16.02.2012, 10:00

Jürgen Donauer

Datenspeicher

Mit ownCloud eigene Cloud einrichten

Mit dem kostenlosen ownCloud richten Sie schnell Ihre eigene Cloud ein

Richten Sie sich Ihren eigenen Cloud-Dienst ein. Auf Ihrem eigenen Server. Mit dem kostenlosen Paket ownCloud ist das kein Problem. PC-WELT zeigt die Einrichtung eines eigenen Cloud-Dienstes Schritt für Schritt.
Die Cloud ist derzeit in aller Munde. Allerdings gibt es auch viele Kritiker, die sich mehr Kontrolle für die Anwender über die eigenen Daten wünschen und auch andere Sicherheitsbedenken in den Raum werfen. Genau hier setzt das Prinzip der „eigenen Cloud“ an.
Wenn Sie bereits einen eigenen Server laufen haben, entsprechende Datensicherungen durchführen können und von außen via OpenSSH auf den Server zugreifen können, dann besitzen Sie die idealen Voraussetzungen, auch gleich die eigene Cloud auf dem Server laufen zu lassen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Denn ownCloud macht dies zu einem Kinderspiel. Mit wenigen Handgriffen ist die eigene Datenwolke einsatzbereit. Dieser PC-Welt-Workshop zeigt Ihnen, wie Sie Ihre eigen Cloud auf einem Ubuntu-Server einrichten.

Vorbereitung und Installation der richtigen Software-Pakete für ownCloud

Das Paket ownCloud ist zwar in neueren Ubuntu-Versionen vorhanden, jedoch nicht auf dem aktuellen Stand. Aus diesem Grund installieren Sie mit folgenden Befehlen nur die notwendigen Software-Pakete: sudo apt-get install apache2 php5 php5-sqlite php5-json. Die Entwickler geben die Installation der nachfolgenden Pakete als optional an: sudo apt-get install mp3info curl libcurl3 libcurl3-dev php5-curl zip php5-gd. Die PC-Welt empfiehlt diesen Schritt allerdings, weil Sie die ownCloud damit in voller Pracht nutzen können.
Je nach Internet-Verbindung und Rechner-Geschwindigkeit dauert die Installation eine gewisse Zeit. Ist dies geschafft, holen Sie sich die neueste Version der ownCloud: owncloud.org/go/owncloud-download (zirka 2,5 MByte) und entpacken diese. Es handelt sich hier um eine .tar.bz2-Datei, die Sie unter Linux wie folgt dekomprimieren können: tar xjvf owncloud-XXX.tar.bz2, wobei das XXX dem Namen der herunter geladenen Datei entsprechen muss.
Nun verschieben Sie das Verzeichnis in das Server-Verzeichnis von Apache und geben dem Webserver-Daemon alle entsprechenden Rechte. Folgende drei Befehle erledigen diesen Schritt: sudo mv owncloud /var/www/, cd /var/www, sudo chown -R www-data.www-data owncloud. Ab hier können Sie die Einrichtung im Browser weiterführen. Dazu öffnen Sie die Adresse http://<IP-Adresse oder Name des Servers>/owncloud/.
Hinweis: ownCloud lässt sich auch mit MySQL betreiben, wenn die Datenbankserver-Software auf dem Rechner installiert ist. Für eine kleine oder persönliche Verwendung sollte das schlanke Datenbanksystem SQLite allerdings vollkommen ausreichen.

