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Synergy - Mehrere PCs mit einer Maus steuern

06.08.2014 | 09:22 Uhr |

Auf dem Schreibtisch steht oft mehr als ein Monitor, und oft gesellt sich dazu noch ein Notebook. Mit der Client-Server-Anwendung Synergy lassen sich mehrere Systeme mit einer Tastatur und Maus steuern.

Mehrere PCs bedeuten nicht mehr Produktivität, denn der Wechsel an einen anderen Rechner unterbricht den Arbeits- und Gedankenfluss. Selbst wenn einige Gedanken nicht so kurzlebig sind, um sich von kurzen Unterbrechungen stören zu lassen, ist es immer wieder nervig, wenn der dringend benötigte Inhalt der Zwischenablage auf dem anderen PC verbleibt.

Das Tool Synergy hat für alle diese Probleme eine Lösung parat: Über das Netzwerk können sich mehrere Rechner – mit Linux, Windows oder Mac-OS X – einen Satz Tastatur und Maus teilen sowie den Inhalt der Zwischenablage austauschen. Das gelingt im fliegenden Wechsel allein über die Position des Mauszeigers. Sobald dieser den einen Monitor verlässt und nahtlos auf dem nebenstehenden Bildschirm des anderen konfigurierten PCs auftaucht, dann sind Maus und Tastatur dort als Eingabemedium aktiv. Zusätzlich wird auch der Inhalt der Zwischenablage als unformatierter Text übernommen.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 4/2014

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Synergy ist nach dem Client-Server-Prinzip aufgebaut: Ein Rechner, der Tastatur und Maus zur Verfügung stellt und das primäre Arbeitsgerät ist, arbeitet als Server, und Synergy wird dieser Rolle entsprechend dort im Server-Modus ausgeführt. Auf dem Client – oder auch mehreren Clients – verbindet sich Synergy zum Server, ermittelt die Position des Client-Bildschirms über die hinterlegte Konfiguration und erlaubt Synergy dann Tastatur- und Mauseingaben über die API des laufenden Betriebssystems. Synergy setzt außer einem gemeinsamen Netzwerk, in dem sich die zu verbindenden Rechner gegenseitig sehen, keine zusätzliche Hardware voraus. Der als Server genutzte PC mit den primären Eingabegeräten braucht im Netzwerk eine feste IP und muss Port 24800 durch eine eventuell aktive Firewall lassen.

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Anordnung und Name des Clients wählen: In der Serverkonfiguration setzen Sie die Position der Clients und legen deren Namen fest, die auch zur Authentifizierung dienen.
Vergrößern Anordnung und Name des Clients wählen: In der Serverkonfiguration setzen Sie die Position der Clients und legen deren Namen fest, die auch zur Authentifizierung dienen.

Installation: Pakete für Linux und andere

Das Open-Source-Programm gibt es für alle Plattformen, und die Installation ist auch unter den verschiedenen Linux-Distributionen nicht weiterkompliziert, da es für nahezu jede Distribution fertige Pakete vom Entwickler gibt. In Debian, Ubuntu und Fedora liegen ältere Versionen von Synergy in den Standard-Paketquellen. Es empfiehlt sich aber, die Pakete der Version 1.4.17 oder neuer von der Entwicklerwebseite zu nutzen. Denn erst ab Version 1.4.11 unterstützt Synergy eine Verschlüsselung der TCP/IP-Verbindung zwischen Server und Client. Zudem gibt es in diesen Versionen auch eine grafische Oberfläche, während ältere Varianten noch eine manuell erstellte Konfigurationsdatei nutzen.

Linux: Für Debian, Raspbian, Ubuntu, Fedora und Red Hat stehen DEB- beziehungsweise RPM-Pakete für 32 Bit und 64 Bit zum Download auf der Projekt-Webseite http://synergy-foss.org/download/?list bereit. Deren Installation erfolgt mit dem Paketmanager auf der Kommandozeile, bei RPM mit dem Befehl

sudo rpm -ivh [Paketname]

und bei DEB mit:

sudo dpkg -i [Paketname]

Für Open Suse gibt es recht aktuelle inoffizielle Pakete über den Open Suse Build Service https://build.opensuse.org/project/show/X11:Utilities .

