29.03.2012, 11:14

Peter Stelzel-Morawietz

Kostenfalle Daten-Roaming

Mobiles Internet im Ausland: Loch in der Urlaubskasse

Das Fotografieren im Urlaub kostet nichts, das Versenden dagegen durchaus mal 60 Euro. ©iStockPhoto / PeskyMoney

Klar, telefonieren mit dem Handy ist im Ausland etwas teurer als hierzulande. Doch zumindest in der EU kosten ankommende Gespräche gerade einmal moderate 13 Cent pro Minute. Surft man dagegen die gleiche Zeit mit dem Smartphone, können auf einen Schlag 60 Euro weg sein! PC-WELT erklärt, wie Sie solche Kostenfallen vermeiden.
Nichts zu tun und das Smartphone einfach so weiter zu verwenden wie man es von daheim gewohnt ist, ist im Ausland wahrlich keine Option. Erstens ziehen manche Apps im Hintergrund Daten aus dem Netz, auch wenn auf den ersten Blick nicht viel passiert. Zweitens kann schon eine Mail von einem Freund, der Sie mit einem witzigen Bild beglücken möchte, außerhalb der Europäischen Union 100 Euro kosten – 30 Euro pro MByte sind durchaus gängig. Selbst in der EU helfen die vielen falschen Meldungen nicht weiter, die Preise für Daten-Roaming seien hier auf maximal 80 Cent pro MByte begrenzt. Nein, das sind vielmehr die Höchstbeträge, die sich die Provider untereinander maximal berechnen dürfen. Für Sie als Verbraucher gilt das Limit dagegen nicht, Ihr Geld ist schlicht weg!
Mobil im Internet: Das Geld fürs Abendessen ist weg
Innerhalb der Europäischen Union existiert lediglich insoweit ein gewisser Kostenschutz, als maximal 50 Euro plus Mehrwertsteuer abgebucht werden dürfen. Bei 19 Prozent deutscher Mehrwertsteuer macht das genau 59,50 Euro, dann muss der Provider die Verbindung kappen. Doch erstens ist es ärgerlich, wenn eine unaufgeforderte Mail fast 60 Euro kostet. Zweitens gilt dieses Limit nur in der EU. Machen Sie dagegen in der Schweiz, der Türkei oder Kroatien Urlaub, gibt es überhaupt keine Obergrenze. Erst ab Sommer 2012 soll es in der EU erstmals tatsächlich Obergrenzen fürs Daten-Roaming geben, im Gespräch sind rund 60 Cent pro MByte.
Bis dahin sind Sie auf der sicheren Seite, indem Sie das Daten-Roaming im Handy ganz abschalten. Beim iPhone oder iPad tippen Sie auf „Einstellungen -> Allgemein -> Netzwerk -> Daten-Roaming“ und schieben den Schalter auf „Aus“.
Bei Android-Geräten tippen Sie auf „Einstellungen -> Drahtlos und Netzwerk -> Mobile Netzwerke“. Hier deaktivieren Sie die Option „Daten-Roaming“, so dass der grüne Haken verschwindet. Haben Sie ein Handy mit Windows Phone, tippen Sie auf der Startseite oben rechts auf den Pfeil, gefolgt von „Einstellungen -> Mobilfunk -> Daten-Roamingoptionen“. Hier setzen Sie die Einstellung auf „Kein Roaming“.
Internet-Flatrates gelten nicht im Ausland
Möchten Sie Ihr Smartphone jedoch auch im Urlaub zum Surfen, Mail und Netzwerken verwenden, gibt es im Wesentlichen drei Optionen: Tarif- oder Providerwechsel, eine ausländische SIM-Karte oder Internet per WLAN. Der Tarif- oder Providerwechsel macht dann Sinn, wenn Ihr Anbieter bzw. Tarif zu teuer ist. Denn die Tarife unterscheiden sich enorm, wie die interaktive Tabelle der Stiftung Wartentest für rund 80 deutsche Mobilfunkprovider zeigt. Mal zahlen deutsche Urlauber in der Türkei vergleichsweise günstige zwei Euro pro MByte, mal über 25 Euro. Der Abruf dieser Tarifdatenbank kostet einen Euro. Eine klare Kostenstruktur hat der Mobilfunk-Discounter Simyo, der mit einem Klick auf die Weltkarte die Tarife für mobiles Internet im Land Ihrer Wahl zeigt.
Eine gute Alternative zum Providerwechsel kann ein so genanntes „Reisepaket“ sein. Der Begriff bezeichnet eine Mini-Flatrate zum günstigen Preis, mit vergleichsweiser kurzer Laufzeit und geringem Inklusivvolumen: beispielsweise eine Woche mit 50 oder 100 MByte zum Preis von 10 oder 15 Euro. Das reicht zum Abrufen der wichtigsten Infos und schlägt nicht gleich ein riesiges Loch in die Urlaubskasse.
Eine weitere Option ist eine ausländische SIM-Karte mit Flatrate. Die können Sie entweder im Urlaubsland beim Handyshop oder an der Tankstelle kaufen, Sie können sie aber auch schon vorher in Deutschland bei spezialisierten Anbietern online bestellen. Händler wie Simlystore, Simcardshop und Prepaid Global listen sämtliche Details von der Netzabdeckung bis zur Geschwindigkeit auf Deutsch auf.
Schließlich bleibt noch WLAN: Viele öffentliche oder hoteleigene Funknetze sind nicht verschlüsselt. Hier sollten Sie keine persönlichen Daten für Mails, soziale Netzwerke und andere Online-Accounts eintippen. Geheime Kontodaten empfehlen wir, nur über ein sogenanntes Virtual Private Network zu verschicken. Fürs iPhone und iPad eignet sich VPN Express aus dem Appstore, das Ihre Daten für 30 Tage zu einem Preis von 79 Cent vor unbefugtem Zugriff schützt. Auf Geräten mit Android läuft der VPN-Dienst von Shellfire, der einen Monat in der Premiumvariante für die mobile Nutzung 3,95 Euro kostet.
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