignal im Heimnetz und unterwegs auf Mobilgeräte streamen lässt.

Eine andere Möglichkeit, das Geoblocken deutscher Sender im Ausland zu umgehen, ist ein eigener TV-Server zu Hause (am PC oder an der Netzwerkfestplatte). Erforderlich sind dazu ein für das TV-Signal passender Empfänger und eine Software. DVB Logic bietet mit dem TV-Butler für 99 Euro eine Software-/Hardware-Kombination, die DVB-T/T2 und DVB-C als Eingangssignal verarbeitet. Apps für das Smartphone oder Tablet erlauben Live-TV und das Ansehen aufgezeichneter Sendungen. Für den Zugriff von unterwegs ist ferner eine feste IP erforderlich. Wie man sie einrichtet, lesen Sie in unserem Ratgeber .

Ein Blick auf die FAQs von Zattoo macht klar, dass das Fernseh-Streaming nur in fünf Ländern funktioniert, nämlich in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Dänemark und Großbritannien – lizenzrechtliche Gründe, heißt es lapidar. Fernsehen über die Konkurrenz von Magine ist noch stärker eingeschränkt, selbst wenn man in Deutschland für ein kostenpflichtiges Abo bezahlt. Verständlich ist das alles aus Sicht deutscher Urlauber nicht, denn schließlich macht es keinen (großen) Unterschied, ob man mit ein und demselben Account nun nördlich oder südlich der Alpen fernsehen möchte. Das sieht auch die EU-Kommission so, die sich mittlerweile vehement gegen Ländersperren im Netz ausspricht.

Netflix: Trick aktiviert nützlichen Gott-Modus

Und noch ein Beispiel dazu: Vor genau einem Jahr startete der US-amerikanische Streaming Dienst Netflix in Deutschland mit viel Tamtam, dann jedoch machte sich Ernüchterung breit. Denn mit der riesigen Auswahl, die die Bürger in den USA abrufen können, hat das Angebot hierzulande nur wenig zu tun. Das US-Portal dagegen ist hierzulande wiederum aus lizenzrechtlichen Gründen gesperrt.

Hulu ist ein in den USA äußerst populärer, legaler Video-on-Demand-Service, der vor allem Fernsehserien und Spielfilme zum kostenlosen Abrufen bietet -finanziert durch Werbeeinblendungen.
Vergrößern Hulu ist ein in den USA äußerst populärer, legaler Video-on-Demand-Service, der vor allem Fernsehserien und Spielfilme zum kostenlosen Abrufen bietet -finanziert durch Werbeeinblendungen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei anderen US-amerikanischen Videoplattformen, beispielsweise Hulu oder Pandora. Da heißt es „Sorry, currently our video library can only be watched from within the United States” und „We are deeply, deeply sorry … We believe that you are in Germany (your IP address …)“. Das Resultat ist stets, dass dem deutschen Zuschauer der Zugriff auf das Programm verwehrt bleibt.

Proxies, VPN und DNS gegen das Blocken deutscher IP-Adressen

Hintergrund der komplizierten Lizenzrechte im Handel mit Filmen und Serien ist, dass die Produzenten und Inhaber der Urheberrechte möglichst viel Profit erzielen möchten. Das hat zur Folge, dass die Streifen häufig zeitlich und örtlich begrenzt zur Verfügung stehen. Für den lokal beschränkten Zugriff setzt die Filmindustrie zumeist auf den Abgleich der IP-Adressen. Wenn die landesspezifische IP-Kennung nicht zu den Vereinigten Staaten passt, fällt sie bei der IP-Prüfung der US-amerikanischen Videoportale durch. Umgekehrt verhält es sich, wenn deutsche Urlauber im Ausland versuchen, auf deutsche Fernsehinhalte zuzugreifen: Auch hier passt die fremde IP-Adresse – egal, ob per Mobilfunk, WLAN oder LAN mit dem Internet verbunden – nicht zum Inhalt. Live-Fernsehen sowie der Zugriff auf die deutschen TV-Mediatheken werden dann unterbunden.