Windows und Mac-OS X: Für Microsoft-Betriebssysteme stehen Installationspakete im ausführbaren MSI-Format für 32 Bit und 64 Bit unter http://synergy-foss.org/download/?list zum Download bereit. Ebenda gibt es DMG-Images zur Installation für Mac-OS X 10.5 bis 10.9.

Einer für alle: In der aktuellen Version von Synergy dient das gleiche Programm zur Konfiguration von Clients wie des Servers in einer grafischen Oberfläche.
Vergrößern Einer für alle: In der aktuellen Version von Synergy dient das gleiche Programm zur Konfiguration von Clients wie des Servers in einer grafischen Oberfläche.

Den Synergy-Server einrichten

Starten Sie die grafische Oberfläche von Synergy über den Ausführen-Dialog (Alt-F2) der Desktop-Umgebung und der Eingabe synergy . Das Programm meldet sich mit dem Konfigurationsdialog, den Sie unter „Language“ auch nach Deutsch umstellen können, wobei aber noch nicht alle Menüs komplett übersetzt sind. Den folgenden Hinweis auf den optionalen Premium-Support können Sie mit „Not interested“ überspringen.

Im nächsten Dialog wählen Sie „Server (neues Setup)“ und dann „Enable Encryption“. Darunter tragen Sie das gemeinsame Passwort für Server und Client ein und bestätigen es. Nun gelangen Sie zum Anwendungsfenster von Synergy, das Sie auch stets über dessen Symbol im Systray (Infobereich) des Panels aufrufen können. Auf dem Server wählen Sie für die erste Einrichtung „Interaktiv konfigurieren -> Server konfigurieren“. Unter „Anzeigen und Verbinden“ sehen Sie ein Raster für die gewünschte Client-Server-Anordnung. Bevor sich irgendein anderer PC zu Synergy verbinden darf, müssen Sie den oder die Clients hier hinzufügen. Dazu ziehen Sie mit der Maus das Monitor-Symbol von rechts oben in das Raster an die gewünschte Position neben dem Server-Bildschirm. Der neue Client bekommt zunächst den Namen „Unbekannt“, und auch dies muss zwingend geändert werden. Klicken Sie dazu den Monitor „Unbekannt“ doppelt an, und tragen Sie oben als „Anzeigenamen“ den gewünschten Namen des Clients ein. „OK“ sichert die Konfiguration.

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Die Client-Rechner konfigurieren

Auch auf dem Client starten Sie Synergy, wählen dort „Client (dem Setup hinzufügen)“, schalten auch hier wieder die Verschlüsselung (Encryption) mit dem gleichen Passwort ein und landen dann im Anwendungsfenster. Dort angekommen, gehen Sie zunächst oben in der Menüleiste auf „Bearbeiten -> Einstellungen“ und klicken im Feld „Anzeigenamen“ den Namen des Clients an, wie er auch am Server konfiguriert ist. Danach beenden Sie Synergy auf dem Client über das Systray-Symbol mit „Beenden“ und starten das Programm neu. Damit sich der der Client zum Server verbinden kann, muss jetzt auf beiden PCs Synergy laufen, was automatisch beim Start passiert oder mit einem Klick auf den Button „Start“. Das untere Feld „Log“ zeigt den Status der Verbindung an.

Problembehebung über die Logdatei

Wenn die Verbindung nicht gleich klappt, liefert das Log alle Hinweise zur Lösung von Problemen. Der häufigste Fehler ist, dass der Client-Name nicht richtig konfiguriert ist, was sich durch die Meldung „WARNING: […] server refused client with our name“ oder auf dem Server mit „WARNING: unrecognized client name „[Name]““ äußert. Überprüfen Sie in diesem Fall den Client-Namen im Raster von „Server konfigurieren“ und ebenfalls auf dem Client unter „Bearbeiten -> Einstellungen“. Ist die Verschlüsselung einmal nicht aktiviert oder stimmt das Passwort nicht überein, heißt es auf dem Client „Protocol error from server“. Passwort und Verschlüsselung (Encryption) stellen Sie ebenfalls unter „Bearbeiten -> Einstellungen“ ein. Wenn der Client den Server nicht findet, liegt dies meistens an restriktiven Firewall-Einstellungen, die den Port 24800 blocken, oder an einer wechselnden IP-Adresse des Servers.

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