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Doppelt hält besser

Multiboot auf Ihrem PC einrichten - so geht's

05.08.2014 | 13:09 Uhr |

Zwei Windows oder sogar drei und vielleicht ein Linux dazu. Auf dem PC ist Platz für mehr als ein Betriebssystem. Lesen Sie, was Sie davon haben und wie das alles am besten geht.

Ein zweites Betriebssystem auf dem PC kann in vielen Fällen nützlich sein, etwa als Notfallsystem oder für Experimente mit neuer Software, die das Hauptsystem nicht beeinträchtigen sollen. Oder Sie können Ihr bisheriges Windows XP oder 7 weiterverwenden, auch wenn Sie den Umstieg auf Windows 8 planen. Sollten Sie Windows XP nutzen, steht demnächst ohnehin ein Wechsel des Betriebssystems an, jedenfalls wenn Sie das System weiterhin sicher verwenden wollen. Denn ab April 2014 gibt es für XP keine Sicherheits-Updates mehr von Microsoft. Vielleicht kommt für Sie eher Linux als Windows 8 infrage. Das lässt sich neben Windows XP, Vista, 7 oder 8 auf dem gleichen PC einrichten, und über einen Bootmanager entscheiden Sie, welches System Sie starten möchten.

Hinweis: Multiboot - Das sind die Risiken

Auf PCs mit einer Standardkonfiguration lassen sich mehrere Betriebssysteme problemlos nebeneinander installieren und nutzen. Bei bestimmten Konfigurationen ist jedoch Vorsicht geboten. Damit Windows 8 schneller startet und herunterfährt, verwendet das System einen Mix aus Kaltstart und Auslesen des Ruhezustands mit der Bezeichnung „Schnellstart“ oder „Hybrid Boot“. Beim Herunterfahren werden unter Umständen nicht alle Änderungen in das Dateisystem übernommen, sondern erst beim nächsten Start. Wenn Sie jetzt von einem anderen Betriebssystem aus schreibend auf die Windows-8-Partition zugreifen, können Daten verloren gehen oder das Dateisystem ist danach defekt. Beim Lesen von Dateien besteht dagegen keine Gefahr. Auf einem Multiboot-PC sollten Sie daher den Schnellstart deaktivieren. Dazu suchen Sie in der Systemsteuerung nach „Energieoptionen“ und klicken auf „Auswählen, was beim Drücken des Netzschalters geschieht“. Entfernen Sie das Häkchen vor „Schnellstart aktivieren (empfohlen)“, und klicken Sie auf „Änderungen speichern“.

Ein ähnliches Problem gibt es bei PCs, die einen SSD-Cache für die Festplatte entweder über eine eigene Software oder den Intel-Festplattentreiber nutzen. Andere Systeme erkennen den Verbund nicht und können das Dateisystem beschädigen. Sie müssen daher den SSD-Cache bei einem Multiboot- System deaktivieren. Beim Intel-Treiber geht das über ein Verwaltungs-Tool, das Sie als „Intel Rapid Storage-Technologie“ im Startmenü finden. Software-Cache-Lösungen müssen Sie deinstallieren.

Windows 7 neben 8 auf einem Uefi-PC nutzen

1. Voraussetzungen und Vorbereitungen

Jedes Betriebssystem benötigt standardmäßig eine eigene Partition für sich alleine. Sie können entweder mehrere Partitionen auf einer Festplatte anlegen oder eine zweite Festplatte verwenden. Sollte sich nur eine Partition auf Ihrer Festplatte befinden, aber noch genügend Platz frei sein, können Sie die Partition verkleinern und dann weitere Partitionen erstellen. Linux bietet das bei der Installation im Setup-Programm an, Windows jedoch nicht. Im laufenden Windows 7 oder 8 lassen sich Partitionen über die „Datenträgerverwaltung“ verkleinern. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Partition und wählen Sie im Menü „Volume verkleinern“. Oder Sie verwenden ein Tool wie Parted Magic . Eine ausführliche Anleitung zu Parted Magic finden Sie in unserem Ratgeber .

