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So werden aus Android-Smartphones Navigations-Geräte

05.09.2010 | 09:11 Uhr |

Navigationslösungen für Android-Smartphones gibt es in Hülle und Fülle. Doch es gibt erhebliche Unterschiede, Vor- und Nachteile bei der Benutzung. Wir geben einen Überblick über Navigations-Apps für Android und sagen, ob damit ein klassisches Navigationsgerät überflüssig wird.

Smartphones sind dank geeigneter Apps längst eine ernstzunehmende Alternative zu separaten Navigationsgeräten geworden. Damit spart man sich ein weiteres Gerät im Auto samt der damit verbundenen Kosten und dem Kabelwirrwar hat zudem seine Navi-Lösung immer mit dabei – wenn man beispielsweise mal zu Fuß unterwegs ist oder mit einem fremden Auto fährt.

Dank eingebautem GPS-Empfänger (den Sie allerdings ausschalten sollten, wenn Sie nicht navigieren. Der GPS-Chip verbraucht nämlich zusätzlichen Strom) und Positionsbestimmung über WLANs und Funknetze kann ein Smartphone fast auf den Meter genau lokalisiert werden – eine ideale Hardwarebasis für leistungsfähige Navigationslösungen.

Allerdings haben klassische Stand-Alone-Navis durchaus noch einige Vorteile. Wie beispielsweise das größere Display. Die gesamte Bedienführung ist komplett für die Navigation optimiert – beim Smartphone ist die Navigation halt nur eine von vielen Anwendungen.

Ein weiterer großer Vorteil eines separaten Navigationsgerätes: Sie können während der Navigation auf dem Smartphone Anrufe entgegennehmen, ohne dass die Routenführung dadurch unterbrochen wird. Wer also oft mit seinem Navi unterwegs ist und dabei häufig Anrufe entgegennehmen muss, wie beispielsweise ein Außendienstmitarbeiter, ist mit einem eigenen Navi besser bedient.

Eine kuriose Mittelstellung zwischen klassischem Navigationsgerät und modernem Smartphone nimmt das Garmin Nüvifone A50 ein. Dabei handelt es sich quasi um ein Navigationsgerät mit anschlossener Android-Smartphone-Funktionalität im Formfaktor eines Smartphones .

Sein Smartphone als Ersatz für ein Navigationsgerät zu verwenden, eignet sich eher für User, die nur gelegentlich eine Navi-Lösung benötigen oder für User, die unterwegs nur selten Anrufe entgegennehmen müssen/wollen, beziehungsweise die Zeit haben, um zu warten, bis die Navi-Software nach Beendigung des Anrufs wieder zur Verfügung steht.

Ein Beispiel für ein ab Werk eingebautes Navi: Das RNS HIGH-END MFD von VW für den T5 (Foto: VW)
Vergrößern Ein Beispiel für ein ab Werk eingebautes Navi: Das RNS HIGH-END MFD von VW für den T5 (Foto: VW)
© 2014

Die kompakteste und zugleich teuerste Lösung ist das vom Auto-Hersteller eingebaute Navigationsgerät – meist in Kombination mit dem Autoradio. Damit entfällt das Kabelgewirr und man bekommt eine runde, optisch ansprechende Lösung, die zeitweise auch ohne GPS-Signal funktioniert (beispielsweise über Sensoren an den Rädern). Diese Lösung ist allerdings nicht nur überproportional teurer, sondern oft auch weniger leistungsfähig. Die Karten-Updates für die eingebauten Navis kosten mitunter so viel wie ein komplettes neues Navigationsgerät. Und mit so einem fest eingebauten Navi hat man angesichts des schnellen technischen Fortschritts in ein paar Jahren einen Dinosaurier im Einsatz, wohingegen Stand-Alone-Navis und Navi-Software für Smartphones relativ leicht ausgewechselt werden können und man so immer auf dem aktuellen Stand der Technik ist (beispielsweise wenn die GPS-Chips verbessert werden).

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