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Die besten Musik-Streaming-Dienste

06.05.2016 | 09:11 Uhr |

Egal ob Spotify, Deezer oder Napster - fast alle Streamingdienste scheinen das Gleiche zum gleichen Preis zu bieten. Aber nur auf den ersten Blick: Unser Test zeigt die Unterschiede auf und erklärt, was bei Musik-Flatrates in der Praxis noch wichtig ist.

Der Markt fürs Musikstreaming wächst weiter rasant: in Deutschland im vergangenen Jahr um fast 100 Prozent, meldet der Bundesverband Musikindustrie (BVMI). Für viele Menschen gehört das Hören „gemieteter“ Musik längst zum Alltag, das Songangebot ist mit zig-Millionen Titeln geradezu unerschöpflich. Kein Wunder also, dass neue Anbieter da um Kunden buhlen, um sich ihren Teil am wachsenden Kuchen zu sichern.

Im Sommer 2015 startete endlich auch Apple sein Streamingangebot, die Verkäufe aus dem Musik-Download waren zuletzt kontinuierlich zurückgegangen. Apple Music orientiert sich mit monatlich knapp zehn Euro am Preis der Konkurrenz, die nach wie vor geltenden drei Gratismonate für Neueinsteiger setzen die etablierten Anbieter aber gehörig unter Druck. Denn Apple hat weltweit innerhalb der ersten sechs Monate schon zehn Millionen zahlende Musikkunden gewonnen, meldet die Financial Times. Marktführer Spotify verfügt über fast 20 Millionen bezahlte Musikabos.

Im Herbst startete dann der Lebensmitteldiscounter Aldi in Kooperation mit Napster einen eigenen Streamingdienst zum Kampfreis von nicht ganz acht Euro pro Monat. Mit mehr als 30 Millionen Songs, 10.000 Hörbüchern und Offline-Modus fürs Smartphone fehlt es Aldi Life Musik an kaum etwas. Kurz danach erweiterte Amazon sein Prime-Rund-um-Sorglos-Angebot um eine Musikkomponente – für Prime-Kunden ohne jeglichen Aufpreis. Zwar ist der Amazon-Dienst mit seiner eingeschränkten Songauswahl von „nur“ einer Million Titeln nicht unmittelbar mit Spotify, Deezer und Co. vergleichbar, doch nicht jeder benötigt das „volle Programm“.

Test: 14 coole Musik-Spiele für Android

Der Markt für das Musikstreaming ist stark in Bewegung

Trotz stetig steigender Zahlen und der Zahlungsbereitschaft der Nutzer mussten zuletzt dennoch mehrere Anbieter aufgeben: Ampya, Simfy, Sony Music Unlimited und zuletzt Rdio, die deshalb auch nicht mehr im aktuellen Testfeld auftauchen. Wie groß der Druck auf die Anbieter ist, zeigen die vielen Gratisaktionen.

Abgesehen von Aldi Life Musik und Amazon , wo die Jahresgebühr für sämtliche Prime-Vorteile mit 49 Euro zu Buche schlägt, verlangen alle Streamingdienste für ihr uneingeschränktes Premium-Abo knapp zehn Euro im Monat. Dafür bekommen die Kunden Zugriff auf 30 bis 40 Millionen Songs, und sie können ihre Musik nicht nur am PC, sondern auch am Smartphone und dort ohne ständige Internetverbindung hören. Voraussetzung ist dann natürlich, dass die Musik zuvor auf das Mobilgerät heruntergeladen wurde – am besten per WLAN.

Rdio ist einer der Streamingdienste, die angesichts der neuen Konkurrenz im vergangenen Jahr aufgeben mussten.
Vergrößern Rdio ist einer der Streamingdienste, die angesichts der neuen Konkurrenz im vergangenen Jahr aufgeben mussten.

Die Offline-Funktion bietet sich bei ausschließlicher Mobilfunkverbindung auch deshalb an, weil sich schon tägliches 30-minütiges Musikhören bei mittlerer Qualität (Bitrate von 192 kBit/s) auf gut 40 MByte summiert. Pro Monat macht das fast 1,3 GByte, was bei vielen Mobilfunkkunden das inkludierte Highspeedvolumen bereits übersteigt. Einzig die Deutsche Telekom rechnet gegen einen Aufpreis von 9,95 Euro pro Monat (Tarifoption „Music Streaming“) den von Spotify verursachten Datentransfer nicht an. Obwohl der Mobilfunkprovider Aldi kombinierte Musik-Internet-Tarife offeriert, fehlt eine Option mit inkludierten Daten.

