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Mobile Geräte mit Chrome OS & Firefox OS

07.07.2014 | 10:31 Uhr |

Aktuell gibt es besonders preisgünstige Notebooks mit Chrome-OS sowie Smartphones mit Firefox-OS. Beide Systeme basieren auf Linux, auch wenn man es ihnen nicht anmerkt. Wir haben uns die Geräte genauer angesehen.

Auf Notebooks ist meistens Windows vorinstalliert. Geräte mit Linux findet man im Fachhandel praktisch nie, selbst im Internet muss man sie mit der Lupe suchen. Wer nicht selber basteln und Windows manuell ersetzen will, findet aber trotzdem mobile Geräte mit Software auf Basis des freien Betriebssystems, auch wenn nicht Linux draufsteht. Das bekannte Android sparen wir in diesem Artikel aus und richten stattdessen den Blick auf das ebenfalls aus dem Hause Google stammende, aber in Deutschland weniger verbreitete Chrome-OS. Wer Konzernen wie Google skeptisch gegenüber steht, findet vielleicht in Firefox-OS eine spannende Alternative. In Deutschland gibt es bisher aber offiziell nur ein einziges Gerät mit dem Mozilla-System.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 3/2014

So klappt der Umstieg von XP zu Linux, Videoüberwachung mit Raspberry Pi einrichten, das beste Linux für jeden PC - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 3/2014 .

HP Chromebook 11 und 14

Das HP Chromebook 11 ähnelt optisch mit seinem 11,6-Zoll-Display und preislich mit circa 280 Euro seinen Netbook-Vorgängern. Als Prozessor verbaut HP einen Samsung Exynos5250 mit 1,7 GHz Taktrate. Der Arbeitsspeicher umfasst zwei GB DDR3. Der Bildschirm löst mit bis zu 1366 x 768 Pixeln auf, und als Grafikchip ist ein ARM Mali-T604 verbaut. Das Gewicht beträgt ungefähr 1,1 Kilogramm.

Es gibt zwei USB-2.0-Anschlüsse und die üblichen Audiobuchsen. Die Netzwerkanbindung erfolgt über WLAN (bis 802.11n). Wie meist bei derartig kleinen Geräten ist die Tastatur gewöhnungsbedürftig. Die SSD bietet nur 16 GB Speicherplatz. Das reicht jedoch aus, weil Anwendungen und Programme nicht auf der SSD, sondern in der Cloud gespeichert werden, also über das Netzwerk auf einem Google-Server. Wie alle Chromebooksstartet auch das HP-Gerät relativ schnell (etwa zehn Sekunden).

Das Chromebook 14 bietet ein 14-Zoll-Display für etwa 330 Euro. In ihm steckt ferner ein Intel-Celeron-2955U-Prozessor und Intel-HD-Grafik. Dadurch ist es etwas schneller, nimmt aber mehr Leistung auf. Um trotzdem eine Laufzeit vonmehr als sieben Stunden zu erreichen,ist das Celeron-Modell mit einem Vier-Zellen-Akku ausgestattet, das 11-Zoll-Gerät nur mit Drei-Zellen-Akku.

//www.pcwelt.de/special/Chrome-OS-2076595.html:Alles Wissenswerte rund um das Chrome OS

Samsung Chromebook XE303C12

Eines der ersten Chromebooks erschien 2011 von Samsung mit mäßigem Erfolg. Der zweite Versuch heißt jetzt Chromebook XE303C12 und ähnelt in den technischen Daten dem HP Chromebook 11. Es besitzt ebenfalls eine Exynos-5250-CPU mit Mali-T604-Grafik, zwei GB RAM und eine 16-GB-SSD. Der Bildschirm bietet mit 11,6 Zoll eine Auflösung von 1366 x 768 Pixeln. Das XE303C12 wiegt 1,1 Kilogramm, und der Akku soll sieben Stunden durchhalten. Mit WLAN gibt es das Gerät für etwa 270 Euro. Das Modell mit WLAN und 3G schlägt mit gut 300 Euro zu Buche.

Acer C720: Das Acer Chromebook bietet mit seiner Intel-Celeron-2955U-CPU und Intel HD-Grafik etwas mehr Leistung als die Geräte mit dem Samsung Exynos Prozessor.
Vergrößern Acer C720: Das Acer Chromebook bietet mit seiner Intel-Celeron-2955U-CPU und Intel HD-Grafik etwas mehr Leistung als die Geräte mit dem Samsung Exynos Prozessor.
© Acer

Acer C720 Chromebook

Das Acer Chromebook C720 bietet ein 11,6-Zoll-Display und kostet etwa 230 Euro. Das C720P-Model mit Touchscreen gibt es für gut 310 Euro. Im Gerät arbeitet ein Intel-Celeron-Prozessor2955U mit Intel-HD-Grafik. Die Bildschirmauflösung liegt bei 1366 x 768Pixeln. Es gibt eine SSD mit 16 GB, dazu je einen USB-2.0- und 3.0-Anschluss. Der Akku soll laut Herstellerangabe sechs Stunden durchhalten, beim Touchscreen-Modell sind es 7,5 Stunden. Die Tastatur des Acer macht wenig Freude. Der Tastenhub ist sehr begrenzt, und der unsaubere Anschlag stört besonders beim flotten Schreiben. Die Tasten wirken insgesamt instabil.

