Haben Sie die einzelnen Motive Ihres Bilds freigestellt, können Sie auch mit dezenteren Mitteln Akzente setzen. Blenden Sie dafür bereits angelegte Duplikate oder Farbfilter aus.
Um ein Vordergrundmotiv, hier die Katze, besser hervorzuheben, können Sie den Hintergrund leicht verschwimmen lassen und damit Tiefenschärfe simulieren. Markieren Sie dazu die Ebene „Hintergrund“, und wählen Sie „Filter, Weichzeichnen, Gaußscher Weichzeichner“. Mit einem „Radius“ von nur drei Pixeln bei „Horizontal“ und „Vertikal“ erreichen Sie einen unauffälligen Weichzeichnungseffekt. Umgekehrt schärfen Sie ein Vordergrundmotiv über „Filter, Verbessern, Schärfen“ nach, die Standardeinstellung „10“ ist durchaus brauchbar.
Über eine leichte Veränderung der Helligkeitswerte setzen Sie ein Motiv stärker vom Hintergrund ab. Markieren Sie dafür die Ebene „Hintergrund“, und reduzieren Sie über „Werkzeuge, Farben, Helligkeit-Kontrast“ mit Hilfe des Schiebereglers etwas die Helligkeit. Auf dieselbe Weise können Sie nach dem Markieren der entsprechenden Ebene jedes Motiv einzeln nachbearbeiten. Im Beispiel haben wir die Mauer, auf der die Katze sitzt, leicht abgedunkelt und den Kontrast reduziert. Sind Sie mit dem Ergebnis unzufrieden, stellen Sie den Originalzustand über das „Rücksetzen“ der Werte wieder her. Auf dieselbe Weise experimentieren Sie über „Werkzeuge, Farben, Farbton-Sättigung“ mit den Farbwerten einzelner Motive. Bei Motiven wie der Mauer bietet es sich an, über „Werkzeuge, Farben, Farbton-Sättigung“ die Sättigung zu reduzieren.
Hintergrund verändern
Gefällt Ihnen das Hintergrundmotiv Ihres Bilds nicht, tauschen Sie es einfach aus. Auch Teile aus anderen Bildern integriert Gimp im Handumdrehen. Schneiden Sie das gewünschte Motiv im Originalfoto aus, und machen Sie es zu einer Ebene. Haben Sie beide Bilder geöffnet, kopieren Sie die markierte Ebene durch Ziehen mit der Maus aus dem Ebenenmanager ins gewünschte Bildfenster hinüber. Sie landet automatisch über der zuletzt markierten Ebene. Wenn Sie mit Auswahlen aus mehreren Bildern arbeiten, nutzen Sie dafür die Gimp-Ablage. Um eingefügte Motive optimal an ihre neue Umgebung anzupassen, können Sie sie auch skalieren, drehen oder spiegeln.
Einen neuen Hintergrund können Sie auch mit Effektfiltern erzeugen. Legen Sie dafür eine neue Ebene an. Testen Sie etwa „Filter, Render, Wolken, Plasma“, und experimentieren Sie mit dem Ebenen-Modus. Wie sich der Modus der Plasma-Ebene auf eine darunter liegende Ebene auswirkt, sehen Sie, wenn Sie zum Beispiel den Modus „ Nur Abdunkeln“, „Faser mischen“ oder „Subtraktion“ einstellen. Alternativ können Sie „Filter, Render, Fractal Explorer“ einsetzen. Ein interessantes Ergebnis erhalten Sie mit „Filter, Abbilden, Fractal, Saturn“, das im Beispiel die Katze unvermittelt in den Weltraum entführt. Teilweise lassen sich auch „Skript-Fus“ wie „Alchimie, Stoffmalerei“ auf eine Auswahl oder Ebene anwenden.
Verfremdungseffekte nutzen
Die Kombinationsmöglichkeiten von Effekten sind schier grenzenlos. Über „Filter, Künstlerisch, GIMPressionist“ setzen Sie unterschiedliche Maltechniken, Untergründe, Pinselarten und -größen ein. Auch hier empfehlen wir, Motive einzeln zu bearbeiten. Über „Neu zeichnen“ überprüfen Sie in der Vorschau das Resultat der aktuellen Einstellungen. Diese hält der GIMPressionist auch nach dem Schließen für Sie fest, bis Sie ihn „Rücksetzen“. Besonders gut kommen die Effekte zur Geltung, wenn Sie über „Werkzeuge, Farben, Einfärben“ die einzelnen Motive farblich verfremden und über die dort ebenfalls manipulierbaren Helligkeits- und Sättigungswerte die Wirkung optimieren. So kann aus dem Beispielfoto ein Bild von einer blauen Katze auf einer roten Mauer entstehen.
Erstaunliche Ergebnisse liefern Farbverläufe. Legen Sie sich zum Ausprobieren eine neue Ebene an, oder duplizieren Sie eine Ebene, die ein Motiv enthält. Aktivieren Sie im Hauptfenster das Werkzeug „Mit einem Farbverlauf füllen“. Bei den Werkzeugeinstellungen suchen Sie sich einen „Farbverlauf“ aus, etwa „Abstract 3“, und eventuell auch eine „Form“-Variante, zum Beispiel „konisch asymmetrisch“ oder „formangepasst (sphärisch)“. Im Bildfenster erhalten Sie jetzt den Verlauf, indem Sie eine Verlaufslinie mit der Maus ziehen. Die Länge der Linie und ihr Winkel beeinflussen dabei das Ergebnis. Der „Modus“ des Verlaufs, etwa „Multiplikation“, wirkt sich aus, wenn Sie einen Verlauf mehrmals oder mehrere Verläufe hinter-
einander anwenden. Auch hier können Sie ergänzend wieder mit Ebenen-Mischmodi und mit Transparenzen arbeiten.
Farbverläufe abwandeln
Sie können auch selbst Farbverläufe erstellen. Klicken Sie dazu im Hauptfenster auf das Symbol mit dem aktiven Farbverlauf rechts neben den Symbolen für Vorder-und Hintergrundfarbe. In der Farbverlaufs-Auswahl finden Sie unten die Schaltfläche „Neuer Farbverlauf“, die den Farbverlaufs-Editor öffnet. Benennen Sie dort zunächst Ihren Verlauf, den Gimp alphabetisch in die Liste einsortiert. Per Rechtsklick in die Vorschau gelangen Sie zum Bearbeitungsmenü, wo Sie die „Farbe des linken“- und die „Farbe des rechten Eckpunktes“ über die Farbpalette festlegen. Den Verlaufsmittelpunkt verschieben Sie in der Vorschau über das kleine Dreieck in der Mitte.
Bisher handelt es sich um einen einfachen Farbverlauf mit nur einem Segment. Um für komplexere Verläufe weitere Segmente anzulegen, teilen Sie ein bereits vorhandenes Segment über das Kontextmenü „Segment mittig teilen“.
Wenn Sie bereits mehrere Segmente erzeugt haben, aktivieren Sie das gewünschte Segment durch einen Mausklick in die Leiste mit den Dreiecken. Falls Sie gleich eine Vielzahl von Segmenten anlegen möchten, benutzen Sie dafür am besten das Kontextmenü „Segment gleichmäßig aufteilen“. Ebenfalls variieren können Sie über dasselbe Menü die Farbverlaufsfunktionen.
Nicht zuletzt lassen sich bereits vorhandene Farbverläufe als Ausgangsbasis für eigene Kreationen verwenden. Per Doppelklick auf den gewünschten Verlauf in der Auswahl öffnen Sie diesen im Editor zur Bearbeitung.
Lesen Sie in diesem Beitrag