1765404

Musik über das Smartphone auf die Stereoanlage streamen

25.07.2013 | 11:27 Uhr |

Statistisch liegt bei jedem Einwohner von Deutschland mindestens ein gebrauchtes Handy ungenutzt herum . Dazu ist es eigentlich zu schade, denn ein „Alt-Smartphone“ lässt sich auf vielfältige Weise sinnvoll verwenden.

Beispielsweise zum Streamen von Musik aus der Cloud auf die Stereoanlage im Wohnzimmer. Denn abgesehen von einzelnen Geräten wie dem Musiksystem von Sonos , dem Webradio Squeezebox von Logitech und ganz wenigen Hifi-Anlagen müssen die Musikkomponenten beim Streaming meist passen. Einzig die Musikplattform Spotify hat ein paar mehr Partner an Bord.

Smartphone als Streaming-Client für Musik aus der Cloud

Wer bei einem der Anbieter von Musik aus der Cloud ein Flatrate-Abo hat, kann seine Songs von Deezer, Juke, Napster, Rdio, Simfy, Spotify oder Wimp ganz einfach über ein ausrangiertes Smartphones ins Wohnzimmer holen. Apps für Android und iOS bieten alle Musikdienste, nur bei Windows Phone beschränkt sich die Auswahl auf Deezer, Rdio, Spotify und Wimp.

Alles was man dazu braucht, ist simples Audiokabel mit zwei 3,5-mm-Klinkensteckern an beiden Enden. Das gibt es bei Ebay inklusive (!) Versand für gerade einmal einen Euro. Ein Ende steckt man in den Kopfhörerausgabe des Telefons, das andere in die Aux-in- beziehungsweise Audio-in-Buchse der Stereoanlage. Ansonsten genügt zur Dauerstromversorgung das Netzteil des Handys. Eine SIM-Karte dagegen ist überflüssig, denn die Musik kommt direkt vom WLAN-Router aufs ausrangierte Smartphone. Schließlich stellt man an der Stereoanlage als Quelle „Aux in“ oder „Audio in“ ein, schon kommt die Musik aus den Lautsprecherboxen.

Musik aus der Cloud: Ein Doppelklinkenkabel genügt, um das Smartphone als Streaming-Gerät mit der Stereoanlage im Wohnzimmer zu verbinden.
Vergrößern Musik aus der Cloud: Ein Doppelklinkenkabel genügt, um das Smartphone als Streaming-Gerät mit der Stereoanlage im Wohnzimmer zu verbinden.

Einzig bei der Steuerung muss man bei dieser Lösung Komforteinbußen hinnehmen, denn das Alt-Smartphone lässt sich in aller Regel nicht mit einer Remote-App auf dem aktuellen fernsteuern.

Google Music im Wohnzimmer: gratis und saubequem

Genau das aber ist beim Gratis-Dienst Google Music möglich.

Google Music: So geht’s

Denn Google Musik ermöglicht es damit nicht nur, bis zu 20.000 Songs aus der eigenen Musiksammlung in die Cloud zu stellen und diese über den Browser oder per App auf dem Smartphone zu hören. Per Audiokabel kommt es über ein altes Android-Telefon eben auch auf die Stereoanlage daheim.

Richtig komfortabel wird dies, weil sich das alles mit der Fernbedienungs-App Music Remote über Ihr aktuelles Android-Smartphone bequem vom Sofa aus steuern lässt. Installieren Sie die App auf beiden Geräten und aktivieren Sie auf dem Altgerät an der Stereoanlage die Server-Option. Das verwandelt Ihr aktuelles Handy in eine komfortable Fernbedienung.

Music Remote heißt die Android-App, mit der sich Google Music auf einem Smartphone von einem anderen steuern und fernbedienen lässt.
Vergrößern Music Remote heißt die Android-App, mit der sich Google Music auf einem Smartphone von einem anderen steuern und fernbedienen lässt.

Medienserver daheim und Ersatz für Airport Express

Darüber hinaus eignet sich das betagte Smartphone auch als vollständiger Medienserver im Heimnetzwerk, also nicht nur zum Abspielen von Musik, sondern auch zum Streamen von Fotos und Filmen. Denn viele ältere TV-Geräte unterstützen DLNA beziehungsweise UPnP, doch wer keine Netzwerk-Festplatte hat, müsste zum Abspielen ständig den PC als Server laufen lassen.

Sinn macht dieses Szenario vor allem mit Smartphones, deren Speicherplatz sich mit einer Micro-SD-Karte erweitern lässt. Schließlich müssen die Medieninhalte ja irgendwo gespeichert werden. Preiswerte Speicherkarten mit 32 GByte Kapazität kosten zwischen 15 und 20 Euro – das reicht zumindest bei Musik schon für eine ordentliche Sammlung.

Als gute Server-App ist BubbleUPnP zu nennen, das im Play-Store 3,49 Euro kostet (kostenlose Testversion zum Ausprobieren). Nach der Installation von in BubbleUPnP stellen Sie in der Rubrik „Devices“ die Medienquelle („Libraries“) und das Ausgabegerät („Devices“) ein. Das funktioniert ausgezeichnet, die Bedienung ist sehr einfach und die App streamt im Netzwerk zuverlässig die Inhalte zum gewünschten Ziel. Wer die Medieninhalte nicht per USB-Kabel auf das alte Handy überspielen möchte, erledigt dies elegant mit einer der vielen FTP-Server-Apps.

Die Streaming-Server-App BubbleUPnP für Musik, Fotos und Videos bietet vielfältige Einstelloptionen und bringt die gewünschten Inhalte zuverlässig auf die ausgewählten Geräte.
Vergrößern Die Streaming-Server-App BubbleUPnP für Musik, Fotos und Videos bietet vielfältige Einstelloptionen und bringt die gewünschten Inhalte zuverlässig auf die ausgewählten Geräte.

Für alle, die Ihre Musik in iTunes verwalten, ist zudem die Möglichkeit interessant, diese über eine App von einem Android-Gerät auf die Stereoanlage oder ein Radio mit Aux-In-Buchse zu streamen. Auf diese Weise spart man sich die Anschaffung von Apples Airport Express Basisstation, die laut Preissuchmaschine Billiger.de fast 90 Euro kostet. Als Apps eignen sich dazu AirBubble für 1,49 Euro oder Android Hifi für 1,99 Euro.

Die Basisstation Airport Express von Apple streamt dank Airplay Musik auch auf die Stereoanlage. Viel billiger funktioniert es aber per ausrangiertem Smartphone und passender App.
Vergrößern Die Basisstation Airport Express von Apple streamt dank Airplay Musik auch auf die Stereoanlage. Viel billiger funktioniert es aber per ausrangiertem Smartphone und passender App.
© Apple

 

 

 

 

 

0 Kommentare zu diesem Artikel
1765404