Mobile Betriebssysteme

iOS, Android und Phone 7 im Vergleich

Donnerstag, 12.01.2012 | 10:00 von Boris Hofferbert
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© iStockphoto.com/courtneyk
Smartphones und Tablet-PCs boomen. Doch welches mobile Betriebssystem ist für welchen Benutzer ideal? PC-WELT vergleicht die drei großen Smartphone-Systeme Apple iOS, Google Android und Microsoft Windows Phone 7.5 und verrät Ihnen die jeweiligen Stärken und Schwächen.
Apple iOS 5: Alles unter strikter Kontrolle

Faktisch aus dem Nichts ist es Apple im Jahr 2007 gelungen, mit dem iPhone die Benutzung und auch die Wahrnehmung von Smartphones komplett umzukrempeln. Verantwortlich dafür ist vor allem das Betriebssystem iOS, dass mittlerweile in der fünften Generation vorliegt. Apple legt bei iOS großen Wert auf eine systemweit einheitliche Benutzerführung, was sich vor allem bei der Nutzung von Apps bemerkbar macht. Diese werden wahlweise einzeln oder in Ordnern gruppiert auf den Startbildschirmen angeordnet, interaktive Widgets wie bei der Konkurrenz gibt es nicht.

Über 500.000 Apps für iOS

Alle Apps werden dabei einheitlich über den von Apple streng regulierten App Store installiert, der über 500.000 Anwendungen für das iPhone beherbergt. Die restriktive Kontrolle seitens des Herstellers sorgt dafür, dass beispielsweise systeminterne Apps wie das Mailprogramm oder der Browser nicht komplett durch Third-Party-Anwendungen ersetzt werden dürfen. Im Gegenzug ist eine Infektion mit Schadsoftware, wie Sie beispielsweise Google immer wieder aus dem Android Market entfernen muss, nahezu ausgeschlossen, auch ein Mindestmaß an Support und Stabilität der Apps ist im AppStore faktisch garantiert.

Standardaufgaben wie Copy & Paste, Multitasking und
die Integration von Social Network-Diensten wie Twitter oder
Facebook machen iOS zum wohl ausgewogensten
Betriebssystem.
Vergrößern Standardaufgaben wie Copy & Paste, Multitasking und die Integration von Social Network-Diensten wie Twitter oder Facebook machen iOS zum wohl ausgewogensten Betriebssystem.

Seit iOS 5 haben die Anwendungen die Möglichkeit, wichtige Benachrichtigungen wie eingehende Mails oder App-relevante News übersichtlich im einheitlichen Nachrichtencenter zusammenzufassen. Eine weitere wichtige Neuerung von iOS 5 ist iCloud. Hier werden alle wichtigen Einstellungen, installierten Apps, Fotos und Dokumente automatisch auf Apple-Servern gesichert und auf allen angeschlossenen iOS-Geräten synchronisiert. Der Abgleich mit PC oder Mac erfolgt über die Software iTunes und darf seit iOS 5 auch unabhängig von iTunes via WLAN abgewickelt werden.

Standardaufgaben wie Copy & Paste, Multitasking und die Integration von Social Network-Diensten wie Twitter oder Facebook (via App) machen iOS zum wohl ausgewogensten Betriebssystem. Ein weiterer Pluspunkt ist die Update-Garantie, da Apple seine überschaubare Modellplatte vergleichbar lange pflegt. Im Gegenzug muss man sich mit Einschränkungen bei der Konfiguration und Anpassbarkeit des Systems zufrieden geben und tiefer in die Tasche greifen als bei der Konkurrenz.

Android ist so etwas wie Googles Gegenentwurf zu
iOS.
Vergrößern Android ist so etwas wie Googles Gegenentwurf zu iOS.

Google Android 2.x: Freiheit mit Mut zum Risiko

Android ist so etwas wie Googles Gegenentwurf zu iOS. Zwar in den Grundzügen ähnlich zu iOS steht das Android-System dann doch vor allem für Offenheit und freie Konfigurierbarkeit. Das Konzept scheint aufzugehen: Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich Googles Mobilsystem Android zum weltweiten Marktführer unter den Smartphone-Systemen gemausert. Das dürfte vor allem an der gigantischen Modellvielfalt liegen: Vom 99 Euro-Handy Huawei X3 bis zu High End-Boliden wie dem Samsung Galaxy S2 reicht das Angebot.