Wird das Streamen tatsächlich nur über die Prüfung der IP-Adresse geregelt, ist das Umgehen einfach. Denn mit einer anderen, also „falschen“ Internetkennung sieht ein potenzieller Nutzer, was er sehen will. Andere Merkmale wie die Geolokalisierung über HTML5, die Sprache des Browsers oder die Zeitzone des Computers spielen meist keine Rolle.

Die IP-Adresse lässt sich nun über drei unterschiedliche Techniken verschleiern beziehungsweise ändern: nämlich über einen Proxy, über ein Virtual Private Network (VPN) oder über spezielle DNS-Dienste (Domain Name System). In allen Fällen wird die tatsächliche Adresse des Kommunikationspartners wie gewünscht unterdrückt, das Gegenüber sieht nur die IP eines zwischengeschalteten Dienstes.

Guthaben-und Kreditkarten aus dem Ausland

Kostenpflichtige Videoportale aus den USA verlangen unter Umständen eine US-Kreditkarte und/oder eine US-Adresse. Solche Kreditkarten für Nicht-US-Bürger werden im Internet zwar angeboten, doch häufig reicht schon eine (deutsche) Prepaid-Kreditkarte, die man hier an vielen Tankstellen bekommt (etwa Mywire Card für 9,95 Euro). Solche Prepaid-Karten bergen praktisch kein Risiko, denn mehr als der vorab eingezahlte Betrag lässt sich davon nicht abbuchen. Freischalten lassen sich die Karten mit einer deutschen Handynummer. Wer zudem eine x-beliebige Adresse in den USA „erzeugen“ muss, findet dazu zahlreiche Generatoren im Internet. Diese Webseiten stehlen im Übrigen keinerlei Identität, sie erzeugen vielmehr jeweils eine neue fiktive.

Apple-und Google-Guthabenkarten für die USA oder Großbritannien werden bei Ebay angeboten, ganz seriös von Händlern mit mehreren hunderttausend Bewertungen.
Vergrößern Apple-und Google-Guthabenkarten für die USA oder Großbritannien werden bei Ebay angeboten, ganz seriös von Händlern mit mehreren hunderttausend Bewertungen.

Eine Bezahlalternative bieten schließlich lokalisierte Guthabenkarten von Apple oder Google, die für bestimmte Inhalte im App-beziehungsweise Playstore erforderlich sind. Diese findet man bei diversen seriösen Anbietern auf Ebay, den Gutscheincode gibt es nach dem Kauf per Mail.

Verschiedene Techniken mit großen Unterschieden in der Praxis

Obwohl das Ziel von Proxy, VPN und DNS-Tunnel bei diesem Einsatzszenario dasselbe ist, unterscheiden sich die Techniken doch ganz erheblich voneinander. So agiert ein Proxy – die Bezeichnung kommt vom lateinischen „proximus“ (der Nächste) – als Vermittler, der Anfragen aus dem Web über seine eigene IP-Adresse an das eigentliche Ziel weiterleitet.

Weil hier der gesamte Datenverkehr unverschlüsselt über den Proxy-Dienst läuft, ist die Nutzung Vertrauenssache – besonders bei kostenlosen Diensten. So ist das beliebte Browser-Plug-in Hola , das diverse US-Videoportale und Fernsehsender freischaltet, in den Verdacht geraten, die IP-Adressen von Benutzern herauszugeben und die Bandbreite der Peer-to-Peer-Community für gezielte DDOS-Attacken zu missbrauchen. Als Alternativen bieten sich Zenmate , Media Hint oder Proxmate an, die denselben Zweck erfüllen und ebenfalls als Plug-in im Browser verfügbar sind. Nützlich ist auch die als Plug-in verfügbare Software Proxy Switcher , die automatisch zwischen verschiedenen Proxy-Konfigurationen wechseln kann. Auf Mobilgeräten lässt sich ein Proxy dagegen nur systemweit verwenden, auf Smart-TVs und ähnlichen Geräten meist gar nicht.

Netflix USA, BBC, Pandora oder Hulu: Proxy-Dienste schalten aus Deutschland ansonsten gesperrte Internetseiten frei, das Browser-Plug-in Hola ist aber umstritten.
Vergrößern Netflix USA, BBC, Pandora oder Hulu: Proxy-Dienste schalten aus Deutschland ansonsten gesperrte Internetseiten frei, das Browser-Plug-in Hola ist aber umstritten.

