Schutz vor Spionage

Nachrichtendienste verdienen gut an Wirtschaftsspionage

Gerade für Nachrichtendienste ist die Unterstützung ihrer heimischen Unternehmen ein lohnendes Geschäftsmodell: "Die Volkswirtschaften hängen heutzutage nicht mehr vom Militär, sondern von der Entwicklung der Wirtschaft ab", sagt Karden. In Deutschland wird kaum noch preiswert gefertigt, jedoch entstehen hierzulande viele Innovationen gerade in kleinen und mittleren Unternehmen. "Diese Innovation wird durch Konkurrenten, aber auch durch fremde Nachrichtendienste stetig an- und abgegriffen", berichtet der Experte.
Karden beruft sich neben seinen eigenen Erfahrungen aus dem Feld auch auf eine Studie im Auftrag der Bundesregierung aus dem Jahr 2007, in der sich jedes fünfte Unternehmen bereits als Ziel eines Spionageangriffs eingestuft hat; jede dritte Firma hatte demnach einen diesbezüglichen Verdacht geäußert. Das Problem: "Die Fallzahlen steigen", so der Verfassungsschützer, "denn die Zuwachsraten liegen bei zehn Prozent pro Jahr." Und die Rezession werde den Konkurrenzdruck noch verstärken, befürchtet Karden.
In den USA greift die Angst vor Spionageangriffen sogar spürbar in die Wirtschaft ein. Im Mittelpunkt stehen hier chinesische Unternehmen, allen voran die Firma Huawei. Sie wollte eine Sparte von Nortel Networks kaufen, was letztlich aber nicht zustande kam. Viele Kunden, so spekulierte das Magazin "Forbes", hätten in diesem Fall vermutlich den Ausrüster gewechselt. Zu den Nortel-Anwendern zählen unter anderem die amerikanischen Netzbetreiber AT&T, Qwest und Sprint, die wiederum zahlreiche Behörden in den USA wie die National Security Agency (NSA) und das Verteidigungsministerium betreuen. Auch hatten amerikanische Behörden Anfang 2008 aus Gründen der nationalen Sicherheit Bedenken gegen eine Minderheitsbeteiligung von Huawei am Netzwerkausrüster 3Com geäußert, worauf der Deal letztlich abgeblasen wurde. Nortel hat inzwischen Gläubigerschutz beantragt.
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