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Wie Microsofts neuer Business-Server den Admin entlastet

15.08.2009 | 09:01 Uhr |

Mit dem Essential Business Server 2008 hat Microsoft ein Software-Paket geschnürt, das IT-Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen gezielt bei ihrer täglichen Routine unterstützt und die typischen Sorgen des Administrators adressiert. Die Computerwoche hat sich die Suite genauer angesehen.

Microsoft hat mit dem Essential Business Server 2008 (EBS) eine Server-Suite entwickelt, die ihresgleichen sucht. Mit einem einzigartigen Bundle aus Server und Software will Microsoft eine Marktlücke schließen. In der Standard-Edition ist der Windows Server 2008 , der Exchange Server 2007 und Forefront Security for Exchange Server enthalten. Zusätzlich ist in der Premium-Edition der Microsoft SQL Server 2008 im Paket enthalten. Der Hersteller hat den EBS auf Unternehmen mit 50 bis 300 Mitarbeitern zugeschnitten, deren IT-Verantwortliche oft mit der Verwaltung überfordert sind und händeringend nach Werkzeugen suchen, mit denen sie ihre Systeme besser im Auge behalten.

Administratoren im Mittelstand brauchen Unterstützung

Durch Marktforschung fand Microsoft heraus, dass Unternehmen mit 50 bis 300 Anwendern meist gerade einmal zwei Angestellte haben, die sich um den reibungslosen Ablauf der IT kümmern. Die Mehrzahl dieser IT-Verwalter sind Generalisten, die zwar über breite Kenntnisse über alle Systeme hinweg verfügen, aber dadurch auch ein recht oberflächliches IT-Know-how haben. Ihren Alltag verbringen diese Administratoren größtenteils damit, auf Probleme im Netzwerk zu reagieren. Die Marktanalyse kommt deshalb zu dem Schluss, dass diese Zielgruppe an einer Lösung interessiert ist, die die damit verbundenen Aufgaben vereint: sie muss den Support vereinfachen und dem Verwalter einen schnellen Überblick über den Sicherheitsstatus der Systeme und die Applikationen gewähren sowie die Verwaltung der vorhandenen Hard- und Software ermöglichen. Kurz gesagt: IT-Manager in mittelständischen Firmen müssen oft die gleichen Probleme bewältigen, wie ihre Kollegen in großen Firmen. Allerdings fehlen ihnen in der Regel die Ressourcen, um modernste Technik für die IT-Organisation einzusetzen, transparente Strukturen zu schaffen und vorbeugende Maßnahmen für einen reibungslosen Ablauf der IT zu ergreifen.

Alles im Überblick in einer einzigen Konsole

Hinter dem Essential Business Server von Microsoft steht die Idee, eben jenen IT-Verantwortlichen die Arbeit zu erleichtern. Die Werkzeuge der Suite helfen dabei, den Status der IT-Landschaft ständig im Blick zu behalten. Der Administrator sieht sofort, ob das Netzwerk Probleme macht oder der E-Mail-Verkehr gestört ist. Auch die Funktion der Sicherheitssysteme , die Bereitschaft des Internet-Zugangs und die Möglichkeit zum Einloggen für die Anwender können so jederzeit kontrolliert werden. Der EBS überwacht auch die Einhaltung der Lizenzkriterien für die installierte Software im Unternehmen. Mit Hilfe von Erweiterungen kann der IT-Verwalter außerdem laut Microsoft sämtliche Hardware in der Konsole administrieren.

Dass Microsoft den EBS entwickelte, ist letztlich das Ergebnis von Investitionen in Höhe von jährlich 6,5 Milliarden Dollar, die Microsoft in Produkte und Support-Programme für kleine und mittelständische Unternehmen steckt. Der Software-Konzern adressiert damit die lukrative Zielgruppe mittelständischer Firmen , die auch für andere Hersteller für die Umsatzgenerierung immer bedeutsamer wird.

Konkurrenz durch Linux- und Unix-Produkte

Alexander Kubsch, Analyst bei Techconsult , sieht Microsoft auf dem richtigen Kurs und kommt zum gleichen Schluss wie die Marktanalyse. Kubsch zufolge hat der Mittelstand großen Bedarf an einer Suite wie Microsofts Essential Business Server. Allerdings sieht der Analyst im Linux - und Unix-Umfeld durchaus konkurrenzfähige Produkte, die die selben Anforderungen adressieren. Bei diesen Alternativen aus der Open-Source-Welt sei allerdings mit einem höheren Verwaltungsaufwand zu rechnen. "Es wäre sogar denkbar, dass Anwender, die unterdessen ihre Erfahrungen mit Linux gesammelt haben, wegen der aufwändigen Administration und des fehlenden Supports zu Microsoft zurückwechseln und den ESB einsetzen", vermutet der Analyst. Für das Microsoft-Produkt spreche auch, dass mittelständische Firmen in der Regel Windows-orientiert sind. Damit der EBS ein Erfolg wird, müsste Microsoft laut Kubsch seinen Vertriebspartnern die Vorteile dieses Bundles verdeutlichen. Dies ist dringend notwendig, denn noch ist der EBS auf dem Markt recht wenig bekannt.

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