19.06.2012, 11:15

David Wolski

Mit Android ins Internet

Unterwegs ins Netz: Smartphone als Router

Per Smartphone ins Internet: Android erlaubt es, die Internet-Verbindung über das WLAN und USB frei zu geben

Mit dem Notebook über das Smartphone ins Internet: Android bietet dazu die Verbindungsfreigabe über WLAN und USB. Eine praktische Lösung für unterwegs - sofern der Mobilfunk-Anbieter mitspielt.
Zwar sind Smartphones mittlerweile durchaus dazu in der Lage, Aufgaben zu übernehmen, die bislang ausgewachsenen PCs und Notebooks vorbehalten waren. Wer unterwegs Mails abrufen will, Webseiten besucht und auf Dokumente in Cloud-Diensten lesend zugreift,  kommt mit dem Smartphone alleine schon recht weit. Arbeitslos werden Notebooks damit aber nicht: Für die ausgewachsenen Anwendungen und Office-Programme brauchen Sie einen PC. Wenn unterwegs kein Drahtlos-Netzwerk zur Verfügung steht, können Sie - abhängig vom Mobilfunkanbieter - die Internet-Verbindung über das Smartphone nutzen. Ganz ohne UMTS-Tarif und ohne spezielle Steckkarte für HSDPA/UMTS/GPRS.

Smartphone als WLAN-Router

Mit wenige Konfigurationsaufwand können Sie das Smartphone mit Android in einen persönlichen Zugangspunkt (Hotspot) verwandeln, um sich dann mit dem Notebook zu diesem temporären Drahtlos-Netzwerk zu verbinden. Das Smartphone arbeitet dann als WLAN-Router, um die Internetverbindung des Mobilfunknetzes den WLAN-Gästen zur Verfügung zu stellen. Der Vorteil ist, dass Sie dazu nicht mal Kabel benötigen und mehreren anderen PCs in Reichweite eine Internet-Verbindung bieten können. Der Nachteil ist eine eher bescheidene Geschwindigkeit und eventuell höhere Kosten für das übertragene Datenvolumen, falls Sie keine Daten-Flatrate haben. Auch sollten Sie sich zuvor informieren, ob ihr Mobilfunkanbieter die gemeinsame Nutzung der Internet-Verbindung erlaubt. Die meisten Anbieter stehen der Nutzung heute zwar aufgeschlossen gegenüber, aber nur der Blick in die AGB schafft Gewissheit.
Hotspot-Fähigkeiten bietet Android bereits ab Version 2.2 (Froyo) an. Die Funktion ist Bestandteil des Betriebssystems und Sie benötigen dazu keine zusätzliche App. So funktioniert es: Gehen Sie in Android auf die Einstellungen und dann auf „Drahtlos & Netzwerke“. Einer der Unterpunkte lautet „Tethering und mobiler Hotspot“, wo Sie alle Einstellungen zur Verbindungsfreigabe finden. Um das Smartphone als WLAN-Zugangspunkt zu konfigurieren, setzen Sie dort zuerst ein Häkchen vor der Option „Mobiler WLAN-Hotspot“. Anschließend gehen Sie im gleichen Menü auf „WLAN-Hotspot-Einstellungen“ oder „WLAN-Hotspot konfigurieren“, je nachdem wie der Menüpunkt bei Ihnen lautet. Wechseln Sie dann dort von „Sicherheit, Open“ auf „WPA2 PSK“. Jetzt können Sie im Feld Netzwerk-SSID den Netzwerk-Namen festlegen und ein Passwort als Pre-Shared Key (PSK) für die WPA2-Verschlüsselung festlegen  Merken Sie sich den Namen im Feld „Netzwerk-SSID“, den unter diesem Netzwerknamen taucht das  WLAN in den Netzwerkeinstellungen des Notebooks auf.
Sobald das neue Netzwerk über das Notebook sichtbar ist, können Sie sich mit dem zuvor vergebenen Passwort damit verbinden. Beachten Sie, dass die Reichweite nicht sonderlich groß ist, denn das Smartphone hat keine dezidierten Stabantennen, wie ein ausgewachsener WLAN-Router. Ab 5 Metern nimmt die Empfangsqualität meist schon recht deutlich ab.  Das Routing übernimmt Android übrigens automatisch, hier ist keine gesonderte Konfiguration nötig.