Wenn Sie die bisherigen Partitionen nicht verändern wollen und eine zweite Festplatte im Gerät nicht möglich ist, beispielsweise bei einem Notebook, gibt es zwei andere Möglichkeiten. Entweder verwenden Sie eine externe USB-Festplatte oder einen USB-Stick oder Sie bringen Windows in einer VHD-Datei unter (Punkt 4). VHD-Dateien sind Container für virtuelle Festplatten-Abbilder, die das komplette Betriebssystem aufnehmen. Sie können auf der internen Festplatte oder einem USB-Gerät liegen. Der Nachteil: Nur Windows 7 Ultimate und Enterprise sowie Windows 8 Pro lassen sich daraus booten.

Es sollten mindestens USB-2.0-Geräte sein, auf denen Sie ein Betriebssystem installieren. Besser, weil schneller ist USB 3.0. Aber nicht jede Hauptplatine unterstützt auch das Booten über USB 3.0. Es gibt keine allgemeingültige Regel dafür, wo es funktioniert und wo nicht. Da hilft nur ausprobieren. Für Windows 8 eignen sich nur USB-Sticks, die sich als Festplatte beim System melden, oder USB-Festplatten. Sonst funktioniert das Windows-Update später nicht. Für die Windows-Installation benötigen Sie einen vollständigen Installationsdatenträger. Eine Recovery-DVD genügt nicht. Wenn Sie keine Windows-7-DVD besitzen, laden Sie diese die 64-Bit Version oder die 32-Bit-Version bei Microsoft kostenlos herunter. Für Windows 8 gibt es bisher noch keine Download-Adressen.

Bei Linux können Sie zu jeder beliebigen Distribution greifen. Wir empfehlen Linux Mint , weil es sich ähnlich wie Windows bedienen lässt und die Umstiegshürde dadurch geringer ist.

Jedes Windows benötigt eine eigene Partition für sich alleine. Bei der Windows-Installation wählen Sie eine leere Partition auf Ihrer Systemfestplatte oder auf einer zweiten Festplatte aus.
Vergrößern Jedes Windows benötigt eine eigene Partition für sich alleine. Bei der Windows-Installation wählen Sie eine leere Partition auf Ihrer Systemfestplatte oder auf einer zweiten Festplatte aus.

2. Windows neben Windows installieren

Mehrere Windows-Versionen lassen sich auf dem gleichen PC problemlos installieren, solange Sie die Reihenfolge von alt nach neu einhalten. Sie installieren also beispielsweise Windows 7 nach XP und Windows 8 nach Windows 7. Jedes System benötigt seine eigene Bootumgebung, die aber immer nur die Vorgängerversionen berücksichtigt. Wenn Sie die Reihenfolge nicht einhalten, können Sie das jeweils neuere System unter Umständen nicht mehr starten und müssen erst umständlich die Bootumgebung reparieren ( Punkt 3). Sie können natürlich auch Windows 7 oder 8 mehrmals auf unterschiedlichen Partitionen installieren.

Installationsmedium: Der Ablauf ist bei allen Windows-Versionen ähnlich. Sie booten den PC von Ihrer Original-Windows-Installations- DVD und folgen den Anweisungen des Setup- Programms. Eventuell müssen Sie im Bios die Bootreihenfolge ändern oder das Bootmenü aufrufen. Wählen Sie bei der „Installationsart“ den Eintrag „Benutzerdefiniert (erweitert)“ aus. Bei der Frage „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geben Sie eine freie Partition auf der ersten oder zweiten Festplatte an.

Wenn Sie keine DVD besitzen und die ISO-Datei wie in Punkt 1 beschrieben heruntergeladen haben, können Sie auch einen USB-Stick für die Installation erstellen. Das geht am einfachsten mit dem kostenlosen Tool Rufus . Nach dem Start wählen Sie unter „Device“ Ihren USB-Stick aus. Setzen Sie ein Häkchen vor „Create bootable disk using: ISO-Image“, wählen Sie über die Schaltfläche dahinter die heruntergeladen ISO-Datei, und klicken Sie auf „Start“.

Die heruntergeladenen Windows-Installations-ISOs sind eigentlich für Windows 7 Professional gedacht. Wenn Sie die Datei Ei.cfg entfernen, haben Sie die freie Wahl zwischen den Systemen.
Vergrößern Die heruntergeladenen Windows-Installations-ISOs sind eigentlich für Windows 7 Professional gedacht. Wenn Sie die Datei Ei.cfg entfernen, haben Sie die freie Wahl zwischen den Systemen.

