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Nachrichtenagentur als Computerhacker verdächtigt

28.10.2002 | 14:27 Uhr |

Der britischen Nachrichtenagentur Reuters droht eine Klage, weil sie sich angeblich illegal per Internet einen Geschäftsbericht der schwedischen Firma Intentia beschafft haben soll. Die Agentur habe sich den Zugang zu Firmenservern verschafft und dort die Geschäftsberichte entwendet. Anschließend veröffentlichte Reuters die Zahlen knapp eine Stunde, bevor Intentis es geplant hatte. Über die IP-Adresse konnte Intentis den Datenklau ermitteln.

Der britischen Nachrichtenagentur Reuters droht eine Klage, weil sie sich angeblich illegal einen Geschäftsbericht der schwedischen Firma Intentia verschafft haben soll. "Der Vorfall hat das Vertrauen in uns als Einzelne und in Intentia als Unternehmen schwer beschädigt", teilte der Chef des Unternehmens für Informationstechnologie, Björn Algkvist, am Montag mit.

Die Methoden von Reuters seien zweifelhaft und ungesetzliche Handlungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Deshalb werde Intentia Reuters verklagen. Nach einem Bericht der " Financial Times soll dies bereits am Montag geschehen.

Laut Medienberichten konnte Intentia anhand der IP-Adresse feststellen, dass der Zugriff von Reuters auf die Firmenserver sechs Minuten vor einer Blitzmeldung der Agentur erfolgte.

Offiziell wollte Intentia am Donnerstag um 14 Uhr die Zahlen bekannt geben. Die Blitzmeldung der Agentur kam aber bereits kurz vor 13 Uhr, so dass Intentia den Geschäftsbericht um 13 Uhr 22 veröffentlichte. Die Intentia-Aktie verlor an diesem Tag rund 23 Prozent an Wert.

Reuters bestreitet die Vorwürfe: "Wir haben Intentias Ergebnisse veröffentlicht, nachdem diese im Internet verfügbar waren", sagte der Leiter des skandinavischen Büros der Nachrichtenagentur, Jonathan Lynn.

Nach Angaben der "Financial Times" hatte Reuters in der vergangenen Woche auch die Zahlen dreier anderer skandinavischer Unternehmen veröffentlicht, bevor diese allgemein zugänglich waren. Nun würden wahrscheinlich viele Unternehmen ihre Internet-Sicherheit verbessern, berichtete die Zeitung.

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