Kopierschutz, Offline-Nutzung, Familienoption und eigene Musik

Grundsätzlich mietet man bei den Streamingabonnements gegen eine Monatsgebühr nur einen Zugang zu dem riesigen Musikportal. Kündigt man den Vertrag, was bei sämtlichen Anbietern innerhalb von 30 Tagen möglich ist, enden die Zugriffsrechte. Die Musik ist dann anders als beim (früheren) Kauf von MP3-Dateien weg. Da hilft auch der schon genannte Offline-Modus nicht weiter, denn das Smartphone beziehungsweise Tablet muss spätestens nach einem Monat wieder mit dem Internet verbunden sein, um die Lizenz zu überprüfen. Für die Ewigkeit ist das nichts.

In manchen Fällen beseitigt der Offline-Modus aber ein ganz anderes Problem: Denn die Hörlizenzen orientieren sich nicht am Wohnort des Kunden, sondern am Land des Abrufens. So kommt es immer wieder vor, dass bestimmte Titel im Ausland nicht verfügbar sind, auf die Sie zu Hause Zugriff haben. Haben Sie Ihr bevorzugtes Repertoire vor dem Urlaub aber lokal gespeichert und Ihr Gerät in den Offline-Modus versetzt, können Sie es danach überall aufrufen, also auch im Ausland.

Darüber hinaus sorgt der Kopierschutz dafür, dass sich die Musikdateien nicht exportieren und dann auf einem x-beliebigen Gerät abspielen lassen. Auch die Zahl der Offline-Geräte ist begrenzt, ansonsten wäre damit der Kopierschutz quasi ausgehebelt. Das Musikabo ließe sich de facto auf beliebig vielen Smartphones und Tablet-PCs nutzen. Streamen ohne vorherigen Download und Offline-Modus lässt sich aber immer nur auf einem Gerät, nicht auf mehreren gleichzeitig.

Premium-Abos gratis durch Anbieterwechsel

Die meisten Streamingdienste gewährten Neukunden schon immer eine 30-tägige Probephase. Diese muss rechtzeitig gekündigt werden, sonst geht sie automatisch in ein kostenpflichtiges Abo über. Seitdem aber Apple die Gratisphase für sein Musikabonnement auf drei Monate hochgeschraubt hat, locken andere Anbieter mit ähnlichen Offerten. So warben und werben Deezer, Juke, Napster, Spotify, Google und andere mit Drei-Monate-für-einen-Euro-Aktionen – teilweise sogar mit nochmaliger Verlängerung zu den gleichen Konditionen.

Verdient wird damit natürlich nichts, vielmehr hoffen die Firmen, dass ihre Nutzer vom Service überzeugt werden beziehungsweise vergessen zu kündigen. Weil es beim Musikstreaming anders als bei Handy-oder DSL-Verträgen keine Mindestvertragslaufzeit gibt, kann eine solche Billigstrategie auf Dauer aber auch zum Problem werden – es sei denn, der eine oder andere Konkurrent gibt vorher auf.

Für die Verbraucher ist die Situation dagegen derzeit recht komfortabel, weil sie durch vierteljährliche Anbieterwechsel durchgehend (fast) kostenlos ein Premium-Abo mit vollem Songangebot und Download-Option fürs Offline-Hören zur Verfügung haben.

Insbesondere für Familien ist das Streamingvergnügen damit alles andere als günstig, das aber ändert sich gerade. Als erste Anbieter offerieren Apple und Google eine Familienaccount, bei dem bis zu sechs Personen ihren eigenen Zugang mit eigenen Playlists und vollem Musikzugriff unabhängig von den übrigen Familienmitgliedern haben. Knapp 15 Euro pro Monat kostet die Option bei beiden Diensten, geteilt durch sechs macht das 2,50 Euro. Noch sind Apple und Google die Ausnahme, Spotify und Tidal reduzieren die Abopreise ab der zweiten Person immerhin um die Hälfte, also auf fünf Euro.

Ganz umsonst gibt es Musik übrigens von Deezer und Spotify, allerdings sind die Free-Varianten durch Werbung stark eingeschränkt, zudem fehlen hierbei die freie Musikauswahl und die Offline-Option.