Nachdem Rufus den Stick fertiggestellt hat, gehen Sie in das Verzeichnis „sources“ auf dem USB-Stick und löschen die Datei Ei.cfg. Wenn Sie lieber von einer DVD installieren möchten, löschen Sie mit dem Eicfg_removal_utility die Ei.cfg aus der ISO-Datei. Nach dem Start des Tools müssen Sie nur die heruntergeladenen ISO-Datei wählen und auf „Öffnen“ klicken. Brennen Sie dann eine bootfähige DVD aus der ISO-Datei. Ohne die Ei.cfg bietet Ihnen das SetupProgramm alle Windows-Editionen von Starter bis Ultimate zur Installation an. Wählen Sie die Variante, für die Sie einen Lizenzschlüssel besitzen.

Tipp: Fehler beim Windows-Start beseitigen

Besonderheiten bei Uefi: Aktuelle PCs sind mit dem Bios-Nachfolger Uefi ausgestattet. Nur 64-Bit Windows-Systeme lassen sich auch im Uefi-Modus installieren. Ob das System auf Ihrem PC über Uefi bootet, ermitteln Sie, indem Sie die Tastenkombination Win-R drücken, hinter „Öffnen“ diskmgmt.msc eintippen und auf „OK“ klicken. Sehen Sie sich die Partitionierung der Systemfestplatte an. Bei einem Uefi-System gibt es eine Partition mit 100 MB, die mit „EFI System Partition“ gekennzeichnet ist. In diesem Fall installieren Sie auch alle anderen Systeme im Uefi-Modus. Dazu starten Sie den PC bei eingelegter WindowsInstallations-DVD und rufen das Bootmenü auf. Das geht meist über die Taste Esc, F8 oder F12. Das DVD-Laufwerk taucht im Menü zweimal auf. Wählen Sie den Eintrag mit einem vorangestellten „UEFI“ aus. Der Ablauf der weiteren Installation ist dann der Gleiche wie im Bios-Modus. Beachten Sie außerdem: Bei neuen PCs, die mit Windows 8 ausgeliefert werden, ist in der Regel Secure Boot aktiviert. Das soll verhindern, das sich Schad-Software vor dem Start des Betriebssystems einnistet. Es lassen sich dann aber nur Betriebssysteme installieren oder booten, die Secure Boot unterstützen. Wenn Sie etwa Windows 7 parallel installieren oder ein Notfallsystem booten möchten, müssen Sie vorher Secure Boot im Setup der Uefi-Firmware deaktivieren. Wie das geht, steht im Handbuch zur Hauptplatine.

Wenn Sie Ihren PC nach erfolgreicher WindowsInstallation einschalten, erscheint ein Auswahl mit den unterschiedlichen Systemen. Diese sieht je nach installierten Windows-Versionen anders aus. Bei Windows 7 neben XP sehen Sie ein Bootmenü, in dem Sie mit den Cursortasten zwischen „Windows 7“ und „Vorheriger Version“ wählen können. Windows 8 zeigt den Bildschirm „Betriebssystem wählen“ mit blauem Hintergrund, der Sie per Mausklick zu Windows 7 oder 8 führt.

Die Wahl zwischen den installierten Betriebssystemen und die Auswahl eines Uefi-Installationsmediums kann bei einem Uefi-System über den Bootmanager der Firmware erfolgen.
Vergrößern Die Wahl zwischen den installierten Betriebssystemen und die Auswahl eines Uefi-Installationsmediums kann bei einem Uefi-System über den Bootmanager der Firmware erfolgen.

3. Windows-Bootumgebung reparieren

Wenn Sie ein älteres Windows neben einem neuen installieren, ersetzt das Installationsprogramm neuere Dateiversionen durch ältere. Bei der Installation von Windows 7 nach der von Windows 8 erscheint das auf den ersten Blick als nicht weiter problematisch, weil die beiden Bootmanager sich technisch ähnlich sind. Sie können also zwischen beiden Systemen wählen, wenn auch über den Windows-7-Bootmanager, den Sie am schwarzen Hintergrund erkennen. Der veraltete Bootmanager berücksichtigt jedoch nicht das spezielle Startverhalten von Windows 8 im Zusammenhang mit der Schnellstartfunktion.

