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NAS-Know-How: Neun Tipps für den Netzwerkspeicher

08.08.2016 | 09:02 Uhr |

Wenn Sie ein NAS nur als Netzwerkspeicher einsetzen, verpassen Sie eine Menge. Mit unseren Tipps erhöhen Sie die Sicherheit Ihrer Daten und bringen dem NAS zahlreiche neue Funktionen bei.

Ein NAS stellt Speicherplatz für alle Geräte im Heimnetz bereit. Außerdem dient es als Streamingserver, um Notebook, Smartphone oder TV mit Filmen, Fotos und Musik zu versorgen. So weit, so gut. Doch Ihr NAS kann noch mehr: Mit Erweiterungen vom Hersteller oder von freien Programmierern bringen Sie ihm neue Funktionen bei: So dient es dann zum Beispiel als privater Dropbox -Ersatz.

Zusätzliche Datensicherheit bringen Verschlüsselung und ein Backup der NAS-Inhalte – denn Sie sollten sich bei der Dateisicherung nicht ausschließlich aufs NAS verlassen: Auch dieses Gerät kann ausfallen. Damit das nicht passiert, lohnt ein Blick auf den Zustand der eingebauten Festplatten.

Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich die Tipps auf die aktuellste Firmware-Version der NAS-Geräte. Deshalb sollten Sie vorab prüfen, ob für Ihr NAS eine neue Version bereitsteht, und es gegebenenfalls aktualisieren.

Tutorial: NAS einrichten und verwenden

1. Vorbeugen: Prüfen Sie den Zustand der NAS-Festplatten

Dient das NAS vor allem als Speicher für Ihre Dateien, sollten Sie immer darauf achten, dass die eingebauten Festplatten in Ordnung sind. Haben Sie das NAS mit einem Raid 1 eingerichtet, ist das Risiko des Datenverlustes beim Festplattenausfall zwar reduziert, aber nicht ausgeschlossen.

Bei allen NAS-Geräten können Sie im Menü den Smart-Status der Festplatten abfragen: Bei Synology gehen Sie dafür auf „Speicher-Manager -> HDD/SSD“ und wählen eine Festplatte aus. Die Infos stehen dann unter „Integritätsstatus -> S.M.A.R.T.-Informationen“. Ein NAS von Qnap zeigt die Smart-Werte unter „Speichermanager -> Datenträger -> Datenträgerstatus -> SMART-Info“. Bei Netgear gehen Sie auf „System -> Leistung“. Dort sehen Sie links eine Liste der eingebauten Festplatten: Platzieren Sie den Mauszeiger auf dem grünen Punkt vor einer Festplatte, öffnet sich ein Fenster, in dem Sie unter „Health Data“ die Angaben zur ausgewählten Festplatte finden.

Noch sinnvoller ist es, die eingebauten Festplatten in regelmäßigen Abständen einem ausgedehnten Test zu unterziehen. So können Sie feststellen, ob sich der Gesundheitszustand der Platten verändert. Bei Synology können Sie einen Test unter „Speicher-Manager -> HDD/ SDD -> S.M.A.R.T.-Test“ anstoßen. Schon beim ersten Einrichten des NAS können Sie einen regelmäßigen Test einrichten, wenn Sie bei dieser Option einen Haken setzen: Dann führt das NAS jeden Monat einen Smart-Schnelltest und alle sechs Monate einen intensiven Test durch. Bei Netgear planen Sie regelmäßige Festplatten-Tests in „System -> Volume“. Links sehen Sie ein Statusfenster für die Volumes. Gehen Sie dort auf das Zahnradsymbol und wählen Sie aus dem Drop-down-Menü „Volume- Zeitplan“. Im Fenster, das sich nun öffnet, wählen Sie „Hinzufügen“ und als Aktion „Datenträgertest“. Anschließend können den Zeitpunkt und den Wiederholungsrhythmus festlegen. Da die intensiven Tests mehrere Stunden dauern, sollten Sie sie nicht zu oft einplanen und einen Zeitpunkt wählen, an dem Sie normalerweise das NAS nicht benötigen.

Prüfen Sie regelmäßig den Smart-Status der im NAS eingebauten Laufwerke, um einem drohenden Datenverlust vorzubeugen.
Vergrößern Prüfen Sie regelmäßig den Smart-Status der im NAS eingebauten Laufwerke, um einem drohenden Datenverlust vorzubeugen.