Ausnahme: Anders als die Konkurrenz bietet die Telekom gegen Aufpreis eine Tarifoption, bei der die Datenmenge, die das Musikstreamen via Spotify verursacht, nicht auf das Mobilfunkvolumen angerechnet wird.
Vergrößern Ausnahme: Anders als die Konkurrenz bietet die Telekom gegen Aufpreis eine Tarifoption, bei der die Datenmenge, die das Musikstreamen via Spotify verursacht, nicht auf das Mobilfunkvolumen angerechnet wird.

Ach ja, Musik zu kaufen ist natürlich weiter möglich: Aus dem Testfeld bieten diese Option Amazon, Apple und Google. Ebenfalls legal, aber deutlich mühsamer ist der Umweg, den Audiostream während des Abspielens aufzunehmen und als DRM-freie MP3-Datei zu speichern. Das klappt unter anderem mit der Software Recordify.

Praktisch hingegen ist die Möglichkeit, bereits gekaufte, also eigene Musik in die Streaming-App zu importieren. Das bieten mit Amazon, Apple, Deezer, Google und Spotify die Hälfte der Anbieter im Test, die ersten drei sogar unabhängig vom kostenpflichtigen Monatsabo. Wie das funktioniert, erläutert der Kasten „Eigene Musik gratis über die Cloud hören“.

Spotify und Co. über die Heimanlage abspielen - so geht's

Entscheidungshilfe: Inhalte, Hi-Fi-Option, Hörbücher & Audioqualität

Von eminenter Bedeutung ist natürlich, dass die gewünschte Musik verfügbar ist. Das aber ist abgesehen von Amazon Prime Music weitgehend bei sämtlichen Anbietern der Fall, immerhin haben alle mehr als 30 Millionen Titel im Repertoire. Einzelne Künstler lehnen das Musikstreaming vollends ab und sind deshalb auf keiner der Plattformen vertreten, andere wegen exklusiver Verträge nicht überall. Dabei aber handelt es sich eher um Ausnahmen, der Mainstream steht von Amazon abgesehen überall zur Verfügung. Prime Music ist deshalb eher als zusätzliches Give-away für ohnehin zahlende Prime-Kunden einzuordnen denn als vollwertiges Musikabo.

Kaufen als Alternative zum Streamen: MP3-Dateien und Audio-CDs gibt es von so gut wie allen Alben, im Kommen sind aber auch wieder Schallplatten aus Vinyl.
Vergrößern Kaufen als Alternative zum Streamen: MP3-Dateien und Audio-CDs gibt es von so gut wie allen Alben, im Kommen sind aber auch wieder Schallplatten aus Vinyl.

Einen weiteren Aspekt stellen Hörbücher dar, die bei Weitem nicht bei allen Diensten erhältlich sind. Deezer wirbt immerhin mit mehreren 1000, Napster und damit auch Aldi haben jedoch mit mehr als 10.000 Titeln die größte Auswahl. Videos gibt es bei drei Diensten, darunter seit Januar auch bei Spotify.

Überwiegend gering stellen sich die Qualitätsunterschiede dar. Standard beim stationären Betrieb über Desktops-Apps oder den Browser sind 320 kBit/s, Amazon und Apple liegen mit einer Bitrate von 256 kBit/s etwas darunter. Ob Sie den Unterschied wirklich hören, können Sie selbst ausprobieren, indem Sie eine Audio-CD mit der Software Fairstars CD Ripper ( in MP3-Dateien umwandeln, einmal mit 256 kBit/s und einmal mit 320 kBit/s. Beim Streamen auf Mobilgeräte lässt sich die Bitrate und damit zugleich die zu übertragende Datenmenge manuell reduzieren.

Neben dem Standardstreaming gibt es aber auch den Trend zu höherer Qualität, natürlich gegen Aufpreis. Qobuz und Tidal verlangen für ihre Hi-Fi-Option mit „CD-Qualität“ knapp 20 Euro pro Monat. Bei Deezer ist das entsprechende Elite-Abo derzeit nur für Musiksysteme von Sonos verfügbar.

