Mobil unterwegs

Mit Notebook, Smartphone & Tablet schneller surfen

Dienstag, 29.01.2013 | 10:05
Die Gratis-App von Speedmeter.de ermittelt Ihr derzeitiges Datentempo beim Senden und Empfangen. <BR>
Vergrößern Die Gratis-App von Speedmeter.de ermittelt Ihr derzeitiges Datentempo beim Senden und Empfangen. <BR>
Solange sich ein Wireless LAN in Reichweite befindet, sind Sie mit Notebook, Smartphone und Tablet blitzschnell im Netz unterwegs. Beim Surfen via Mobilfunknetz tröpfeln die Daten dagegen oft nur – es sei denn, Sie ergreifen Gegenmaßnahmen.
Wer unterwegs unabhängig von der Verfügbarkeit eines WLANs online gehen möchte, ist auf den mobilen Netzzugang eines Mobilfunkproviders angewiesen. Dabei ist schnelles mobiles Internet einer der wichtigsten Trends des Jahres. Das ist nicht nur die Meinung vieler Internet-Nutzer, die sich leidgeplagt mit niedrigen Übertragungsraten an Notebook, Smartphone und Tabet herumärgern, sondern auch von Geräteherstellern und Mobilfunkprovidern, die allerlei Produkte rund ums schnelle mobile Surfen auf den Markt bringen. Wir sagen Ihnen, welche Optimierungsmöglichkeiten es für die mobile Internetnutzung gibt und welche davon in der Praxis tatsächlich Vorteile bringen.

Die Gratis-App von Speedmeter.de ermittelt Ihr derzeitiges
Datentempo beim Senden und Empfangen.
Vergrößern Die Gratis-App von Speedmeter.de ermittelt Ihr derzeitiges Datentempo beim Senden und Empfangen.
© www.speedmeter.de

So messen Sie den effektiven Datendurchsatz

Der Datendurchsatz im Mobilfunknetz richtet sich nach der von Ihrem Gerät unterstützten Übertragungsnorm (etwa GSM/Edge, 3G/UMTS oder LTE), Ihrem Tarif, nach der Anzahl der parallel laufenden Zugriffe der von Ihnen genutzten Mobilfunkstation sowie der Signalqualität: Je mehr Anwender gleichzeitig über einen Sendemasten surfen, desto schlechter ist die Signalqualität und umso geringer ist das Surftempo.

Um genau herauszufinden, wie schnell Sie mobil im Internet surfen, führen Sie am Notebook einen neutralen Online-Tempotest durch, etwa über www.speedmeter.de . Unter Android messen Sie das Surftempo mit einer Gratis-App wie speedmeter. Für iOS gibt es in Apples App Store die beiden kostenlose Apps Speedtest.net Mobile Speed Test und Speed Check .

Tipp: Damit Sie auch tatsächlich die Surfgeschwindigkeit im Mobilfunknetz messen, deaktivieren Sie für den Check vorübergehend das WLAN in den Geräteeinstellungen.

Die Signalqualität ist ein Indikator für die
Übertragungsgeschwindigkeit am Smartphone, Tablet und
Notebook.
Vergrößern Die Signalqualität ist ein Indikator für die Übertragungsgeschwindigkeit am Smartphone, Tablet und Notebook.

Bessere Signalqualität erzielen

Die Signalqualität ist ein Indikator für die Internet-Geschwindigkeit bei Smartphone, Tablet und Notebook. Schlechter Netzempfang ist eine häufige Ursache für einen geringen Datendurchsatz bei mobilen Datenverbindungen. Das Symbol in der Statusleiste von Smartphones und Tablets sowie das Mobilfunk-Statusfenster am Notebook zeigen, wie gut die derzeitige Signalqualität ist. Je mehr Balken zu sehen sind, desto stärker ist das Signal. Daneben steht normalerweise, über welchen Datenfunkstandard Sie senden und empfangen, etwa LTE, 3G, HSDPA oder Edge. Erscheint ein Hinweis wie „Kein Dienst“, ist kein Signal verfügbar.

Innerhalb von Gebäuden gibt es zahlreiche Störquellen wie dicke Mauern, Mikrowellen oder Stromleitungen, die das Mobilfunksignal und damit die Übertragungsgeschwindigkeit beeinträchtigen. Um bei schwierigem Empfang die Datenrate zu erhöhen, haben manche Surf-Sticks fürs Notebook eine ausklappbare Antenne. Gegen tröpfelnden Datenfluss am Smartphone und Tablet-PC hilft oft schon eine einfache Standortänderung, indem Sie etwa in einen anderen Raum mit gutem Netzempfang oder ans Fenster gehen. Beobachten Sie dabei das Signalqualitätssymbol in der Statusleiste.

Schnellen Datenfunk mit HSDPA und HSUPA gibt es längst
nicht überall in Deutschland
Vergrößern Schnellen Datenfunk mit HSDPA und HSUPA gibt es längst nicht überall in Deutschland

Mehr Surf-Tempo durch Netz- und Tarif-Wechsel

Wenn Sie generell an Ihrem Standort einen schlechten Netzempfang haben, sollten Sie einen Wechsel in ein anderes Mobilfunknetz mit besserem Empfang in Erwägung ziehen. Zwar schwankt der Datendurchsatz innerhalb eines Netzes von Provider zu Provider, bei permanent schlechter Signalqualität ist jedoch ein kompletter Netzwechsel empfehlenswert.