2. Passwort vergessen: So kommen Sie wieder aufs NAS

Den Zugriff aufs NAS sollten Sie mit einem individuellen Passwort sichern und dafür das voreingestellte ändern. Haben Sie das Passwort vergessen, lässt sich beim NAS wieder die Standardeinstellung für die Zugangsdaten aufrufen – ohne dass dabei die gespeicherten Daten verloren gehen.

Suchen Sie dazu den Reset-Taster am NAS-Gehäuse. Er befindet sich meist auf der Rückseite. Drücken Sie ihn, etwa mit einer aufgebogenen Büroklammer, bis Sie einen Signalton hören: Bei Synology dauert das vier, bei einem Qnap-NAS drei Sekunden.

Bei einem Ready-NAS-Duo von Netgear setzen Sie das Passwort per Bootmenü zurück: Schalten Sie dafür das NAS aus. Drücken Sie den Reset-Taster, schalten Sie das NAS wieder ein, und halten Sie Reset gedrückt, bis alle Gehäuse- LED leuchten. Nun können Sie über die Backup-Taste vorne am Gehäuse durch die Menüoptionen blättern: Wählen Sie „OS reinstall“, und drücken Sie erneut kurz die Reset-Taste. Das Netgear-NAS installiert nun die Firmware erneut aus dem internen Flash-Speicher und setzt dabei auch das Administrator- Passwort auf die Werkseinstellungen zurück.

3. Die private Cloud: Dateien auf NAS, PC und Smartphone abgleichen

Über zusätzliche Programme für PC und Smartphone synchronisieren Sie die Daten der Heimnetzgeräte mit dem NAS und haben auf die Weise Ihren privaten Cloud-Speicher.
Vergrößern Über zusätzliche Programme für PC und Smartphone synchronisieren Sie die Daten der Heimnetzgeräte mit dem NAS und haben auf die Weise Ihren privaten Cloud-Speicher.

Das NAS kann als Alternative zu Clouddiensten wie Dropbox, One Drive, Google und anderen dienen. Dabei richten Sie das NAS als zentralen Speicherplatz ein, der sich aus dem eigenen LAN oder übers Internet erreichen lässt, und installieren ein Sync-Programm auf dem PC beziehungsweise eine App auf dem Smartphone, das ständig die Dateien mit dem NAS abgleicht. Auf diese Weise haben Sie auf allen Geräten immer einen aktuellen Datenbestand, aber stets auch volle Kontrolle über Ihre Dateien, da sie nicht auf einem fremden Server, sondern auf dem eigenen NAS liegen.

Bei Synology benötigen Sie für die NAS dazu das Programm Cloud Station Server: Öffnen Sie dazu im NAS-Menü das Paketzentrum, suchen Sie nach der App, und installieren Sie sie über die entsprechende Schaltfläche. Wenn Sie die App öffnen, können Sie sofort das passende Windows-Programm Cloud Station Drive (86 MB) oder die mobile App DS Cloud für iOS und Android herunterladen. Installieren Sie Cloud Station Drive auf dem PC, dessen Dateien Sie mit dem NAS abgleichen wollen. Geben Sie dann in der App die IP-Adresse des NAS sowie die Zugangsdaten ein. Nun erhalten Sie eventuell die Fehlermeldung, dass das SSL-Zertifikat des NAS nicht vertrauenswürdig ist. Sie können jedoch fortfahren, denn der Browser bemängelt, dass das Zertifikat nicht von einer offiziellen Zertifizierungsstelle stammt: Sie wissen aber, dass es von Ihrem NAS kommt. Anschließend wählen Sie die Verzeichnisse auf dem NAS und dem PC aus, die Sie abgleichen wollen. Die Home-Ordner der jeweiligen Benutzer sind automatisch für den Sync aktiviert. Haben Sie einen speziellen Ordner für den Dateiaustausch auf dem NAS angelegt, müssen Sie ihn zunächst für Cloud Station Drive freischalten. Öffnen Sie dafür im NAS-Menü die App Cloud Station Server, und aktivieren Sie unter „Einstellungen -> Synchronisierungseinstellungen“ das entsprechende Verzeichnis.

Normalerweise erstellt das Sync-Programm nun einen eigenen Austauschordner auf dem PC, wie es zum Beispiel Dropbox macht. Sie können aber auch über das Stiftsymbol ein vorhandenes Verzeichnis dafür auswählen. Sobald Sie nun eine Datei im Austauschverzeichnis auf dem PC verändern, wird sie auch auf dem NAS aktualisiert und umgekehrt. Wenn Sie Cloud Station Drive auf weiteren PCs beziehungsweise DS Cloud auf dem Smartphone installieren, beziehen Sie auch diese Geräte in den Datenabgleich ein.

