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Musik-Industrie will Zustimmung für P2P-Sabotage

30.09.2002 | 12:20 Uhr |

Die Musik-Industrie verstärkt den Druck auf den US-Kongress, um grünes Licht für Sabotage-Aktionen gegen Filesharing-Netzwerke zu bekommen. Der Austausch von Copyright-geschützten Liedern via Internet soll dadurch deutlich erschwert werden.

Die Musik-Industrie verstärkt den Druck auf den US-Kongress, um grünes Licht für Sabotage-Aktionen gegen Filesharing-Netzwerke zu bekommen. Der Austausch von Copyright-geschützten Liedern via Internet soll dadurch deutlich erschwert werden, wie CNN berichtet.

Der US-Kongress berät derzeit darüber, Musik-Unternehmen rechtlich abgesicherten Spielraum für Attacken gegen Peer-2-Peer-Netzwerke einzuräumen. Die Musik-Bosse denken unter anderem daran, File-Sharing-Freaks den Spaß zu verderben, indem sie gefakte Musik-Dateien in Umlauf bringen, die keinen Inhalt enthalten. Außerdem sollen Tauschaktion vollständig blockiert werden können.

Die Musik-Giganten versichern darüber hinaus, dass Sie die Funktionsfähigkeit des Internets durch solche Aktionen nicht beeinträchtigen und nicht auf die Rechner von Anwendern direkt zugreifen wollen. Und keinesfalls sollen Hacker im Auftrag der Musiklabels auf fremden Festplatten herumwühlen und dort Dateien löschen, versichert Hilary Rosen, Chairman der RIAA (Recording Industry Association of America).

Trotz dieser Beteuerungen gibt es bei einigen Kongress-Mitgliedern Bedenken, dass durch die geplanten Maßnahmen zum Schutz von Copyright-Rechten unschuldige PC-Benutzer in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn sich Copyright-Schützer und P2P-Freaks ein Wettrüsten liefern, könnte darunter sehr wohl das gesamte Internet leiden, befürchtet Rick Boucher, ein Abgeordneter der Demokratischen Partei.

Die Musik-Unternehmen wollen den P2P-Tauschern mit "Hacker"-Methoden das Leben schwer machen, weil es ihnen nicht gelingt, vor Gericht den Tausch-Netzwerken das Handwerk zu legen. Napster, der Urahn des Filesharings, wurde zwar per Gerichtsbeschluss aus dem Internet gefegt, doch die Nachfolger behaupten sich trotz zahlreicher juristischer Schritte seitens der Musik-Labels.

RIAA will Einzel-Nutzer verklagen (PC-WELT Online, 22.08.2002)

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