Near Field Communication

NFC - Einsatzzwecke und Prognosen

Mittwoch, 15.08.2012 | 07:08 von Jürgen Hill
NFC: Marktbeobachter sind sich über den Erfolg von NFC noch unschlüssig
Vergrößern NFC: Marktbeobachter sind sich über den Erfolg von NFC noch unschlüssig
© iStockPhoto/-hakusan-
Near Field Communication könnte eine „Goldgräberstimmung“ in der IT-Industrie auslösen. Doch es gibt auch skeptische Stimmen. PC-Welt erklärt den Hype um das Thema NFC.
Near Field Communication (NFC) wurde bereits im Jahr 2002 entwickelt. Erst nachdem Google 2011 und die Kreditkartenunternehmen Visa sowie Mastercard im laufenden Jahr konkrete Pläne zum Einsatz der „Nahfeld-Kommunikation“ bekanntgaben, rückt das kontaktlose Bezahlen verstärkt in den Fokus. Die Stimmung in Bezug NFC nach der Einführung von Googles Mobile Wallet vergleicht Thomas Müller, zuständig bei HID Global für Endkundenlösungen im deutschsprachigen Raum, mit einer „richtigen Goldgräberstimmung“  bei den Anbietern. Near Field Communication besitzt vielfältige Möglichkeiten. Die „neue“ Kommunikationsmethode werde nach Christian von Hammel-Bonten, Executive Vice President Telecommunications bei der Wirecard AG, „gerne mit kontaktlosem Bezahlen gleichgesetzt. Dabei ermöglicht NFC weitaus mehr Anwendungen“.

NFC wird hauptsächlich deshalb in Verbindung mit dem kontaktlosen Bezahlen gebracht, da zahlreiche IT-Entscheider zu wenig über die NFC-Technik wissen. Hinzukommt, dass das Thema einen zukünftigen Milliardenmarkt anspricht. Von dem sich große Internet-Unternehmen wie Google mehr als nur ein paar Prozent Transaktionsgebühren versprechen.

Mittels NFC will das Web-Unternehmen an die Kassenbelege der Anwender gelangen, um ihnen personenbezogenere und kontextgenauere Werbung anbieten zu können. Es wird nicht ausbleiben, dass Googles Tätigkeitsfeld in das von den Geldinstituten, Kreditkartenfirmen und Mobilfunkunternehmen hineinragt. Dies scheint dem Internetgiganten wenig zu stören.

Giesecke & Devrient hat eine erste kommerzielle Anwendung für die Commonwealth Bank of Australia entwickelt. Auch iPhone-Nutzer können kontaktlos bezahlen, obwohl ihr Smartphone noch keinen NFC-Chip besitzt. Möglich ist dies durch eine spezielle Hülle, die auf der Datenschnittstelle des iPhones aufsetzt und die Daten via NFC überträgt.

Prognosen zum NFC-Erfolg

NFC kann für diverse Dienstleistungen verwendet
werden
Vergrößern NFC kann für diverse Dienstleistungen verwendet werden

Derzeit ist die Verbreitung von NFC noch gering. Daher verwendet die Wirecard AG eine Brückentechnologie. „Hierzu wird ein NFC-Sticker auf der Rückseite des Handys oder direkt auf der Geldbörse angebracht, der die Verbindung zur Applikation herstellt“, äußert von Hammel-Bonten. Auch Telefónica Germany setzt auf diese Brückentechnologie.

Mittlerweile gibt es etwa 50 NFC-fähige Geräte. Dazu sollen nach Aussagen des Chipherstellers NXP 140 bereits entwickelte Modelle kommen. Je nach Quelle wird der Endgeräte-Markt bis 2016 auf 700 Millionen NFC-Smartphones anwachsen. Des Weiteren soll es im deutschen Einzelhandel bereits über 130.000 NFC-Kassenterminals geben – das entspricht 30 Prozent.

Skeptiker vermuten eine schwächere Wachstumsrate; die Vorhersagen zum NFC-Erfolg fallen unterschiedlich aus. So erwartet Philip Hoyer, Director Strategic Solutions bei ActivIdentity , „dass 2013 das Jahr des NFC-Durchbruchs wird“. Dieter Lange, Partner im Bereich Telecom, Media, Technology bei der Wirtschaftsberatung Deloitte , ist pessimistischer. Obwohl die Wirtschaftsberatung eine sehr deutliche Zunahme der Aktivitäten aller Marktteilnehmer sehe, rechne er erst in zwei bis drei Jahren mit einem Durchbruch. Erst dann sollen sich NFC-Lösungen auf einem Massenmarkt durchgesetzt haben.

Es gibt zahlreiche Anwendungs-Möglichkeiten für NFC. Die Technik kann für den Raum- und Gebäudezugang eingesetzt werden oder  „herkömmliche“ Wartungsbücher für Maschinen mittels Smart-Tags ablösen. CIOs und CEOs sollten sich daher fragen, ob NFC dabei hilft neue Geschäftsfelder aufzutun und welche Vorteile die eigenen Prozesse durch die Technologie erhalten.

Mittwoch, 15.08.2012 | 07:08 von Jürgen Hill
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