Vier der zehn getesteten Streamingdienste bieten eine App für das Mobilbetriebssystem von Microsoft (im Bild: Spotify), die übrigen nur für Android und iOS.
Vergrößern Vier der zehn getesteten Streamingdienste bieten eine App für das Mobilbetriebssystem von Microsoft (im Bild: Spotify), die übrigen nur für Android und iOS.

In der Praxis steht und fällt alles mit den Abspielmöglichkeiten

Da sind wir gleich bei den Ausgabegeräten und damit bei den Abspielmöglichkeiten. Apps für Android-Geräte sowie das iPhone und das iPad sind Standard, Besitzer dieser Devices haben also die freie Auswahl. Das Gleiche gilt fürs Hören am PC oder Mac, denn Desktops-Apps oder die Möglichkeit, die Musik über den Browser zu streamen, bieten alle Dienste. Wer dagegen ein Smartphone mit Windows Phone 8.1 beziehungsweise Windows 10 Mobile hat, muss sich zwischen Aldi, Deezer, Napster und Spotify entscheiden. Noch stärker eingeschränkt sind Nutzer von Blackberrys, Amazon Fire-Tablets und dem Fire-TV.

Nun möchten die meisten Menschen Musik nicht nur am PC und Smartphone genießen – in der Regel steht im deutschen Wohnzimmer ja eine Hi-Fi-Anlage. Wie aber lassen sich die gestreamten Songs dort abspielen?

Nicht alle Streamingdienste übertragen die Musik mit der gleichen Qualität. Ob man den Unterschied tatsächlich hört, lässt sich mit Fairstars CD Ripper (auf Heft-DVD) einfach testen.
Vergrößern Nicht alle Streamingdienste übertragen die Musik mit der gleichen Qualität. Ob man den Unterschied tatsächlich hört, lässt sich mit Fairstars CD Ripper (auf Heft-DVD) einfach testen.

Hier ist zu unterscheiden zwischen „traditionellen“ Abspielgeräten und solchen, die für Musik aus der Cloud explizit vorgesehen sind. Traditionell meint in diesem Zusammenhang vor allem: ohne Netzwerkanschluss. Seit Google im Herbst mit seiner Hardware Chromecast Audio eine Lösung zur Musikübertragung über den verbreiteten 3,5-mm-Line-in-Stecker vorgestellt hat, ist das die einfachste und zudem mit knapp 40 Euro auch eine günstige Lösung für Audiosysteme und -anlagen aller Art. Einzige Voraussetzung ist eine 3,5-mm-Line-In-Buchse am Gerät sowie heimisches WLAN.

Eigene Musik gratis über die Cloud hören

„Warum soll man beim Musikstreaming für etwas zahlen, was man ohnehin schon besitzt?“, fragen sich die Besitzer großer Sammlungen von gekauften CDs oder MP3-Dateien. Apple, Amazon und Google haben darauf schon vor Jahren reagiert und bieten eine komfortable Möglichkeit, eigene Musik in die Cloud zu laden und diese online zu hören. Denn die Songs von der eigenen Festplatte müssen keinesfalls erst über die schmale Upload-Breite auf den Streamingserver geladen werden, sie werden vielmehr automatisch erkannt und lassen sich dann aus der ohnehin vorhandenen Anbieterbibliothek streamen. Amazon und Apple verlangen knapp 25 Euro pro Jahr für diesen Service, der alle gekauften Songs sowie 250 000 (bei Amazon) beziehungsweise 25 000 (bei Apple) beliebige eigene Lieder von der Festplatte umfasst.

Bei Google ist das „Zurückhören“ für bis zu 50 000 Songs der eigenen Musiksammlung vollkommen gratis. Für manchen Normalhörer dürfte das Kontingent ausreichen, nur neue Musik gibt es natürlich nicht.

So hören Sie die gestreamte Musik auch im Wohnzimmer

Sieben von zehn Musik-Apps unterstützen Chromecast Audio beziehungsweise den Chromecast-Stick für den Fernseher. Bedient und damit gesteuert werden die Musik-Apps wie sonst auch, nur die Audioausgabe erfolgt extern. Das Smartphone fungiert dabei als komfortable Fernbedienung. Statt mit dieser speziellen Hardware erzielen Sie das gleiche Resultat mit einem ausrangierten Android-Smartphone, wenn Sie es an Ihre Stereoanlage anschließen (siehe Kasten „Musik auf jedes TV-und Hi-Fi-Gerät streamen“). Die Übertragung via Airplay ist im Prinzip dem iPhone und iPad vorbehalten, mit der Android-App Allcast funktioniert es aber auch mit Google-Geräten. Für den PC erledigt dies die Software Airfoil für 29 US-Dollar. Bluetoothfähige Lautsprecher und Audioanlagen bilden weitere Abspieloptionen.

