Netzwerkspeicher

NAS-Fernzugriff via FTP-Server

Dienstag, 29.05.2012 | 08:55 von Thorsten Eggeling
Alle NAS-Geräte erlauben auch den Datenzugriff über das Internet, also von außerhalb des privaten LAN. Inwieweit Sie das System beim Einrichten des Servers unterstützt, ist jedoch unterschiedlich: Lediglich teurere Geräte enthalten einen Webserver mit komfortablem Web DAV. Günstige Home-NAS-Systeme bieten oft nur einen FTP-Server. Um diesen einzurichten, brauchen Sie eine konstante Vermittlungsadresse im Web, unter der Ihr Server erreichbar ist. Sie erhalten eine kostenlose Internetadresse, beispielsweise bei dyndns .

NAS-Systeme sind Wundertüten. Manche kleine, aber feine
Option erschließt sich oft erst beim genauen Stöbern – hier ein
zeitgesteuerter automatischer Download per FTP.
Vergrößern NAS-Systeme sind Wundertüten. Manche kleine, aber feine Option erschließt sich oft erst beim genauen Stöbern – hier ein zeitgesteuerter automatischer Download per FTP.

Schritt 1: Sorgen Sie dafür, dass Ihr NAS der Vermittlungsstelle bei jedem Start automatisch seine aktuelle WAN-IP mitteilt. Dies erledigen Sie am besten im NAS-System unter „Dynamisches DNS“ oder ähnlich (alternativ auch im Router). Hier tragen Sie die Adresse des Dyn-DNS-Anbieters, den von Ihnen gewählten Namen und die Zugangsdaten ein.

Schritt 2: Nun müssen Sie im Router die „Port-Weiterleitung“ (oder „Forwarding“) aufsuchen und den öffentlichen FTP-Port 21 explizit der lokalen IP des NAS-Geräts zuweisen. Dieses muss daher im lokalen Netz unbedingt eine feste IP besitzen (wie schon oben unter Schritt 1 empfohlen).

Schritt 3: Aktivieren Sie im NAS den FTP-Server und vergeben Sie für mindestens einen Benutzer Zugriffsrechte.



Nach diesen Schritten haben Sie mit einem FTP-Client wie Filezilla von überall Zugriff: Wählen Sie in Filezilla „Datei, Servermanager, Neuer Server“ und tragen Sie Ihre Pseudo-Domain ein. Mit dem Server-Typ „FTP“, der Verbindungsart „Normal“ und den im FTP-Server vergebenen Benutzerdaten sollten Sie Ihr NAS von außen erreichen. Gegebenenfalls fordern Sie zusätzlich auf der Registerkarte „Transfer-Einstellungen“ den aktiven Modus.

Sonderproblem: In Firmennetzen scheitert aktives FTP (das NAS sendet aktiv und unaufgefordert seine Verzeichnisliste) oft an der Firmen-Firewall. Um passives FTP und eine sichere SSL/TLS-Verbindung zu ermöglichen, benötigen Sie eine zusätzliche Weiterleitungsregel im Router. Leiten Sie in diesem Fall auch die Ports 55536-55663 an die lokale IP-Adresse des NAS weiter.

FTP-Server und Upload-Leistung: Bevor Sie ein NAS als FTP-Server einrichten, sollten Sie die Download- und Upload-Leistung Ihres Webzugangs prüfen: Ein Zugang mit DSL 16 000 empfängt zwar im Optimalfall knapp 2 MB pro Sekunde, der Upload erreicht aber bei den meisten Providern typischerweise nur ein Zehntel, in diesem Beispiel also kaum 200 KB pro Sekunde. Das reicht für ein paar Office-Dateien, aber sicher nicht für Mediendaten. Die Upload-Geschwindigkeit ist beim FTP-Server die wichtigere, wenn Sie dort eher Daten abholen wollen, als sie nach Hause zu kopieren.

Dienstag, 29.05.2012 | 08:55 von Thorsten Eggeling
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