Ratgeber Smartphone

LTE - das kann der neue Turbofunk fürs Internet

Mittwoch den 21.12.2011 um 10:00 Uhr

von Oskar Greb

Schneller surfen mit LTE.
Vergrößern Schneller surfen mit LTE.
© iStockphoto.com/kryczka
Die neue LTE-Technik wird als Durchbruch für das mobile Internet gefeiert. Sie verheißt mehr Geschwindigkeit für alles, was Spaß macht: Surfen, Spielen und TV-Dienste.
Deutschland hinkt beim Breitbandausbau im internationalen Vergleich noch hinterher. In vielen ländlichen Gebieten ist kein DSL verfügbar. Mit LTE (Long Term Evolution), dem Mobilfunknetz der nächsten Generation, soll jetzt alles besser werden. Es ist als UMTS-Nachfolger gedacht und soll sich gar zur DSL-Alternative mausern.

Die Bundesnetzagentur hat 2010 die Versteigerung der durch das Ende der analogen TV-Ausstrahlung frei werdenden Frequenzbänder um 800 MHz daran geknüpft, dass der Internetzugang per Funk zunächst in kleinen Orten und Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern ausgebaut wird. Die deutschen Mobilfunkfirmen konnten sich die Frequenzblöcke sichern und arbeiten nun am Ausbau des LTE-Netzes, um den gesteigerten Bedarf an mobilen Internetdiensten zu decken. Nach dem Land kommen nach und nach auch Städte dran.

Vorteile von LTE: Tempo und Stabilität

LTE wird vorerst parallel zu den bestehenden GSM- und UMTS-Netzen aufgebaut. Die technischen Grundlagen des Standards klingen gut: LTE bringt höhere Kapazität und Bandbreite sowie zugleich eine bessere Funkabdeckung und Stabilität. LTE ist ein paketvermitteltes Netzwerk. Die Sprachübermittlung in solchen Netzen erfolgt per IP-Protokoll. Das bedeutet, dass sich LTE auch als Grundlage für bandbreitenhungrige Internetanwendungen wie Live-TV, Videodienste oder Online-Spiele eignet.

Tempo: Die machbare Geschwindigkeit von LTE liegt im ersten Schritt theoretisch bei um die 100 MBit/s Empfangs- und um die 50 MBit/s Sendeleistung – in einem 20 MHz breiten Funkband. Die Antwortzeiten liegen bei nur rund 10 Millisekunden, was sogar schneller als bei Festnetz-DSL (20 Millisekunden) ist. Bei LTE teilen sich die Teilnehmer aber die verfügbare Bandbreite.

Flexibilität: Im Gegensatz zu UMTS ist LTE vielseitiger und erlaubt schon bei geringer Frequenzausstattung DSL-Tempo. Es kommen diverse Frequenzbereiche zum Einsatz: um 800 MHz auf dem Land sowie 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz für die Bereitstellung von schnellen Breitbanddiensten in Städten. Zudem gilt LTE als kostengünstig, weil leicht in die bestehende Funknetz-Infrastruktur integrierbar, und nicht zuletzt als weniger störanfällig durch Modulationsverfahren, bei denen sich der Datenstrom auf mehrere Frequenzbänder verteilt. Während es bei alten Standards durch die Überbelegung von Funkzellen oft Engpässe gab, soll LTE insgesamt mehr Effizienz und Flexibilität bringen. Für die bessere Empfangsqualität, mehr Datendurchsatz und geringere Verzögerung kommt MIMO-Mehrantennentechnik (Multiple Input, Multiple Output) zum Einsatz.

Mittwoch den 21.12.2011 um 10:00 Uhr

von Oskar Greb

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