Bootmanager reparieren: Im beschriebenen Fall müssen Sie den Bootmanager von Windows 8 wiederherstellen. Da das System noch startet, können Sie diese Reparatur unter Windows 8 durchführen. Wenn nicht, booten Sie den PC vom Windows-8-Installationsmedium. Sollte Windows im Uefi-Modus eingerichtet sein (Punkt 2), booten Sie von diesem im Uefi-Modus. Die nachfolgenden Schritte führen Sie auch bei Bootproblemen mit eine Dual-Boot-Konfiguration etwa von Windows 7/XP, Windows 7/Vista durch.

Um den Windows-7-Bootmanager durch den von Windows 8 zu ersetzen, starten Sie Windows 8, drücken Win-X und klicken auf „Eingabeaufforderung (Administrator)“. Geben Sie die Zeile bcdboot C:\Windows /l de-de ein, und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Sollte Windows 8 nicht auf C: liegen, passen Sie den Laufwerksbuchstaben entsprechend an. Bei Windows 7 gehen Sie entsprechend vor. Wenn Sie den PC von der Windows-Installations-DVD oder einem Installations-Stick gestartet haben, drücken Sie Shift-F10. Sie sehen dann einen Eingabeaufforderung. Mit C: oder D: beispielsweise wechseln Sie das Laufwerk und mit dir lassen Sie sich den Inhalt anzeigen. Ermitteln Sie, über welchen Laufwerksbuchstaben die Windows-Installation erreichbar ist, die Sie reparieren wollen, und verwenden Sie dann Bcdboot wie oben beschrieben.

Mit Bootice bearbeiten Sie das Windows-Bootmenü. Sie können beispielsweise die Reihenfolge der Einträge im Menü ändern oder festlegen, welches System standardmäßig gestartet wird.
Vergrößern Mit Bootice bearbeiten Sie das Windows-Bootmenü. Sie können beispielsweise die Reihenfolge der Einträge im Menü ändern oder festlegen, welches System standardmäßig gestartet wird.

Bootmenü-Einträge bearbeiten: Bei Bedarf können Sie auch festlegen, ob Windows 7 oder 8 standardmäßig startet. Dazu entpacken Sie das Tool Bootice in einen beliebigen Ordner und starten das Programm. Gehen Sie auf die Registerkarte „BCD Edit“ und klicken Sie auf „Easy Mode“. Über die Schaltflächen „Up“ und „Down“ ändern Sie die Reihenfolge der Einträge im Menü, und per Klick auf „Set as default“ bestimmen Sie den Standardeintrag.

MBR und PBR sichern und reparieren: Im MBR (Master Boot Record) und PBR (Partition Boot Record) liegt bei PCs mit herkömmlichem Bios Programmcode, der für den Start des Bootmanagers beziehungsweise Betriebssystems zuständig ist. Fehlt dieser, etwa nach einer missglückten Systeminstallation, äußert sich das in Meldungen wie „NTLDR fehlt“ oder „Bootmgr is missing“. Um dem vorzubeugen, können Sie mit Bootice auf der Registerkarte „Physical Disk“ den MBR und den PBR sichern – am besten auf ein externes Speichermedium. Wenn das System nicht mehr startet, verwenden Sie in ein Notfallsystem für die Wiederherstellung (Punkt 5).

Wenn kein Backup vorliegt, booten Sie den PC vom Installationsmedium für Windows 7 oder 8 und drücken Shift-F10. In der Eingabeaufforderung geben Sie die folgenden vier Befehle ein, jeweils gefolgt von Enter:

bootrec /fixmbr  bootrec /fixboot  bootrec /rebuildbcd  bootsect /nt60 X: /mbr  

Beim letzten Befehl ersetzen Sie „X:“ durch den Laufwerksbuchstaben der Windows-Installation auf der Festplatte.

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4 Alternative Installationsmethoden für Windows

Das Windows-Setup-Programm erfüllt eine recht einfache Funktion. Es extrahiert den Inhalt der Datei Install.wim (Windows Imaging Format) aus dem Verzeichnis „Sources“ des Installationsmediums auf die Festplatte und richtet die Bootumgebung ein. Beim ersten Start erkennt Windows die Hardware des PCs, richtet Treiber ein und konfiguriert das System für den Benutzer.

Über PC-WELT Multiboot starten Sie Tools, über die sich Windows 7 oder 8 auf der Festplatte oder einem USB-Gerät sowie in einer VHD-Datei einrichten lassen.
Vergrößern Über PC-WELT Multiboot starten Sie Tools, über die sich Windows 7 oder 8 auf der Festplatte oder einem USB-Gerät sowie in einer VHD-Datei einrichten lassen.