Variante Nummer 2 zum Umgehen von Geoblocking sind die VPN-Dienste. Die Anforderungen für das Streamen von Videoinhalten sind allerdings hoch: Bandbreite beziehungsweise Übertragungsgeschwindigkeit müssen stimmen, für den dauerhaften Einsatz benötigt man sehr viel oder gar unbegrenztes Datenvolumen. Schließlich muss der virtuelle Standort je nach Einsatzzweck frei wählbar sein, längst nicht alle Dienste ermöglichen das. Ausprobieren können Sie dies mit PC-WELT Anonym Surfen VPN , das in der Gratis-Version ein Freivolumen von 500 MB bietet. Die nicht eingeschränkte Jahreslizenz kostet 49,95 Euro, viele andere VPN-Dienste schla-gen mit monatlich fünf Euro oder US-Dollar zu Buche. Die Vollversion der PC-WELT-Software umfasst zudem eine VPN-App für Android.

Zum Sehen der US-Videodienste auf einem Smart-TV oder per Konsole muss der VPN-Tunnel direkt am Router eingerichtet werden. War das mit der Fritzbox lange nur über die modifizierte Freetz-Firmware möglich, so hat der Hersteller AVM die VPN-Option inzwischen auch in seinen Geräten integriert. Mit aktueler Firmware finden Sie das VPN-Register nach dem Einloggen auf der Konfigurationsoberfläche unter „Internet > Freigaben“, unser Online-Workshop beschreibt die Einrichtung Schritt für Schritt.

In PC-WELT Anonym Surfen VPN können Sie als virtuellen Standort „Deutschland“ auswählen, um auch im Ausland geogeblockte Webinhalte zu sehen.
Vergrößern In PC-WELT Anonym Surfen VPN können Sie als virtuellen Standort „Deutschland“ auswählen, um auch im Ausland geogeblockte Webinhalte zu sehen.

Etwas komplizierter ist die Einrichtung von Open VPN auf Routern mit dem Betriebssystem DD-WRT, eine Liste unterstützter Modelle finden Sie unter pcwelt.de . Günstige geeignete Routermodelle wie den TL-WR 941ND von TP-Link gibt es bereits ab rund 30 Euro. Sie lassen sich ohne Modemfunktion für den Internetzugang hinter dem vorhandenen Router zusätzlich einsetzen.

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Die DNS-Umleitung im Detail: Smart und auf vielen Geräten

Primär stehen bei VPN der Sicherheitsaspekt und die Verschlüsselung im Vordergrund, das Ändern der IP-Adresse und damit das Aufrufen unterdrückter Inhalte sind ein Nebenprodukt. Das ist bei smarten DNS-Proxy-Servern anders. Diese leiten nur solchen Datenverkehr um, der an bestimmte Webseiten wie eben die US-Film-und Videoportale gerichtet ist. Wenn Sie im Browser beispielsweise www.pandora.com eintippen, lenkt der DNS-Dienst diese bestimmte Anfrage über seinen eigenen Server in die USA. Pandora akzeptiert die IP-Adresse und gibt den angeforderten Inhalt frei, den Sie wiederum über den DNS-Server auf Ihrem Client sehen. Alle „gewöhnlichen“ Webanfragen wie beispielsweise auf PCWELT.de laufen über Ihre tatsächliche IP-Adresse.

Die DNS-Umleitung funktioniert nicht nur auf dem Windows-Computer, sondern auf fast allen Geräten mit Netzwerkanschluss: also auch auf Routern, Smart-TVs und TV-Boxen sowie Spielekonsolen.
Vergrößern Die DNS-Umleitung funktioniert nicht nur auf dem Windows-Computer, sondern auf fast allen Geräten mit Netzwerkanschluss: also auch auf Routern, Smart-TVs und TV-Boxen sowie Spielekonsolen.