Ist zwar die Netzsignalstärkenanzeige einwandfrei, doch der Datendurchsatz reicht Ihnen nicht aus, informieren Sie sich bei Ihrem Provider über die in Ihrem Vertrag enthaltene Datenbandbreite. Denn oft gibt das Netz zwar mehr Bandbreite her, doch der Provider limitiert das Datentempo. Gute Tarife für schnelles Surfen umfassen die Nutzung der 3G/UMTS-Erweiterungen HSDPA und HSUPA. Mit HSDPA laden Sie Daten über das Mobilfunknetz mit bis zu 7,2 Mbit/s herunter. Dank HSUPA sind schnelle Uploads mit bis zu 5,76 Mbit/s möglich. Beides entspricht einer Verdoppelung des effektiven Datendurchsatzes gegenüber 3G. Bei manchen Altverträgen surfen Sie dagegen gar noch mit 384 KBit/s. Moderne Smartphones und Tablets unterstützten HSDPA und HSUPA. Lassen Sie sich von Ihrem Provider einen Tarif mit entsprechender Bandbreite anbieten.

Samsung Galaxy S3 LTE unterstützt die LTE-Frequenzen 800,
1800 und 2600 MHz.
Vergrößern Samsung Galaxy S3 LTE unterstützt die LTE-Frequenzen 800, 1800 und 2600 MHz.
© Samsung

Mit LTE-Datenturbo unterwegs surfen

Manche Smartphones und Tablets sind mit schnellem Datenfunk über LTE zu haben. Damit laden Sie unabhängig von einer WLAN-Verbindung Daten mit bis zu 100 Mbit/s aus dem Netz. Für Uploads bringt LTE Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s. LTE lohnt sich vor allem für Vielsurfer, zur Videoübertragung und für den Zugriff auf Streamingdienste. Aber auch beim Aufbau von Webseiten macht sich der LTE-Datenturbo bemerkbar.

Um in den Genuss der Mega-Bandbreite zu kommen, müssen das verfügbare LTE-Netz und der gewählte Provider zum Smartphone oder Tablet passen. Prüfen Sie zunächst, ob der Provider Ihrer Wahl LTE für Mobilgeräte an Ihrem Standort überhaupt anbietet. Das geht über die entsprechenden Checks auf den Webseiten der Anbieter.

In Deutschland gibt es drei LTE-Netze in den Frequenzbereichen 800, 1800 und 2600 MHz. Der LTE-Chip in Apples iPhone 5, iPad 4/4G und iPad mini 4G unterstützt nur LTE mit 1800 Mhz, das es ausschließlich bei der Telekom und nur in Ballungszentren gibt. Vodafone und O2 setzen auf die LTE-800-MHz-Frequenz, die von Apples Geräten nicht unterstützt wird. Das Samsung S3 LTE ist dagegen nicht auf das LTE-Netz eines Providers beschränkt und funkt auf allen deutschen LTE-Frequenzen. Damit haben Sie beim LTE-Anbieter mehr Auswahl.

Die Funktion „Opera Turbo“ in Gratis-Browser Opera
reduziert durch Komprimierung die Größe von Webseiten bei der
Übertragung.
Vergrößern Die Funktion „Opera Turbo“ in Gratis-Browser Opera reduziert durch Komprimierung die Größe von Webseiten bei der Übertragung.

Datenmenge beim Surfen reduzieren

Damit Sie die maximale Bandbreite zum mobilen Surfen nutzen können, beenden Sie alle nicht benötigten Programme und Apps. So steht dem Browser oder einer anderen im Vordergrund laufende Software die gesamte Kapazität der Datenleitung zur Verfügung. Am Notebook sind oft unbemerkt etliche Anwendungen aktiv, die Daten im Hintergrund übertragen, etwa Clients für Cloud-Dienste, Virenscanner und Security-Suites oder Tauschbörsen.

Tipp: Tuning-Tools wie SpeedConnect Internet Accelerator oder Ashampoo Internet Accelerator wollen die Surfgeschwindigkeit an Windows-Rechnern durch eine Optimierung der relevanten Einstellungen in der Registry beschleunigen. Für die Datenübertragung mit Notebooks im Mobilfunknetz ergeben sich jedoch keine relevanten Tempovorteile.

Beim Surfen am Smartphone und Tablet lässt sich die zu übertragene Datenmenge mit Opera Mobile für Android und iOS verringern. Der kostenlose Alternativ-Browser basiert auf einem unabhängigen Kern zum Berechnen von Webseiten und enthält einen zuschaltbaren Packer. Er komprimiert in Webseiten eingebettete Grafiken vor der Übertragung. Dazu werden die Seiteninhalte über einen Server von Opera geleitet, dort in eine für das jeweilige Gerät optimierten Auflösung heruntergerechnet und schließlich zum Anwender geladen. Vor allem große Webseiten erscheinen im Vergleich zu Safari und Chrome spürbar flotter auf dem Display. Auch in Opera für Windows ist eine Komprimierung enthalten.

DSL-Tuning in der Registry

In vielen Fällen lässt sich auch aus der schnellsten Internet-Verbindung durch eine geeignete Windows-Konfiguration noch das letzte Quäntchen Geschwindigkeit herausholen. Das Freeware-Tool DFÜ-Speed schlägt Ihnen die optimalen Parameter für Verbindungen über analoge Modems, ISDN, DSL oder LAN vor, die Sie mit einem Klick übernehmen können.

Alternativ starten Sie den Registrierungseditor über Start/Ausführen…/regedit und nehmen dort selbst die wichtigsten Änderungen vor. Ersetzen Sie dazu die aus Platzgründen verwendeten Abkürzungen HLM und HCU zu Beginn der Registry-Schlüssel in der folgenden Tabelle durch die Teilschlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE beziehungsweise HKEY_CURRENT_USER.

 

 

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