Wer selber genauer bestimmen möchte, wie und wohin sich Windows installiert, kann die erforderlichen Schritte auch mit Hilfe einiger Tools durchführen. Wir haben alles Erforderliche in unserem Tool PC-WELT-Multiboot zusammengefasst. Damit ist die Installation von Windows 7 und 8 auf einem USB-Gerät, auf der Festplatte oder in einer VHD-Datei möglich. Entpacken beziehungsweise kopieren Sie das Tool beispielsweise in das Verzeichnis „C:\Multiboot“. Der Pfad zum Vrezeichnis sollte nicht zu lang ein und keine Leerzeichen enthalten, sonst kann es zu Fehlfunktionen kommen.

Schritt 1: Wenn Sie Windows 7 installieren möchten, klicken Sie auf „Windows 7 PE“. Legen Sie Ihre Windows-7-Installations-DVD ins Laufwerk und klicken Sie auf „DVD kopieren“. Oder Sie wählen die Option „32-Bit“ oder „64- Bit“ und klicken auf „Download“. Sie können auch selbst die Dateien in das Unterverzeichnis „Tools\Windows-7-Install-Source“ kopieren. Bei Windows 8 verfahren Sie entsprechend, nachdem Sie auf „Windows 8 PE“ geklickt haben. Die Installationsdateien gehören hier in den Ordner „Tools\Windows-8-Install-Source“. Bei der Download-Version von Windows 8 gibt es eine Besonderheit. Diese enthält eine Install. esd, die sich nicht für die nächsten Schritte verwenden lässt. Sie muss erst in eine WIM-Datei konvertiert werden. Dazu gehen Sie in PC-WELT-Multiboot auf „Einstellungen/Tools“ und die Registerkarte „ESD-Konverter“. Wählen Sie die ESD-Datei aus, und klicken Sie auf „Konvertieren“. Die Wim-Datei liegt danach unter „Tools\Windows-8-Install-Source“.

Schritt 2: Klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Haus-Symbol und dann auf „Multiboot mit Windows & Co. (USB, VHD...)“. Wenn Sie einen USB-Stick für das System verwenden wollen, sichern Sie alle darauf befindlichen Daten und klicken auf „1. USB-Stick vorbereiten“. Andernfalls fahren Sie mit Schritt 3 fort. Wählen Sie Ihren USB-Stick aus. Die anderen Optionen belassen Sie auf den Voreinstellungen. Klicken Sie auf „6. Stick bereitstellen“ und nach Abschluss der Aktion auf „Beenden“.

Schritt 3: Klicken Sie auf „2. Windows installieren“. Wählen Sie über die erste „Search“- Schaltfläche die Datei „Install.wim“ aus dem Verzeichnis mit den Windows-Installationsdateien aus Schritt 1. Darunter geben Sie das Laufwerk an, auf dem der Bootmanager eingerichtet werden soll. Das kann die Bootpartition des Systems, ein USB-Gerät oder eine zweite Festplatte im PC sein.

Schritt 4: In das dritte Eingabefeld gehört der Buchstabe des Ziel-Laufwerks für die Installation, also der des USB-Gerätes, der zweiten Festplatte oder einer leeren Partition. Über „VHD >>>“ und „Create“ können Sie auch eine VHD-Datei erstellen. Die Datei kann auf der Systemfestplatte oder einem USB-Gerät liegen und wird automatisch bei Laufwerksbuchstaben Z: eingehängt.

Schritt 5: Klicken Sie auf „Tweaks >>>“. Bei einem USB-Stick setzen Sie ein Häkchen vor „Disable Page file“. Hier können Sie auch Voreinstellungen für den Explorer festlegen, beispielsweise „Show all File extensions“. Setzen Sie ein Häkchen vor „Add Drivers“, wenn Sie zusätzliche Treiber einbinden möchten. Wählen Sie den Ordner aus, in dem die Inf- und Sys-Dateien der Treiber liegen. Wichtig ist das nur für SATA- und USB-Controller, wenn Windows diese von Haus aus nicht unterstützt. Alle anderen Treiber installieren Sie später wie gewohnt.