NAS-Kaufberatung: Die besten Netzwerkspeicher

4. Sicherheit: Dateien auf dem NAS verschlüsseln

Wenn Sie einen neuen Ordner auf dem NAS erstellen, können Sie ihn durch Verschlüsselung zusätzlich schützen.
Vergrößern Wenn Sie einen neuen Ordner auf dem NAS erstellen, können Sie ihn durch Verschlüsselung zusätzlich schützen.

Sie können den Zugriff auf gespeicherte Dateien über die Rechte der einzelnen Benutzer steuern: So sieht jeder NAS-Nutzer nur die Inhalte, die Sie ihm erlauben. Mehr Sicherheit bietet das Verschlüsseln der Dateien auf dem NAS: So kommt niemand an die Dateien, selbst wenn er die Festplatten aus dem NAS ausbaut, oder wenn Sie die Platten in einem Garantiefall an den Hersteller schicken müssen.

Bei NAS-Produkten von Netgear und Qnap zum Beispiel können Sie nur ganze Volumes verschlüsseln. Das müssen Sie beim Erstellen der Volumes erledigen. Nachträglich lassen sie sich nicht mit einer Verschlüsselung versehen – außer Sie löschen das Volume und alle darauf gespeicherten Dateien. Bei Synology lassen sich einzelne Ordner verschlüsseln: Aber auch hier geht das nur beim Erstellen.

Bei einer Synology-NAS gehen Sie zum Verschlüsseln ins Menü unter „Systemsteuerung -> Freigegebener Ordner -> Erstellen -> Allgemeines“. Setzen Sie einen Haken bei „Diesen freigegebenen Ordner verschlüsseln“, tragen Sie darunter das Passwort ein, und wiederholen Sie es. Aktivieren Sie darunter die Option „Beim Start automatisch anhängen“, damit der Ordner beim Start des NAS immer angezeigt wird. Klicken Sie anschließend auf „OK“ und bestätigen Sie die eingeblendete Warnmeldung mit „Ja.“ Nun können Sie den eingegebenen Schlüssel speichern. Das sollten Sie unbedingt tun, denn falls Sie den Schlüssel vergessen, können Sie die Dateien im verschlüsselten Ordner nicht mehr erreichen.

Damit Benutzer auf den verschlüsselten Ordner zugreifen können, müssen Sie ihnen die Freigabe dafür erteilen. Das erledigen Sie unter „Systemsteuerung -> Freigegebener Ordner -> Bearbeiten“. Bei „Berichtigungen“ wählen Sie die Benutzer für die Freigabe aus und weisen Schreib- und/oder Leserechte zu.

Bei Qnap und Netgear müssen Sie die Verschlüsselung bereits aktivieren, wenn Sie ein Volume erstellen. Bei Netgear geht das unter „System -> Volume“. Dort markieren Sie die Festplatten, die zu diesem Volume gehören sollen, und setzen einen Haken bei der Option „Verschlüss.“. Nun können Sie auswählen, ob der Schlüssel auf einem USB-Stick gespeichert werden soll, den Sie ans NAS angeschlossen haben, oder an eine E-Mail-Adresse geschickt wird. Das geht aber nur, wenn Sie im NAS-Menü eine E-Mail-Adresse für das Admin-Konto festgelegt haben.

5. Raid 1 reicht nicht - Backup des NAS erstellen

Ein Qnap-NAS kann eine Sicherung immer dann starten, wenn Sie eine bestimmte USBFestplatte anschließen.
Vergrößern Ein Qnap-NAS kann eine Sicherung immer dann starten, wenn Sie eine bestimmte USBFestplatte anschließen.

Selbst wenn Sie die NAS-Festplatten als RAID 1 organisiert haben, dürfen Sie nicht auf ein Backup verzichten. Denn wenn Sie Dateien versehentlich löschen oder das NAS ausfällt, hilft die Sicherung auf dem Netzwerkspeicher auch nicht mehr weiter. Deshalb sollten Sie regelmäßig den Inhalt des NAS auf ein anderes Speichermedium übertragen.

