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Fixed Mobile Convergence auf dem Vormarsch

08.05.2008 | 12:00 Uhr |

Ein Mitarbeiter ist im Lager und möchte bei einem Kollegen, der am Schreibtisch sitzt, eine Information einholen. In der Regel wird er dann zum Handy greifen - und damit die Mobilfunkgebühren unnötig in die Höhe treiben. Die Lösung: Fixed Mobile Convergence lässt Mobilfunk und Festnetz zu einer Einheit werden.

Von Thomas Konrad (Jürgen Hill)
NEXT GENERATION Networks (NGNs) sind in Carrier-Netzen auf dem Vormarsch. Unabhängig vom Endgerät und dem Zugangsnetz soll damit eine Fülle konsistenter Dienste zur Verfügung stehen. Unternehmen brauchen aber nicht zu warten, bis die Betreiber Fixed-Mobile-Convergence (FMC-) Dienste anbieten. Mit Enterprise-FMC-Lösungen können Mitarbeiter schon heute kostengünstig über WLAN telefonieren und via Mobilfunknetz auf Funktionen der "heimischen" Telefonanlage zugreifen, die für das produktive Arbeiten unterwegs unverzichtbar sind.

Der erste Schritt in Richtung FMC wurde auf der Ebene der Endgeräte vollzogen : Seit einiger Zeit sind Dual-Mode-Handhelds auf dem Markt, die es erlauben, nicht nur im Mobilfunkmodus zu telefonieren, sondern auch im WLAN per Voice over WLAN. Damit steht dem Nutzer zwar ein weiteres Netz zur Verfügung, eine echte Konvergenz ist aber noch nicht erreicht.

Daher arbeiten weltweit Telekommunikationsanbieter mit Hochdruck am Aufbau von Next Generation Networks. Mit der Einführung von IP-Multimedia-Subsystemen (IMS) soll die Konvergenz von Festnetz und Mobilfunknetzen erreicht werden. Egal, ob stationär oder mobil - der Teilnehmer ist dann über sein persönliches Endgerät unter einer Rufnummer immer erreichbar. Er kann unterwegs die gleichen Dienste nutzen wie im Büro oder zu Hause. Dazu zählen etwa ein einheitliches Adressbuch oder Kalender. Es gibt nur noch einen Anrufbeantworter (Sprachbox) und nur noch eine Rechnung.

In modernen Unternehmensnetzen ist längst Alltag, was in Carrier-Netzen noch nicht flächendeckend verfügbar ist. "Voraussetzung für Enterprise FMC ist der Einsatz von Dual-Mode-Endgeräten, eine SIP-kompatible Telefonanlage und ein firmenweites Netz, das Voice-over-WLANfähig ist", erklärt Marcus Birkl, Experte für Wireless-Technologien bei Siemens Enterprise Communications. Mit Hilfe von FMC-Appliances lassen sich Dual-Mode-Endgeräte problemlos in die Telefon-Infrastruktur von Unternehmen einbinden. Als echte Nebenstelle der Telefonanlage stellen sie so den Nutzern sämtliche Leistungsmerkmale zur Verfügung. Auf diese Weise bleiben die Anwender laut Birkl mobil, unabhängig vom Mobilfunkbetreiber und seiner Netzverfügbarkeit.

Gerade die Unabhängigkeit vom Mobilfunk ist ein schlagendes Argument für Enterprise FMC. Schließlich nimmt die Mobilität der Mitarbeiter innerhalb der Unternehmen kontinuierlich zu, wie verschiedene Marktforschungsinstitute mit aktuellen Studien belegen. Untersuchungen haben ergeben, dass Mobilgeräte zu 20 bis 40 Prozent innerhalb der Geschäftsräume genutzt werden. Ein bedeutender Anteil der im Unternehmen getätigten Mobiltelefonate erfolgt innerbetrieblich, sogar von Handy zu Handy. Der durchschnittliche Firmen-Mobiltelefonkunde verursacht also zwischen 40 und 80 Prozent der Gebühren an Orten, an denen eigentlich ein preiswertes Festnetz verfügbar wäre. Diese Bequemlichkeit treibt die Mobilfunkgebühren kräftig in die Höhe.

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