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Multimedia-Trends 2014: Ultra-HD und 3D-Druck

02.01.2014 | 10:04 Uhr |

Bei Multimedia-Produkten wachsen 2014 Funktionen, Geräte und Dienste zusammen: Sie kaufen einen UHD-Player und beziehen Inhalte über den angeschlossenen Streaming-Dienst. Oder scannen Sie ein Objekt und drucken Sie es am 3D-Drucker aus. Wir stellen die Top-Trends für das Jahr 2014 vor.

Fernseher, Monitore und Projektoren mit der Ultra-HD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln sind in den Läden angekommen – die Preise bewegen sich teilweise sogar schon in erschwinglichen Regionen. So ist das Ultra-HD-Modell mit 50 Zoll Bilddiagonale (127 Zentimeter) von Hisense bereits für rund 2000 Euro zu haben. Was noch fehlt, sind die Inhalte. Schließlich können die Pixelwunder ihre volle Qualität nur mit ebenso hoch aufgelösten Bildern perfekt entfalten. Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland winken ab: Von ARD und ZDF werden noch lange keine nativen UHD-Bilder auf die Schirme kommen. Anders sieht es bei den Bezahlsendern wie Sky aus. Sie planen ab 2015 Einzelangebote in UHD – etwa zu Sportgroßereignissen. Eine Auswahl an Videos finden Sie bereits jetzt schon auf Youtube und Vimeo, wenn Sie das Stichwort 4K oder UHD eingeben.

4K-Fernseher Sony 55X-9005A im Test

Zuspieler und Inhalte in UHD: Der Redray Player liefert Filme in nativer 4K-Auflösung an den angeschlossenen Fernseher, die zuvor per Streamingdienst Odemax geladen wurden.
Vergrößern Zuspieler und Inhalte in UHD: Der Redray Player liefert Filme in nativer 4K-Auflösung an den angeschlossenen Fernseher, die zuvor per Streamingdienst Odemax geladen wurden.
© Redray

Als einer der ersten 4K-Zuspieler ist der Redray Player des US-Herstellers Red Digital Cinema in Deutschland erhältlich. Kostenpunkt: 1630 Euro. Er spielt 4K-Inhalte von der integrierten 1-TB-Festplatte ab, belegt dafür jedoch mindestens zwei HDMI-1.4-Anschlüsse am Fernseher – einen für die Bilddaten, einen für den Ton. Parallel unterhält der Hersteller mit Odemax ( www.odemax.com ) einen Streaming-Dienst mit Filmen und Serien in UHD, der exklusiv mit dem Zuspieler verzahnt ist. Der gewünschte 4K-Inhalt wird verschlüsselt auf die Festplatte des Players geladen und erst nach Bezahlung freigeschaltet. So ist das DRM (Digital Rights Management) direkt an den jeweiligen Player gebunden.

Ähnlich agiert Sony im Falle des Zuspielers FMP-X1, der in den USA bereits für rund 700 Dollar zu haben ist. Auf dem Player sind zehn Filme in UHD-Auflösung aufgespielt. Weitere Inhalte lassen sich über die Online-Videothek „Video Unlimited“ leihen oder kaufen. Wann und ob Player inklusive Service in Deutschland starten, ist derzeit noch unbekannt. Allerdings werden sich ähnliche Konzepte über kurz oder lang durchsetzen, da Filme in UHD schlicht nicht auf eine Blu-ray zu packen sind. Den schon erhältlichen Blu-rays mit dem Zusatz „Mastered in 4K“ vertrauen Sie besser nicht. Denn hierauf finden Sie Filme, die zwar in UHD produziert, dann aber auf Full-HD herunter gerechnet wurden, damit sie auf die Scheibe passen.

3D-Druck-Kombigeräte wie der Zeus stehen für 2014 in den Startlöchern: Sie können nicht nur dreidimensional ausdrucken, sondern auch einscannen.
Vergrößern 3D-Druck-Kombigeräte wie der Zeus stehen für 2014 in den Startlöchern: Sie können nicht nur dreidimensional ausdrucken, sondern auch einscannen.
© Zeus