Im Gegensatz zu den traditionellen Abspielgeräten verfügen immer mehr moderne Audiogeräte über eine Netzwerkverbindung (LAN oder WLAN). Nutzen lässt sich darauf ein Streamingdienst aber nur, wenn der Anbieter mit dem Hardwarehersteller kooperiert und beide eine entsprechende App bereitstellen. Die breiteste Geräteunterstützung bietet Spotify, auch Deezer, Napster und Tidal lassen sich auf zahlreichen Musiksystemen abspielen. Unsere Tabelle nennt die wichtigste Hardware, die vollständige Unterstützung schauen Sie bitte im Internet bei den einzelnen Diensten und den Herstellern der Musiksysteme, Smart-TVs, netzwerkfähigen Soundbars, Webradios und der Audiosysteme im Auto nach.

Knapp 40 Euro kostet die Google-Hardware Chromecast Audio, die das Streamen über Musik-Apps auf die Stereoanlage und andere Audiogeräte ermöglicht.
Vergrößern Knapp 40 Euro kostet die Google-Hardware Chromecast Audio, die das Streamen über Musik-Apps auf die Stereoanlage und andere Audiogeräte ermöglicht.

Bedienung, Playlists, neue Musik, Songtexte und Social Media

Jede App hat ihre eigene Bedienung. Wer vom Musikdienst A auf den Musikdienst B umsteigt, tut sich meist zunächst etwas schwer, weil eine Funktion oder Einstellung nicht mehr an der gewohnten Stelle zu finden ist. Wirklich besser oder einfacher zu handhaben ist dieser oder jener Dienst deshalb nicht, wenngleich sich die Bedienung aufgrund der vielen Möglichkeiten nicht immer sofort erschließt.

Standard sind die Offline-Nutzung und die Synchronisation über die Cloud, so dass man beispielsweise im Wohnzimmer dort weiterhört, wo man unterwegs mit dem Smartphone aufgehört hat. Bei der Anzahl der gleichzeitig nutz- beziehungsweise registrierbaren Geräte unterscheiden sich die Anbieter, die Zahl reicht von drei Geräten bei Juke und Spotify bis zu beliebig vielen bei Qobuz. Deezer zeigt während des Abspielens als Info oder zum Mitsingen auf Wunsch die Songtexte, bei Spotify lassen sie sich immerhin über per Zusatz-App Musixmatch (Android, iOS und Windows 8/10 ) einblenden. Webradio mit verschiedenen Genres bieten bis auf Tidal und Qobuz alle in unserem Test, das Teilen von Playlists per Facebook und Co. ist überall möglich.

Fast alle Musik-Apps im Test sind in der Lage, auf den Chromecast-Stick und Chromecast Audio und damit auf herkömmliche Fernseh-und Hi-Fi-Geräte zu streamen.
Vergrößern Fast alle Musik-Apps im Test sind in der Lage, auf den Chromecast-Stick und Chromecast Audio und damit auf herkömmliche Fernseh-und Hi-Fi-Geräte zu streamen.

Alle Firmen versuchen zudem, ihren Hörern neue Musik schmackhaft zu machen. Dazu fragen sie anfänglich Lieblingsmusik und -interpreten des Nutzers ab. Meist sind dies zwei oder drei Schritte, bei Tidal sogar acht. Ob die über Algorithmen automatisch generierten oder die redaktionell von Experten zusammengestellten Vorschläge dann passen, ist natürlich subjektiv sehr unterschiedlich. Ein Redaktionskollege beispielweise war diesbezüglich von Apple Music enttäuscht, schwört aber auf den „Mix der Woche“ bei Spotify. Deezer versucht, den Musikgeschmack über tageszeitabhängige Vorschläge („Flow“) zu treffen.

Nicht geklärt werden konnte, warum sich die Napster-App partout nicht auf einem Motorola Moto X mit aktuellem Android 6.0 installieren lassen wollte – weder andere Telefonmodelle desselben Herstellers noch andere Android-6-Geräte machten hierbei Probleme.