Schritt 6: Klicken Sie auf „Setup“. Es erscheint ein Fenster, in dem Sie ein Häkchen vor „Enable native USB Boot of Windows 7“ setzen, wenn Sie Windows 7 auf einem USB-Laufwerk installieren möchten. Setzen Sie bei Bedarf ein Häkchen hinter „Boot Menu“, damit alle auf dem PC installierten Windows-Systeme in das Bootmenü aufgenommen werden. Prüfen Sie die Einstellungen noch einmal, damit Sie die Installation nicht versehentlich auf das falsche Laufwerk schreiben. Dann klicken Sie auf „OK“. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, starten Sie den PC neu. Liegt der Bootmanager für das neue System auf einem USB-Gerät oder eine zweiten Festplatte, verwenden Sie das Bootmenü der Bios/Uefi-Firmware, um diesen zu starten. Der weitere Ablauf entspricht dem einer normalen Windows-Installation.

Optionale Schritte: Wenn Sie sich für eine VHD-Datei entschieden haben, lässt sich diese über die Schaltfläche „3. VHD minimieren“ auf Größe und Geschwindigkeit hin optimieren. Über „4. Bootmanager anpassen“ ändern Sie die Einträge des Bootmanagers, wenn Sie diesen an einem anderen Ort unterbringen möchten, als Sie in Schritt 3 gewählt haben.

Ein Notfallsystem auf der Basis von Windows 7 oder 8 bietet zahlreiche Tools für die Systemreparatur. Sie können es auch über einen Multiboot-USB-Stick starten.
Vergrößern Ein Notfallsystem auf der Basis von Windows 7 oder 8 bietet zahlreiche Tools für die Systemreparatur. Sie können es auch über einen Multiboot-USB-Stick starten.

5. Notfallsystem für Windows erstellen

Aus einem Windows 7 oder 8 Installationsmedium lässt sich auch ein Minisystem mit vielen nützlichen Tools für die Systemreparatur erzeugen. Bereiten Sie in PC-WELT-Multiboot über die Schaltflächen „Windows 7 PE“ oder „Windows 8 PE“ die Installationsdateien vor, wie in Punkt 4, Schritt 1 beschrieben.

Für Windows 8 PE können Sie nur Windows 8.0, nicht aber Windows 8.1 verwenden. Klicken Sie dann auf „Winbuilder starten“. In der Baumansicht auf der linken Seite können Sie unter „Apps“ Programme für das Notfallsystem aus- oder abwählen. Klicken Sie danach rechts oben auf „Ausführen“. Die ISO-Datei mit dem System liegt danach im Ordner „Tools\Win-7PE_SE\ISO“ beziehungsweise „Tools\Win8PE_ SE\ISO“. Unter „Write Media à Copy to USBDevice“ erstellen Sie einen bootfähigen USB-Stick mit dem System. Geben Sie den Laufwerksbuchstaben des USB-Sticks ein und klicken Sie auf „Copy to USB“.

Mit diesem Gratis-Tool startet Windows schneller

Linux Mint richten Sie entweder neben Windows auf einer eigenen Partition ein oder Sie starten das System von einem USB-Stick. Den Bootloader müssen Sie dann auch auf dem USB-Stick installieren.
Vergrößern Linux Mint richten Sie entweder neben Windows auf einer eigenen Partition ein oder Sie starten das System von einem USB-Stick. Den Bootloader müssen Sie dann auch auf dem USB-Stick installieren.

6. Linux neben Windows installieren

Da Linux-Setup-Programme vorhandene Windows- Installationen berücksichtigen – umgekehrt ist das nicht der Fall –, ist die Installation in der Regel unproblematisch. Wenn Sie beispielsweise Linux Mint installieren, erkennt das Setup-Programm die Windows-Installation und bietet unter „Installationsart“ die Option „Linux Mint daneben installieren“ an. Sollte keine freie Partition vorhanden sein, erhalten Sie den Vorschlag, die Windows-Partition zu verkleinern. Für die Installation auf einem USB-Gerät wählen Sie die Option „Etwas Anderes“. Per Klick auf „Change“ verkleinern Sie Partitionen. Erstellen Sie jeweils über die „+“-Schaltfläche eine kleine Partition mit etwa 8 GB für die Auslagerungsdatei („Swap“) und eine große für das Linux-System. Hier wählen Sie hinter „Einbindungspunkt“ den Eintrag „/“ aus der Liste. Unter „Gerät für die Bootloader-Installation“ wählen Sie das USBGerät aus, meist ist das „/dev/sdb“. Klicken Sie dann auf „Jetzt installieren“ und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Setup-Programms. Nach Abschluss der Installation und Neustart des PCs sehen Sie ein Bootmenü, über das Sie zwischen Windows und Linux wählen können.