3D-Drucker und Scanner

Die Deutsche Telekom druckt Smartphone-Hüllen. McDonald’s erwägt, Spielfiguren direkt in den Filialen zu fertigen. Und HP kündigt den Wiedereinstieg in die 3D-Drucktechnik an – möglicherweise mit Glas als Druckmaterial. Schon diese Beispiele zeigen, welche Fahrt das Thema 3D-Druck aufgenommen hat. Dabei wird es immer wichtiger, bequem zu einer guten Vorlage zu kommen. Gefragt ist deshalb ein Komplettsystem, mit dem sich Gegenstände einscannen und danach am 3D-Drucker ausgeben lassen. Makerbot macht den Anfang mit dem Digitizer Desktop 3D Scanner. Das Gerät für rund 1670 Euro digitalisiert Objekte bis rund 20 Zentimeter Höhe, ist aber schon aufgrund des Preises nur etwas für Enthusiasten. Günstiger ist der Ansatz von Pearl. Das Unternehmen bietet den Einstiegs-3D-Drucker mit Kamera zum Abfotografieren von Objekten und Programmen zum Nachbearbeiten als Freesculpt EX1-ScanCopy für rund 1100 Euro an.

Video: Freesculpt EX1 - günstiger 3D-Drucker

Diverse Croudfunding-Projekte untermauern den Trend – beispielsweise der Zeus von AIO Robotics , der dreidimensionales Drucken, Scannen und Faxen vereint. Oder Fabtotum , ein 3D-Drucker, der neben dem Drucken und Scannen auch noch das Fräsen aus Holz, Kunststoff und Aluminium beherrschen soll. Die Geräte sollen im Laufe des Jahres in Produktion gehen. Der Zeus wird für ungefähr 2500 Dollar zu haben sein, beim Fabtotum liegt der Preis mit 750 Euro weit darunter.

Fast alle aktuellen Systemkameras besitzen einen WLAN-Adapter. Über eine App können Sie je nach Modell Daten aufs Smartphone übertragen und die Kamera fernsteuern.
Vergrößern Fast alle aktuellen Systemkameras besitzen einen WLAN-Adapter. Über eine App können Sie je nach Modell Daten aufs Smartphone übertragen und die Kamera fernsteuern.

Digitalkameras: WLAN, 4K und Exoten

Die aktuelle Generation der spiegellosen Systemkameras kommt nahezu vollständig mit WLAN-Adapter. Damit können Sie die Geräte mit dem Smartphone und Tablet verbinden – vorausgesetzt, Sie haben die dazugehörige App installiert. Der Funktionsumfang, der Ihnen dann zur Verfügung steht, unterscheidet sich allerdings von Hersteller zu Hersteller. So können Sie beispielsweise bei Panasonic die Kamera fernsteuern, während Sie bei Fujifilm bisher nur Bilder zwischen den Geräten übertragen können. 2014 soll sich dies ändern: Die Funktionen, die über die kabellose Verbindung möglich sind, werden mit jedem Update der App erweitert und optimiert. Dadurch entwickeln sich die Mobilgeräte immer mehr zum Kamerazubehör.

Zudem geht das Rennen um die höchste Auflösung in die nächste Runde. Zumindest in Sachen Video: Ein PDF-Dokument, das angeblich von Panasonic Japan stammt, soll den Sensor einer noch nicht angekündigten Systemkamera näher beschreiben. Darin ist von 4K-Video bei 30 Bildern pro Sekunde die Rede. Ob die Kamera allerdings wirklich GH4 heißen wird, wie man im Internet munkelt, wagen wir zu bezweifeln: Die Ziffer 4 gilt in Japan als Unglückszahl, und Panasonic hat sie auch bei den GF- und G-Modellen übersprungen.

Die Ricoh Theta war auf der IFA 2013 eines der Produkt-Highlights. Das kleine Gerät fertigt mit seinen beiden Fisheye-Objektiven auf Knopfdruck Panoramabilder. Sie ist ein Beispiel für die spannende Zukunft der Fotografie.
Vergrößern Die Ricoh Theta war auf der IFA 2013 eines der Produkt-Highlights. Das kleine Gerät fertigt mit seinen beiden Fisheye-Objektiven auf Knopfdruck Panoramabilder. Sie ist ein Beispiel für die spannende Zukunft der Fotografie.
© Ricoh

Doch nicht nur die alteingesessene Fotografie wird 2014 zum Zug kommen. Exoten wie die Lytro-Lichtfeldkamera, die neuerdings per Software auch 3D-fähig ist (anaglyph und side-by-side), und die Ricoh Theta mit ihren 360-Grad-Panoramas auf Knopfdruck bringen frischen Wind in den Kameramarkt.

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