Musik auf jedes TV-und Hi-Fi-Gerät streamen

Unterstützt das Ausgabegerät Bluetooth, ist die Sache einfach: Bluetooth am Smartphone einschalten und los geht’s. Ziemlich universell funktioniert das Streamen auf beliebige Audiogeräte mit Line-In-Eingang über Chromecast Audio von Google. Die kleine Zusatzhardware für knapp 40 Euro wird von sieben der zehn getesteten Musik-Apps unterstützt (siehe Tabelle).

Wer ein ausrangiertes Zweit-Smartphone herumliegen hat, kann statt des Chromecast Audio auch das alte Handy per Line-In anschließen. Das darauf installierte Google Music lässt sich mit der kostenlosen App Music Remote auf dem aktuellen Android-Mobilgerät im gleichen WLAN bequem bedienen. Das funktioniert ganz ähnlich, wie man es bei Spotify Connect mit zwei Mobilgeräten handhabt.

Auf nicht ganz smarte, aber immerhin DLNA-fähige Geräte im Heimnetz wie einige Jahre alte Fernseher oder Webradios lässt sich vom Handy auch mit Hilfs-Apps wie Bubble UPNP oder Plex streamen. Die Vollversionen dieser Apps kosten knapp beziehungsweise gut vier Euro. Ausprobieren lässt sich es sich mit den kostenlosen Trialversionen.

Deezer zeigt Liedtexte standardmäßig, Spotify nur auf dem Desktop. Auf Android-und iOS-Geräten hilft hier die Zusatz-App Musixmatch, um den Songinhalt einzublenden.
Vergrößern Deezer zeigt Liedtexte standardmäßig, Spotify nur auf dem Desktop. Auf Android-und iOS-Geräten hilft hier die Zusatz-App Musixmatch, um den Songinhalt einzublenden.

Fazit und Ausblick: Das ist der beste Streamingdienst für Sie

Zugegebenermaßen ist es etwas unfair, Amazon Prime Music mit den etablierten Streamingdiensten zu vergleichen. Das Angebot ist einfach zu klein, um ernsthaft konkurrieren zu können. Die Musikoption ist vielmehr ein kostenloses Extra für diejenigen, die ohnehin schon Prime-Kunden sind.

Wenn es am anderen Skalenende einen Sieger gibt, dann Spotify . Der schwedische Dienst ist nicht nur schon lange im Geschäft und hat weltweit (noch) die meisten Kunden, er bietet auch die breiteste Geräte-und Plattformunterstützung. Das gilt sowohl für Smartphones inklusive Windows Phone/Mobile als auch für sonstige Abspiel-Hardware mit der Fernbedienung per Handy. Spotify-hörende Telekom-Kunden profitieren zudem von der Option, dass die gestreamten Songs nicht auf das Datenvolumen angerechnet werden. „Spotify Connect“ ermöglicht es, die Musik-App als Fernbedienung zum Abspielen auf einem anderen Gerät im selben WLAN einzusetzen.

Dennoch gibt es auch gute Gründe für die übrigen Streamingdienste. Qobuz und Tidal bieten Audiophilen für monatlich rund 20 Euro einen besseren Klang, bei Deezer gilt das aktuell nur sehr eingeschränkt für Besitzer eines Sonos-Musiksystems. Napster und damit auch Aldi Life Musik haben die meisten Hörbücher im Portfolio. Der Lebensmittel-Discounter ist mit 7,99 Euro pro Monat zudem das günstigste Angebot von allen Musik-Flatrates und lässt sich zumindest teilweise auch auf Napster-kompatibler Hardware abspielen.

Kostenlos online Musik hören

Noch günstiger wird es mit den kombinierten Flatrates für Mobilfunkkunden von Alditalk. Google und Apple haben für monatlich knapp 15 Euro den mit Abstand günstigsten Familientarif – sechs Personen zahlen bei vielen Konkurrenten das Vierfache! Dafür sind beide Dienste schwach, was die Unterstützung von weiteren Audiogeräten angeht. Wer beispielsweise ein Lumia-Smartphone und einen LG-Fernseher besitzt, wird sich kaum für einen Musikdienst entscheiden, der beide Geräte nicht unterstützt.