Das hat gegenüber der VPN-Methode mehrere Vorteile: Zum einen fällt die ressourcenverbrauchende Verschlüsselung weg, es wird kein kostenpflichtiges Übertragungsvolumen verbraucht und der normale Internetverkehr wird nicht beeinträchtigt. Zudem ist die DNS-Umleitung nicht auf den Windows-PC beschränkt, sondern lässt sich auch im Router sowie auf Spielekonsolen, Smart-TVs, Smartphones, Tablets und dem Amazon Fire TV einrichten. Wie das für die einzelnen Geräte funktioniert, beschreiben die DNS-Anbieter ausführlich auf ihren Webseiten . Unter Windows lässt sich das mit dem Tool DNS Jumper besonders bequem erledigen.

Angeboten wird die DNS-Weiterleitung unter anderem von Proxy DNS , Tunlr , Unblock-US , Unblockmedia.com , Unlocator und Uno Telly . Einige dieser Dienste sind kostenlos, andere dagegen berechnen eine Monatsgebühr von fünf Euro oder US-Dollar. Die meisten Dienste können Sie ein paar Tage lang kostenlos ausprobieren, mehr dazu auf in unserem Ratgeber . Grundsätzlich ist allerdings auch die DNS-Nutzung Vertrauenssache, weil unseriöse Anbieter die eigenen Anfragen umleiten können.

Fazit: VPN im Router und smarte DNS-Dienste sind am besten

Welche Lösung ist nun die beste: der Proxy, das Virtual Private Network oder die DNS-Weiterleitung? Wie so oft kommt es darauf an.

  • Viele Proxies sind zwar schnell eingerichtet, für Videostreaming eignen sie sich allerdings nur begrenzt, auch weil sie nicht schnell genug arbeiten, um die großen Datenmengen beim Streamen von hochaufgelösten Videoinhalten zu übertragen. Ausprobieren schadet jedoch natürlich nie - gerade auch, da viele der Dienste kostenlos sind.

  • Die – zum Umgehen des Geoblockens „missbrauchten“ – VPN-Dienste erweisen sich da als besser, allerdings sind sie mit Preisen zwischen 40 und 60 Euro bzw. US-Dollar jährlich auch nicht ganz billig. Wer eine Fritzbox oder einen anderen VPN-fähigen Router besitzt, der kann zudem nicht nur über seinen PC, sondern auch mit allen anderen geeigneten Geräten in seinem Heimnetzwerk auf die Videoportale aus den Vereinigten Staaten USA zugreifen.

  • Die DNS-Weiterleitung funktioniert ebenfalls gut, Sie sollten die Technik aber aus Sicherheitsgründen auch nur auf den Geräten einrichten, wo Sie sie wirklich benötigen.

Zum Schluss noch ein Tipp: Das Einloggen mit dem deutschen Amazon-Account auf Amazon.com schaltet zwar das US-Filmangebot frei, zum Bezahlen braucht man dann aber wieder eine US-Postadresse.

Die Rechtslage beim Geoblocking - von Christian Solmecke

Christian Solmecke ist Anwalt für IT-und Urheberrechtsfragen (Kanzlei Wilde Beuger Solmecke, www.wbs-law.de).
Vergrößern Christian Solmecke ist Anwalt für IT-und Urheberrechtsfragen (Kanzlei Wilde Beuger Solmecke, www.wbs-law.de).
© Christian Solmecke

"Die Umgehung sogenannter Ländersperren verstößt meiner Ansicht nach nicht gegen das Gesetz. Das Urheberrechtsgesetz verbietet zwar die Umgehung wirksamer technischer Maßnahmen, die zum Schutze eines urheberrechtlich geschützten Werkes eingerichtet wurden, bei der Proxy-Sperre handelt es sich jedoch nicht um eine wirksame technische Maßnahme im Sinne des Gesetzes. Die Sperre kann bereits mit einem Klick umgangen werden, ohne dass besonders trickreiche Manipulationen vonnöten sind. Abschließend geklärt ist die Rechtslage bei der Umgehung von Ländersperren durch Proxy-Server unter Juristen nicht. Bis heute fehlen einschlägige Urteile. Sicher ist jedoch, dass die Verfolgung der Nutzer solcher Proxy-Server sehr unrealistisch ist. Der Aufwand der dafür betrieben werden müsste, ist sehr hoch."

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