ownCloud einrichten

Der erste Schritt im Browser besteht darin ein Administrator-Konto zu erstellen. In der gleichen Maske können Sie ein Verzeichnis festlegen, in dem die Daten gespeichert werden. Per Standard ist dies /var/www/owncloud/data/. Sollten Sie das Verzeichnis ändern, stellen Sie sicher, dass Apache darauf auch Zugriff hat. Ansonsten ist dieses Verzeichnis natürlich für die Datensicherung wichtig.
Damit ist die ownCloud auch schon komplett eingerichtet und Sie können diese sofort benutzen.
Auf die ownCloud zugreifen
Generell haben Sie zwei Möglichkeiten, um mit der ownCloud zu kommunizieren. Entweder via Browser oder Sie binden ein Verzeichnis via WebDAV ein. Via Browser sieht die URL in diesem Beispiel so aus: http://<Server>/owncloud/. Einen Zugriff via WebDAV stellen Sie mittels http://<Server>/owncloud/files/webdav.php her.
Auf der ownCloud-Webseite wird von Problemen mit dem eingebauten WebDAV-Client von Windows 7 berichtet. Auch mit dem Vorschlag, die Registry entsprechend zu ändern gelang es im Test nicht, sich mit den Windows-7-Bordmitteln via WebDAV zur ownCloud zu verbinden. Einmal war gar keine Verbindung möglich, dann wurden die Benutzerdaten nicht akzeptiert. Mit Internet Explorer und unter einem Linux-Client funktionierte es problemlos.
Als beste Lösung für Windows 7 hat sich der freie Client BitKinex erwiesen. Dieser kann unter anderem mit WebDAV umgehen, lässt sich als Windows-Dienst verwenden und kann sich in den Windows Explorer integrieren. Damit hat ein Zugriff auf die ownCloud beim ersten Anlauf geklappt. Die PC-Welt empfiehlt daher BitKinex für eine Verwendung mit der ownCloud, sollten Sie mit einem Browser-Zugriff nicht glücklich sein.
Sollten Sie via WebDAV zugreifen, haben Sie natürlich ausschließlich Zugriff auf die Dateien der ownCloud und können nicht auf die anderen Funktionen zugreifen.

ownCloud ist mehr als ein reiner Datenspeicher

Die Software bietet bei der Benutzung mit einem Browser unter anderem auch einen Kalender. Außerdem können Sie damit Ihre Kontakte verwalten. Diese lassen sich mit Software synchronisieren, die das CardDAV- beziehungsweise das CalDAV-Format beherrschen.
Weiterhin besitzt die ownCloud einen eingebauten Media-Player und kann PDF-Dateien anzeigen, ohne ein Plugin im Browser installiert haben zu müssen. Der integrierte Text-Editor beherrscht Syntax-Highlighting für 35 Programmiersprachen.
Die kürzlich veröffentlichte Version 3 bringt auch einen Application Store mit sich. Entwickler können hier Erweiterungen hochladen, auf die Anwender sofort Zugriff haben. Die Add-On-Sammlung kann also von beiden Parteien gleichzeitig genutzt werden.

Arbeiten mit mehreren Benutzern

In der wonCloud müssen Sie natürlich nicht alleine bleiben. Der Administrator kann neue Benutzer und Gruppen anlegen. Daten lassen sich mit anderen teilen. Diese findet der jeweilige Anwender dann im Verzeichnis Shared wieder.
Anwender können Dateien auch komplett für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Hierzu wird ein Link mit einem Sicherheits-Token erzeugt, den der Nutzer dann anderen Anwendern schicken kann.
Damit einzelne Benutzer nicht den kompletten Speicherplatz verbrauchen können, haben Administratoren die Möglichkeit, diesen mittels Quotas einzuschränken. Tragen Sie dazu in der Benutzerverwaltung einfach den gewünschten Maximalverbrauch ein.
Die ownCloud ist weder schwer zu bedienen, noch schwer zu verstehen. Sie werden damit in wenigen Minuten zurecht kommen. Das Projekt ist jung, aber schon sehr stabil. Für die Zukunft darf man sicher noch viele weitere Funktionen erwarten.

Tipp: ownCloud auf einem Webhosting-Paket installiert

Wenn Sie ein Web-Paket bei einem Hoster haben, können Sie die ownCloud dort ebenfalls installieren. Somit hätten Sie auch ohne eigenen Server von überall Zugriff darauf. Die Installation ist dabei sehr ähnlich zu der hier vorgestellten Lösung. Sie finden weitere Informationen dazu in Englischer Sprache auf der Projektseite.
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