Positiv ist, dass Sie alle Anbieter kostenlos zwischen 15 Tagen und drei Monaten testen können. Zwar muss man anschließend wieder kündigen, eine Mindestvertragslaufzeit gibt es aber nicht. Unverständlich bleibt, dass nur die Hälfte der getesteten Dienste die Möglichkeit zum Importieren eigener Musik bietet: Nutzer von Aldi Life Musik, Juke, Napster, Qobuz und Tidal haben hier das Nachsehen.

Das ist der status quo, doch das Streaminggeschäft wird sich weiter wandeln. Amazon wird es aller Voraussicht nach nicht bei dem jetzigen Miniangebot quasi zum Nulltarif belassen. Und in den USA kann man seit einem Jahr bereits die App Youtube Music nutzen, wahlweise kombinierbar mit dem Video-Bezahlabo Youtube Red. Der Start in anderen Ländern steht kurz bevor, man darf also auf die eine oder andere Überraschung gespannt sein.

Streaming-Dienst

Aldi Life Musik

Amazon Prime Music

Apple Music

Deezer

Anzahl Songs (ca.)

34 Mio.

über 1 Mio.

über 30 Mio.

40 Mio.

Anzahl Hörbücher (ca.)

10000

nicht verfügbar

verfügbar, k.A. zur Anzahl

mehrere Tausend

Kosten pro Monat: Single / Familien

7,99 Euro / nicht verfügbar

4,08 Euro / nicht verfügbar

9,99 / 14,99 Euro (max. 6 Personen)

9,99 Euro / nicht verfügbar

Testphase Dauer / Kündigung erforderlich

30 Tage / ja

30 Tage / ja

3 Monate / ja

30 Tage / ja

Codec / Bitrate (Mobil-App) / Bitrate (stationär)

AAC / 64 – 320 kBit/s / max. 320 kBit/s

k. A. / variabel (ca. 256 kBit/s) / variabel

AAC / 64 – 256 kBit/s / 256 kBit/s

AAC/MP3 / 64 – 320 kBit/s / 192 – 320 kBit/s

Verfügbare Apps (Plattformen)

Android, Chromecast, Chromecast Audio, iOS, Windows Phone/Mobile, Browser

Android, iOS, Fire-Tablets, Windows, Mac, Browser

Android, iOS, Apple Watch, Windows, Mac (Chromecast und Chromecast Audio nur unter iOS)

Android, Blackberry, Chromecast, Chromecast Audio, iOS, Windows Phone/Mobile, Windows, Mac, Browser

Unterstützte Hardware

keine Angabe, funktioniert zum Teil mit Napster-kompatibler Hardware

Sonos-Musikysteme, Fire TV und Fire TV Stick, BMW, Mini

Apple TV, Airplay-fähige Ausgabegeräte, Sonos-Musiksysteme

diverse Musiksysteme, und Hi-Fi-Geräte, LG-Fernseher, BMW, Mini, Fiat und einige Autoradios 

Offline-Nutzung / Import eigener Musik

ja / nein

ja / ja

ja / ja

ja / ja

Playlists teilen / Radiostationen

ja / ja

ja / ja

ja / ja

ja / ja

Max. gleichzeitig unterstützte Geräte

3 PCs, 3 Mobilgeräte

10 Geräte

10 Geräte

3 Geräte

Bemerkungen

Kombinationspakete mit Mobilfunkpaketen von Alditalk (verbrauchtes Datenvolumen aber nicht inklusive)

Amazon Prime Music ist Teil des Prime-Gesamtpakets, Match-Funktion für eigene Musik kostet 25 Euro pro Jahr (max. 250 000 Songs)

Match-Funktion für eigene Musik kostet 25 Euro pro Jahr (max. 25 000 eigene Songs)

Songtexte auf dem PC oder Smartphone, Elite-Abo ist nur für Sonos-Musiksysteme verfügbar (Preise differieren von Gerät zu Gerät), eingeschränkte Free-Version mit Werbung verfügbar

Streaming-Dienst

Google Play Music

Juke

Napster

Qobuz

Anzahl Songs (ca.)

35 Mio.

über 30 Mio.

40 Mio.

über 30 Mio.