Dazu bietet sich ein Cloudspeicher, eine externe Festplatte oder ein zweites NAS an. Die meisten NAS-Geräte haben einen USB-2.0- oder USB-3.0-Anschluss für eine externe Festplatte. Am besten formatieren Sie die Platte direkt am NAS mit dem Dateisystem EXT3/EXT4: Dann läuft das Backup schneller ab. Sie sollten die Platte nach dem Backup sicher verstauen – am besten nicht dort, wo auch das NAS steht: Auf diese Weise reduzieren Sie die Gefahr, dass Sie etwa durch Brand oder Einbruch sowohl NAS als auch Backup-Platte verlieren. Nur wenn Sie die Platte auch an einem Windows-Rechner nutzen wollen, sollten Sie sie mit NTFS formatieren: Das NAS kommt auch mit diesem Dateisystem zurecht.

Im NAS-Menü erstellen Sie für das Backup eine neue Aufgabe, zum Beispiel bei Synology mit „Datensicherung & Replikation“ beziehungsweise ab Firmware-Version 6 mit „Hyper Backup“. Als Ziel geben Sie das externe Laufwerk an, das als USB-Share erscheint. Anschließend vergeben Sie einen Namen für den Backup-Ordner auf der Festplatte. Bei NAS-Geräten von Qnap aktivieren Sie die Option „Diese Sicherungsaufgabe nur der Laufwerk-ID zuordnen“ und wählen bei zeitgesteuerter Sicherung „Automatische Datensicherung“: So führt das NAS das Backup immer dann durch, wenn Sie die Festplatte anschließen.

NAS-Systeme für Profis: Darauf sollten Sie achten

6. Online-Backup für das NAS: Dateien automatisch in der Cloud sichern

Wenn Sie NAS-Dateien in einem Cloudspeicher sichern, haben Sie ein zusätzliches Sicherheitsnetz eingezogen. Die meisten NAS-Hersteller bieten Erweiterungen für die wichtigsten Clouddienste an. NAS-Geräte von Synology unterstützen zum Beispiel Dropbox, Google Drive, One Drive und Amazon Cloud Drive. Laden Sie dafür die App Cloud Sync über das Paketzentrum im NAS-Menü herunter. In Cloud Sync wählen Sie den Clouddienst aus, den Sie mit dem NAS verbinden wollen: Es öffnet sich ein Anmeldefenster, in dem Sie die Zugangsdaten für die Cloud eingeben. Anschließend müssen Sie der NAS-App erlauben, auf die Clouddateien zugreifen zu dürfen.

Die meisten NAS-Geräte bieten Erweiterungen, die zahlreiche Clouddienste unterstützen. Dorthin lassen sich Dateien auch verschlüsselt sichern.
Vergrößern Die meisten NAS-Geräte bieten Erweiterungen, die zahlreiche Clouddienste unterstützen. Dorthin lassen sich Dateien auch verschlüsselt sichern.

In Cloud Sync können Sie nun sofort eine Sicherungsaufgabe erstellen: Die App übernimmt als Aufgabenamen die Bezeichnung des Clouddienstes, zum Beispiel Dropbox. Bei „Lokaler Pfad“ wählen Sie den NAS-Ordner aus, der gesichert werden soll, unter „Remote-Pfad“ den Zielordner in der Cloud: Erstellen Sie für das Backup am besten einen neuen Cloudordner. Da Sie den Clouddienst nur als zusätzliches Backup für das NAS nutzen wollen, stellen Sie bei „Synchronisierungsrichtung“ die Option „Nur lokale Änderungen hochladen“ ein: Dann läuft der Datenabgleich nur vom NAS zum Clouddienst.

Wenn Sie die Option „Datenverschlüsselung“ aktivieren, verschlüsselt das NAS das Backup, bevor es die Daten in die Cloud lädt. Auf dem NAS selbst sind die Dateien weiterhin unverschlüsselt. Wollen Sie die Verschlüsselung nutzen, müssen Sie im nächsten Schritt ein Passwort dafür angeben. Sichern Sie anschließend den Schlüssel über „Exportieren“.

Sie können außerdem einstellen, dass Dateien, die Sie auf dem NAS (versehentlich) löschen, im Backup erhalten bleiben – auch das erhöht die Sicherheit. Anschließend lädt die NAS sofort die Dateien in die Cloud hoch. Am besten führen Sie das Back regelmäßig durch: Einen Zeitplan dafür erstellen Sie unter „Systemsteuerung -> Aufgabenplaner“. Dort markieren Sie unter „Aufgabeneinstellungen“ die Option „Dienst starten“ sowie den Dienst „Cloud Sync“. Verlegen Sie die Backup-Aufgabe am besten in die Nacht, da sie unter Umständen länger dauert, denn die Upload-Bandbreite ist bei den meisten Internetanschlüssen deutlich schmaler als die Download-Rate.