Touchscreen Chromebook Pixel

Ein Chromebook muss nicht um die 300 Euro kosten – es geht auch teurer: Für das Chromebook Pixel müssen Sie gut 1300 US-Dollar auf den Tisch legen. Zur Zeitwird das Gerät nur in den USA und in Großbritannien angeboten. Das Chromebook Pixel bietet eine ähnliche Leistung wie aktuelle Notebooks oder Ultrabooks. In seinem Inneren arbeitet ein Intel-Core-i5-Prozessor mit 1,8 GHz mit integrierter Intel-HD-4000-Grafik. Der CPU stehen 4 GB RAM zur Seite.Chromebook-typisch gibt es nur eine kleine SSD mit 32 GB Kapazität und dazu ein Terabyte Netzwerkspeicher auf Google Drive. Der hohe Preis rechtfertigt sich durch das hochauflösende 12,85-Zoll-Display mit 2560 x 1700 Pixeln (etwa 239 PPI). Google gibt die Helligkeit des Displays mit 400 Nit an, was eine sehr hohe Leuchtdichte bedeutet. Das Gewicht liegt bei etwa 1,52 Kilogramm, die Akkulaufzeit soll bis zu fünf Stunden betragen.

Alcatel One Touch Fire mit Firefox-OS: Das einzige offiziell in Deutschland erhältliche Smartphone mit Firefox- OS stammt von Alcatel.
Vergrößern Alcatel One Touch Fire mit Firefox-OS: Das einzige offiziell in Deutschland erhältliche Smartphone mit Firefox- OS stammt von Alcatel.
© Alcatel

Alcatel One Touch Fire mit Firefox-OS

Auch jenseits von Android und Chrome-OS gibt es Betriebssysteme: Wer sich nicht in die Hände der Datenkraken Microsoft, Google und Apple begeben möchte, findet vielleicht Gefallen an Mozillas Firefox-OS. In Deutschland ist bisher nur das Smartphone Alcatel One Touch Fire mit diesem Betriebssystem verfügbar. Kaufen kann man es offiziell für etwa 90 Euro nur bei Congstar . Im Gerät steckt eine 1-GHz-Qualcomm-CPU, das Display bietet 320 x 480 Pixel. Es handelt sich um ein preisgünstiges Smartphone für Nutzer ohne besondere Ansprüche.

Übrigens: Mit Chrubuntu gibt es ein Ubuntu-basiertes System für Chromebooks. Eine englischsprachige Anleitung zur Installation finden Sie unter http://chrubuntu.blogspot.de/2013/03/how-to-install-ubuntu-on-samsungchromebook.html .

Öko-Linux-Distributionen für ältere Hardware

Chrome-OS und Firefox-OS

Chrome-OS hat zwar einen Linux-Unterbau, aber nach dem ersten Start sieht man keinen der gewohnten Linux-Desktops, sondern den Browser Chrome. Die Anmeldung bei einem Google-Konto ist zwingend erforderlich – sonst geht gar nichts. Chrome-Apps laufen innerhalb eines Browser-Tabs. Neue Apps erhält man über den Chrome Web Store. In der Regel ist eine permanente Internetverbindung nötig. Nur einige Apps wie Gmail Offline oder Angry Birds lassen sich ohne Netzwerkzugriff verwenden. Für Nutzer, die den Linux- oder Windows-Desktop gewohnt sind, erfordertChrome-OS einige Umgewöhnung. Wer aber ohnehin auch unterwegs immer online ist, wird die Vorteile schätzen. So spielt es keine Rolle, ob Sie das Chromebook oder auf dem PC den Chrome-Browser nutzen. Sie haben überall Zugriff auf die gleichen Dokumente und Apps. Chromebook-Nutzer müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass von einem 300-Euro-Gerät keine Leistungswunder zu erwarten sind und sie unter Chrome-OS nicht mit den gewohnten Linux- oder Windows-Anwendungen arbeiten können.

Bei Firefox-OS ist der Bruch mit dem Gewohnten nicht so radikal: Wer bisher iOS oder Android genutzt hat, findet sich schnell zurecht. Allerdings ist die Auswahl im zugehörigen App Store derzeit noch spärlich. Gegenüber Android wird es Firefox-OS jedoch schwer haben, sich zu behaupten. Android-Smartphones gibt es ebenfalls für um die 100 Euro, oft aber mit mehr Leistung und dem besseren App-Angebot.

Wenn Ihnen Chrome-OS zu wenige Funktionen bietet, greifen Sie zu Crouton. Dabei handelt es sich um ein komplettes Linux-System, das Sie einfach in ein Unterverzeichnis von Chrome-OS installieren und daraus starten. Eine Alternative dazu ist Chrubuntu, dessen Installation etwas aufwendiger ist. Weitere Infos finden Sie auf http://chrubuntu.blogspot.ca .

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