USB-Tethering: Kabelgebunden ins Internet

Eine weitere Methode, die jedes Android ab Version 2.2 unterstützt, ist die Anbindung eines PCs mit einem USB-Kabel. Diese Weg nennt sich „USB-Tethering“ und hat den Vorteil, dass Sie dabei das Smartphone gleich aufladen und sich für die Netzwerkverbindung keine Passwörter merken müssen. Da die Softwareware-Entwickler von Google ganz offensichtlich genau diese Anwendungsfälle im Sinn hatten, ist auch hier keine spezielle App nötig. Die Einrichtung ist ähnlich einfach wie die Konfiguration eines WLAN-Hotspots.
Schließen Sie das Smartphone zuerst mit dem USB-Kabel, das auch als Ladekabel dient an das Notebook an. Gehen Sie anschließend in Android wieder in den Einstellungen auf „Drahtlos & Netzwerke“ und setzen Sie dort den Haken vor der Option „USB-Tethering“. Hinweis: Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn die USB-Verbindung zum PC bereits steht. Ist USB-Tethering aktiviert, dann erkennt das Notebook automatisch das Smartphone als externes Netzwerkgerät, das eine Netzwerkverbindung zur Verfügung stellt. Beim Einsatz von Windows erfolgt die Verbindungsaufnahme dann automatisch über die Netzwerkeinstellungen im Systray.

Bluetooth-Tethering: Die dritte Möglichkeit

Der Vollständigkeit halber stellen wir noch die dritte Methode vor, das Smartphone als Router zu nutzen. Sofern das Notebook Bluetooth unterstützt, können Sie die Netzwerkverbindung auch drahtlos über Bluetooth herstellen. Auch diese Option ist fester Bestandteil von Android. Schalten Sie zunächst den Bluetooth-Chip des Smartphones in „Drahtlos & Netzwerke“ ein und setzen Sie dann das Gerät auf „sichtbar“. Die Konfiguration für Tethering ist ebenfalls in den Einstellungen über „Drahtlos & Netzwerke,  Tethering & mobiler Hotspot“ zu finden. Über die Option "Bluetooth-Tethering“ schalten Sie die Verbindungsfreigabe über Bluetooth ein und können sich dann mit einem geeigneten Notebook mit dem Smartphone verbinden. Da Bluetooth aber nicht bei allen Smartphones problemlos funktioniert, ist es eventuell nötig, zuerst den WLAN-Sender in Android abzuschalten. Dies gelingt in den Einstellungen „Drahtlos & Netzwerke“, wo Sie den Schalter „WLAN“ auf „AUS“ stellen. Oder Sie öffnen auf dem Smartphone die obere Menüleiste und schalten dort über das entsprechende Wellen-Symbol das WLAN ab.

Tethering: Nicht immer vom Mobilfunkanbieter erlaubt

Smartphones erzeugen im Mobilfunknetz eine vielfach höhere Netzwerk-Auslastung als gewöhnliche Mobiltelefone - zumal Smartphones auch dann übertragen, wenn Sie gerade gar kein Gespräch führen. Die Nutzung einer Internetverbindung über Mobilfunk bedeutet nicht nur eine höhere Netzauslastung; dem Anbieter entgehen zudem Gebühren, wenn Kunden einfach über das Smartphone online gehen und nicht etwa mit einen gesonderten Tarif über HSDPA/UMTS/GPRS. Zudem ist es möglich, mit VoIP-Lösungen wie Skype, Viber und Google Talk Gespräche über eine Internet-Verbindung zu führen. Dies sehen die meisten Anbieter gar nicht gerne, da dann Gesprächskosten als Einnahmequelle entfallen. Eine Daten-Flatrate ist nicht automatisch ein Freifahrtsschein für VoIP.
Bevor Sie kurzerhand die einfache Methode wählen, das Smartphone als persönlichen Router zu verwenden: Informieren Sie sich erst, ob der Mobilfunk-Anbieter diese Art der Nutzung erlaubt. Ein gesonderter Punkt zu Tethering und Verbindungsfreigabe ist heute Bestandteil der meisten AGB und steht meist auch klar in den Tarifbeschreibungen. Schlimmstenfalls drohen bei Verletzung der AGB Vertragsstrafen, da dem Mobilfunk-Anbieter der Nutzungsverhalten der Kunden keineswegs verborgen bleibt. Vorsicht Falle: Auch wenn der Netzanbieter Tethering erlaubt, so kann es ein Reseller in den eigenen AGB wieder verbieten.  Als Übersicht im Folgenden die Situation bei ausgewählten Providern und Tarifen.
Telekom: Tethering erlaubt bei den „Complete“-Tarifen, wird hier als „Laptopnutzung“ bezeichnet.
(Stand: Juni 2012)
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