7. Am PC: Verschlüsseltes Backup ohne NAS öffnen

Haben Sie die Backup-Dateien in der Cloud verschlüsselt, befindet sich in Ihrem Cloud-Speicher das Verzeichnis @SynologyCloud-Sync, in dem der Hash-Wert des privaten sowie der öffentliche Schlüssel gesichert ist. Diese Datei dürfen Sie nicht ändern oder löschen, denn darüber entschlüsselt das NAS die Dateien beim Download. Sie können die Backup-Dateien aber auch am PC öffnen: Dazu benötigen Sie das Cloud Sync Decryption Tool von Synology sowie das Passwort oder den gesicherten Schlüssel. Das Cloud Sync Decription Tool findet sich im Download-Zentrum von Synology , nachdem Sie Ihr NAS-Modell ausgewählt haben.

8. Mehr Funktionen: NAS mit inoffiziellen Apps erweitern

Vor allem bei Synology werden für die einzelnen NAS-Systeme zahlreiche Zusatztools von einer rührigen Community, die zudem den Status „vertrauenswürdiger Herausgeber“ hat, angeboten.
Vergrößern Vor allem bei Synology werden für die einzelnen NAS-Systeme zahlreiche Zusatztools von einer rührigen Community, die zudem den Status „vertrauenswürdiger Herausgeber“ hat, angeboten.

Jedes NAS bringt einen eigenen App-Store mit. Von dort können Sie Programme herunterladen, die den Funktionsumfang des Gerätes erweitern, zum Beispiel um Dateien mit einem PC zu synchronisieren oder die NAS-Inhalte in der Cloud zu sichern. Bei Synology heißt der Dienst Paketzentrum, Qnap nennt ihn App Center: Hier finden Sie Apps vom NAS-Hersteller selbst oder solche, die er zertifiziert hat.

Daneben gibt es für NAS-Geräte vieler Hersteller eine aktive Community, die eigene Apps schreibt. Die sind nicht in den offiziellen App-Stores verfügbar, bieten aber trotzdem häufig sinnvolle Erweiterungen. Für Synology-Geräte empfehlenswert sind beispielsweise Community Package Hub und Syno-Community . Bei allen inoffiziellen Erweiterungen bleibt natürlich immer ein Sicherheitsrisiko. Bei den beiden genannten Synology-Communities ist diese Gefahr allerdings geringer, denn sie haben den Status von „vertrauenswürdigen Herausgebern“.

So kommen Sie an inoffizielle Apps: Bei einer Synology-NAS gehen Sie im Menü auf „Paketzentrum -> Einstellungen“ und markieren unter „Vertrauensebene“ die Option „Synology Inc. und vertrauenswürdige Herausgeber“. Wechseln Sie anschließend zu „Paketquellen“ und klicken Sie auf „Hinzufügen“. Dort geben Sie den Namen der Community und unter „Ort“ die Download-Quelle an: Für CP-Hub heißt sie https://cphub.net , und für Syno-Community ist es http://packages.synocommunity.com . Bestätigen Sie mit „OK“. Nun klicken Sie in der linken Menüspalte auf „Community“, das Paketzentrum zeigt daraufhin die verfügbaren Apps aus dieser Quelle an. Die gewünschten Apps können Sie nun mit „Installieren“ auf das NAS herunterladen. Am besten stellen Sie danach die Vertrauensebene wieder auf den Werkszustand „Synology Inc.“ ein.

9. Einen Schritt zurück: Firmware downgraden

Nicht immer ist die aktuelle Firmware die beste für Ihr NAS. Dann können Sie downgraden – das geht aber nicht ohne Risiko.
Vergrößern Nicht immer ist die aktuelle Firmware die beste für Ihr NAS. Dann können Sie downgraden – das geht aber nicht ohne Risiko.

Die NAS-Hersteller aktualisieren regelmäßig das Betriebssystem ihrer Geräte. Das Update einzuspielen ist meist sinnvoll, denn die neuen Versionen enthalten zusätzliche Funktionen und bügeln Fehler des Vorgängers aus. Manchmal aber sind auch die aktuellen Versionen fehlerbehaftet. Häufig funktionieren beliebte Erweiterungen aus der Community nicht mehr mit neuen Versionen. Wir zeigen am Beispiel eines Synology-NAS, wie Sie zum Vorgänger-Betriebssystem zurückkehren können. Aber Vorsicht: Dieser Tipp ist riskant, weil Sie direkt in das Betriebssystem des NAS eingreifen. Außerdem kann sich das Vorgehen von Modell zu Modell unterscheiden. Sie benötigen dazu außerdem das Betriebssystem-Image, einen SSH-Client wie Putty sowie das PC-Programm Synology Assistant.

