Durch ein Managed-Service-Modell mit gleichzeitigem Carrier-Management könne man im günstigsten Fall bis über 30 Prozent der Gesamtkosten einsparen, so Idstein, wenn man Instandhaltungs-, Betriebs-, Logistik- und Netzbetreiberkosten insgesamt berücksichtigt. Typisch sei ein Einsparpotenzial von 20 Prozent. Der Siemens-Manager betont aber, dass die Kostensenkung nicht der einzige Vorteil von Managed Services sei. Wichtige Pluspunkte seien auch die verbesserte Sicherheit und Verfügbarkeit der Kommunikationsinfrastruktur, einheitliche Service Level Agreements (SLA) nach Standards wie Itil und die Erfahrung der Spezialisten. Und nicht zuletzt würden Service-Provider eine nutzungsabhängige Zuordnung von Kosten etwa nach Abteilungen ermöglichen und so für mehr Transparenz sorgen.
Obwohl die Vorteile nicht von der Hand zu weisen sind, hat sich das auch als IP Centrex bekannte Konzept der Managed TK-Services - anders als in vielen anderen Ländern, insbesondere den USA, Großbritannien und Teilen Osteuropas - hierzulande noch nicht weit verbreitet. Andamus Consult geht aber davon aus, dass auch in Deutschland – wenn auch nur langsam - ein nennenswerter Markt für TK-Mietlösungen entsteht, und sieht bis 2020 ein Umsatzpotenzial von 2,3 Milliarden Euro jährlich für diesen Bereich. Die Kunden fragten nach zusätzlichen Diensten, die sie ohne eigene Investitionen und mit überschaubarem finanziellem Aufwand nutzen können, erklärt Andamus-Chef Schulz. Gleichzeitig sähen Netzbetreiber und Service-Provider in Managed-TK-Services neue Wachstumschancen. Unterstützt werde die Entwicklung durch Technologien wie VoIP sowie neue Mechanismen im Zuge der Next Generation Networks.
Enormer Erklärungsbedarf
Als Problem sieht Schulz die Art und Weise, wie IP Centrex bislang von Anbietern beworben wird. So zählten in einer Erhebung von Andamus Consult lediglich 4,7 Prozent der befragten Unternehmen zu den "Early Adopters", die sicher vorhaben, ihre TK-Anlage durch Managed Services abzulösen. Vielen sei dagegen das Modell, Funktionen einer TK-Anlage als Dienstleistung zu beziehen, schlichtweg noch nicht bekannt. Zudem gebe es noch enormen Erklärungsbedarf, insbesondere bei der Frage, wo die Vorteile liegen. Hier sei ein Umdenken bei den Anbietern erforderlich, die bislang außer dem vermeintlichen Preisvorteil durch VoIP kaum einen anderen Hebel gezogen hätten.
Dennoch ist Schulz fest davon überzeugt, dass seine im Herbst 2007 abgegebenen Wachstumsprognosen für den Markt eintreffen, wenngleich er dem Hosting-Modell nachträglich mehr Gewichtung beimessen würde. Der Grund: Power-User, für die TK-Dienste geschäftskritisch sind, kämen damit billiger weg, wenn sie ihre TK-Anlage nicht inhouse, sondern zentral beim Carrier unterbrächten. Zum einen bekomme man die Bandbreite zu den Agents mittlerweile fast geschenkt – via VoIP könne man über das Internet auch Home Agents einbinden. Zum anderen rentiere es sich wegen des technischen Aufwands – benötigt wird ein Rechenzentrum mit Notstromanlage und Backup - nur für Spezialisten, ihre TK-Anlage inhouse zu betreiben. Aus ähnlichen Gründen hätten viele Firmen bereits ihre Web-Server et cetera ausgelagert, während sie lediglich geschäftskritische Systeme wie ihre Firewall und andere Security-Einrichtungen in der Zentrale behielten.
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