7. Parallel-Installationen wieder loswerden

Bevor Sie ein System von Ihrem PC entfernen, richten Sie die Bootumgebung so ein, dass sie zum verbleibenden System passt. Dazu reparieren Sie die Bootumgebung, wie in Punkt 3 beschrieben. Verwenden Sie Bootice, um die überflüssigen Einträge aus dem Bootmenü zu entfernen.

Anschließend rufen Sie über Win-R und diskmgmt.msc die Windows-Datenträgerverwaltung auf und formatieren die Partitionen der nicht mehr benötigten Systeme. Sie können diese dann für andere Zwecke nutzen. Soll nur Linux übrig bleiben, geht es einfacher. Formatieren Sie einfach unter Linux die Windows- Partitionen mit einem Dateisystem wie Linux Mint richten Sie entweder neben Windows auf einer eigenen Partition ein oder Sie starten das System von einem USB-Stick. Den Bootloader müssen Sie dann auch auf dem USB-Stick installieren. ext3 oder ext4. Dazu verwenden Sie ein Tool wie Gparted , das meist standardmäßig installiert ist. Eingehängte Windows-Partitonen entfernen Sie in Gparted mit einem rechten Mausklick und dem Menüeintrag „Aushängen“ oder „Unmount“, sonst lassen sie sich nicht formatieren. Öffnen Sie ein Terminalfenster, und geben Sie auf der Kommandozeile

sudo update grub

ein. Damit verschwinden die Windows- Einträge aus dem Bootmenü.

8. Multiboot-Stick für Installation und Notfallsysteme

Wer häufig Windows oder Linux installieren muss oder Notfallsysteme benötigt, kann sich einen Multiboot-USB-Stick erstellen.

Schritt 1: Gehen Sie in PC-WELT-Multiboot auf „Multiboot mit Windows & Co (USB, VHD...)“, und klicken Sie auf „1. USB-Stick vorbereiten“. Wählen Sie Ihren USB-Stick aus, und aktivieren Sie die Option „FAT 32“ für maximale Kompatibilität. Setzen Sie ein Häkchen vor „5. Kopiere OS Dateien von hier nach der Formatierung, wenn Kasten angehakt“. Klicken Sie auf „zu Kopierender Ordner“, dann auf „Nein“, und wählen Sie die Datei „Easy2Boot_v1.18.zip“ aus dem Verzeichnis „Tools\Easy2Boot“ der PCWELT- Multiboot-Installation aus. Klicken Sie links unten im Fenster auf die Schaltfläche „6. Stick bereitstellen“.

Schritt 2: Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, klicken Sie auf „Installiere grub4dos“. Klicken Sie auf „Ja“ und dann auf „OK“. Bestätigen Sie die nachfolgenden Meldungen. Nur bei der letzten Frage „Copy grldr to Drive X?“ klicken Sie auf „Abbrechen“. Klicken Sie noch einmal auf „Installiere grub4dos“, wählen Sie diesmal „Nein“, und bestätigen Sie die weiteren Meldungen. Bei der Frage nach „grldr“ wählen Sie auch hier „Abbrechen“.

Schritt 3: Auf dem USB-Stick finden Sie jetzt ein Verzeichnis „_ISO“ mit mehren Unterverzeichnissen. Kopieren Sie die ISO-Datei einer Windows-7-Installations-DVD in das Verzeichnis „_ISO\Windows\Win7“; Windows-8-ISOs gehören in den Ordner „_ISO\Windows\Win8“ und Linux-DVDs in „_ISO\Linux“. Eine Besonderheit sind Windows-PE-ISOs (Punkt 5). Diese kopieren Sie in das Verzeichnis „_ISO\Mainmenu“. Kopieren Sie außerdem die Datei Win7PESE. ini beziehungsweise Win8PESE.ini aus „Tools\Easy2Boot“ in das Wurzelverzeichnis des USB-Sticks.

Wenn Sie den PC vom USB-Stick booten, sehen Sie ein Bootmenü, über das Sie zwischen den verschiedenen Systemen aus den ISO-Dateien wählen können. Weitere Infos zu den Möglichkeiten von Easy2Boot finden Sie in englischer Sprache auf dieser Webseite .

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