Laden Sie zunächst die Version des Betriebssystems herunter, auf das Sie zurückgehen wollen. Bei Synology-NAS-Geräten heißt es Disk Station Manager (DSM): Die verschiedenen Versionen finden Sie unter download.synology.com/download/DSM/release . Bei jeder Version können Sie zwischen unterschiedlichen Build-Nummern auswählen – brauchen Sie keine bestimmte, nehmen Sie den jüngsten Build ganz unten. Anschließend müssen Sie die passende Version für Ihr NAS-Modell auswählen: Die Modellbezeichnung steht im Dateinamen. Mit einem Klick auf die Datei mit der Endung .pat laden Sie sie herunter.

Nun müssen Sie dem NAS vorgaukeln, dass eine ältere Version auf ihm installiert ist. Ansonsten verweigert es das Downgrade. Dazu müssen Sie sich per SSH mit dem NAS verbinden: Aktivieren Sie den SSH-Dienst im NAS-Menü unter Systemsteuerung -> Terminal & SNMP“, und starten Sie das NAS neu. Greifen Sie nun mit einem SSH-Client wie Putty auf das NAS zu, indem Sie dort die IP-Adresse des NAS eingeben. Es öffnet sich ein Konsolenfenster: Dort geben Sie nun den Benutzernamen für das Admin-Konto des NAS ein und anschließend das Passwort – diese Eingabe erscheint übrigens nicht, erst nach einem Druck auf die Enter-Taste bestätigt Putty, das Sie als Admin verbunden sind. Tippen Sie nun folgenden Befehl ein:

sudo -i  

Geben Sie erneut das Admin-Passwort ein. Nun sollte Putty root@Name_des_NAS anzeigen. Anschließend verändern Sie die Einträge im NAS. Dazu geben Sie den Befehl ein:

vi /etc.defaults/VERSION  

Nach dem Bestätigen mit Enter sehen Sie die Angaben zum derzeit installieren Betriebssystem. Um sie zu verändern, drücken Sie „i“. Damit starten Sie den Editormodus. Ändern Sie die Angaben für „majoversion“, „productversion“ und „buildnumber“ auf die Daten des Vorgängers der Version, die Sie einspielen wollen.

Damit das NAS ein Downgrade zulässt, müssen Sie die Firmware- Infos manipulieren, indem Sie mit einem SSH-Client wie Putty auf das Gerät zugreifen.
Vergrößern Damit das NAS ein Downgrade zulässt, müssen Sie die Firmware- Infos manipulieren, indem Sie mit einem SSH-Client wie Putty auf das Gerät zugreifen.

Mit der Escape-Taste beenden Sie den Editormodus. Speichern Sie die Änderungen mit dem Befehl

:wq  

Nach Bestätigung mit Enter können Sie das Putty-Fenster schließen. Melden Sie sich nun im NAS-Menü an und gehen Sie auf „Systemsteuerung -> Aktualisieren & Wiederherstellen“. Hier sollten nun die Angaben stehen, die Sie über die SSH-Verbindung verändert haben. Installieren Sie über „Manuelle DSM-Aktualisierung“ die heruntergeladene DSM-Version. Nun müssen Sie das NAS in den Werkszustand zurücksetzen: Dazu halten Sie die Reset-Taste vier Sekunden lang gedrückt, bis ein Piepston zu hören ist. Lassen Sie die Taste los, und halten Sie sie innerhalb der nächsten zehn Sekunden erneut für vier Sekunden, bis das NAS wieder piepst. Die Statusleuchte am Gehäuse sollte nun orange blinken.

Starten Sie nun den Synology Assistant auf einem PC, der per Netzwerk mit dem NAS verbunden ist, und suchen Sie das NAS-Gerät. In der Spalte „Status“ sehen Sie den Eintrag „Konfiguration verloren“. Per Doppelklick auf das NAS können Sie nun erneut manuell die Downgrade-Version des DSM installieren, um auf die ältere Version umzusteigen.

Netzlaufwerk (NAS) in Windows einbinden - so geht's
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