Freiheit bringt Vorteile und Nachteile

Kein Wunder: Google gibt Android als Open Source frei, die Hersteller haben freie Hand, was sie mit dem System anstellen. In der Folge gibt es unzählige Variationen des Systems. Auch sonst ist Android offen: Apps können Daten untereinander austauschen, das Dateisystem ist ohne Zusatzsoftware zugänglich, fast alle Systemkomponenten können ersetzt werden, neben dem offiziellen Android Market stehen Alternativen zur Verfügung und so weiter. Für Modder und Individualisten ist Android ein Traum, erfordert aber mehr Einarbeitung. Zudem sind Systemupdates bei vielen Herstellern kein Standard, auch die Sicherheit ist durch Malware in Verruf geraten. Im Gegenzug erwartet den User das wohl flexibelste Mobilsystem, das zudem durch eine überaus aktive Entwicklercommunity laufend verbessert wird – der oft mangelhafte Herstellersupport wird dadurch gut kompensiert.

Android 4 ist der wohl größte Evolutionsschritt, den das
Google-System bislang erlebt hat.
Vergrößern Android 4 ist der wohl größte Evolutionsschritt, den das Google-System bislang erlebt hat.

Android 4: Aus Zwei mach Eins

Android 4 ist der wohl größte Evolutionsschritt, den das Google-System bislang erlebt hat. Nicht nur wurde die dröge Standard-Optik deutlich aufgepeppt, auch die Bedienung und Performance haben gegenüber den Vorversionen deutlich zugelegt. Das unter dem Codenamen „Ice Cream Sandwich“ entwickelte Update bietet ein überarbeitetes Task- und Benachrichtigungs-Management, beschleunigt die Oberfläche  per GPU und verbessert die Sicherheit durch eine Systemverschlüsselung. Auch ist die Bedienung erstmals komplett auf Touchscreens ausgelegt, ein physikalischer Home-Button wird nicht mehr benötigt. Als Flaggschiff für die neue Android-Generation dient das von Samsung entwickelte Galaxy Nexus. Leider fehlt noch immer eine zentrale Handy-Verwaltung, wie sie Apple und Microsoft mit iTunes bzw. Zune bieten, auch sind die Updates für ältere Handys bislang nur spärlich angekündigt. Dennoch ist Android 4 eine wichtige Evolutionsstufe für das Google-System, zumal es erstmals Smartphone- und Tablet-Version vereint: Android 3, alias Honeycomb, war den iPad-Konkurrenten in Form der Android-Tablets vorbehalten, wohingegen auf neuen Android-Smartphones bisher 2.x installiert ist.

Donnerstag, 12.01.2012 | 10:00 von Boris Hofferbert
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • eli148 20:50 | 12.01.2012

    Leider gibt es keine [Spionage]-Software..

    Wie bitte kommt ihr darauf?

    "Leider fehlt noch immer eine zentrale Handy-Verwaltung, wie sie Apple und Microsoft mit iTunes bzw. Zune bieten..."
    Sry, aber da versteh ich überhaupt nichts mehr. Mich stört das Wort "Leider" ganz gewaltig, ich kann`s gar nicht beschreiben. ZUM GLÜCK gibt es das nicht! Das ist ja ein Vorteil von Androidsystemen, dass man das Smartphone als Massenspeicher einsetzten kann. Kein Kies etc. ist nötig. so müsste es richtig lauten: Zum Glück gibt es keine zwangsmäßige [Spionage-]Software, wie wie sie Apple und Microsoft mit iTunes bzw. Zune anbieten... So eine Bindung zu so einer unnützen Software wäre eines der schlimmsten Dinge, die passieren könnten. Außer, wenn diese freiwillig wäre, was jedoch unrealistisch ist. Nur meine Meinung. Ansonten ein guter Artikel!

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