Anzahl Hörbücher (ca.)

verfügbar, k.A. zur Anzahl

einzelne Hörbücher

10 000

verfügbar, k.A. zur Anzahl

Kosten pro Monat: Single / Familien

9,99 Euro / 14,99 Euro (max. 6 Personen)

9,99 Euro / nicht verfügbar

9,95 Euro / nicht verfügbar

9,99 Euro / nicht verfügbar

Testphase Dauer / Kündigung erforderlich

30 Tage / ja

3 Monate / ja

30 Tage / ja

15 Tage / ja

Codec / Bitrate (Mobil-App) / Bitrate (stationär)

MP3 / 64 – 320 kBit/s / 320 kBit/s

AAC / 48 – 192 kBit/s / 192 – 320 kBit/s

AAC / 64 – 320 kBit/s / 320 kBit/s

unterschiedlich / bis 320 kBit/s / 320 kBit/s

Verfügbare Apps (Plattformen)

Android, Chromecast, Chromecast Audio, iOS, Browser

Android, iOS, Windows 8/10, Browser

Android, Chromecast, Chromecast Audio, iOS, Windows Phone/Mobile, Windows, Mac, Browser

Android, Chromecast, Chromecast Audio, iOS, Fire-Tablets, Windows, Mac, Browser

Unterstützte Hardware

Sonos-Musiksysteme, Philips-Fernseher, Nexus Player

Musiksysteme von Philips, Bluesound, Peaq, Samsung-und LG-Fernseher

diverse Musiksysteme und Hi-Fi-Geräte, LG-Fernseher, BMW und Audi (Details unter )

Musiksysteme u.a. von Sonos, Bluesound, Simple Audio, Samsung, Harman Kardon

Offline-Nutzung / Import eigener Musik

ja / ja

ja / nein

ja / nein

ja / nein

Playlists teilen / Radiostationen

ja / ja

ja / ja

ja / ja

ja / nein

Max. gleichzeitig unterstützte Geräte

10 Geräte

3 Geräte

4 Geräte

beliebig viele Geräte

Bemerkungen

Matchfunktion für eigene Musik kostenlos (max. 50 000 Songs)

weitere digitale Inhalte wie Ebooks, Filme & Videos, Spiele, Software gegen Aufpreis

Musik-Flatrate ohne Mobilnutzung und ohne Offline-Modus kostet 7,95 Euro monatlich

Hi-Fi-Option in CD-Qualität für 19,99 Euro pro Monat, weitere Abomodelle verfügbar

Streaming-Dienst

Spotify

Tidal

Anzahl Songs (ca.)

über 30 Mio.

über 30 Mio.

Anzahl Hörbücher (ca.)

verfügbar, k.A. zur Anzahl

nicht verfügbar

Kosten pro Monat: Single / Familien

9,99 / 4,99 Euro je weiterer Person

9,99 / 4,99 Euro je weiterer Person

Testphase Dauer / Kündigung erforderlich

30 Tage / ja

30 Tage / ja

Codec / Bitrate (Mobil-App) / Bitrate (stationär)

Ogg Vorbis / 96 – 320 kBit/s / 160 – 320 kBit/s

AAC / 96 – 320 Kbit/s / 96 – 320 kbit/s (Hi-Fi-Variante bis 1411 kBit/s)

Verfügbare Apps (Plattformen)

Android, Android Wear, Blackberry, Chromecast, Chromecast Audio, Fire-Tablets, iOS, Symbian, Windows Phone/Mobile, Windows, Mac, Browser, Volvo-Autos

Anroid, iOS, Browser, Windows, Mac

Unterstützte Hardware

sehr viele Musik-und Hi-Fi-Systeme, TV-Geräte, Sony Playstation, Kooperation mit Runkeeper-App

viele Musiksysteme, Fire TV (Details unter //tidal.com/de /download)

Offline-Nutzung / Import eigener Musik

ja / ja

ja / nein

Playlists teilen / Radiostationen

ja / ja

ja / nein

Max. gleichzeitig unterstützte Geräte

3 Geräte

4 Geräte

Bemerkungen

50 Prozent Studentenrabatt, eingeschränkte Free-Version mit Werbung, Spotify Connect: Smartphone als Fernbedienung, Telekom-Mobiltarif „Special Complete Mobile Music“ ohne Anrechnung des Datenvolumens

Ca. 90 000 Videos verfügbar, Hi-Fi-Option in CD-Qualität für 19,99 Euro pro Monat

Video: Aldi Musik-Streaming | Verseuchte Apple-Apps
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