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Goldgrube Open Source

27.08.2009 | 11:01 Uhr |

Dass mit Open Source kein Geld zu verdienen ist, ist ein Vorurteil, das sich nicht bestätigt hat. Im Gegenteil: Die Umsätze im Fahrwasser der freien Software werden in den kommenden Jahren kräftig anziehen.

Open Source setzt sich im Unternehmensbereich unaufhaltsam durch. Das drückt sich auch in immer stärkerem Maße in den Umsätzen aus, die mit Anwendungen und Services rund um freie Software gemacht werden. Im Jahr 2007 erwirtschaftete die Open-Source-Branche noch 1,73 Milliarden Dollar. Das Marktforschungsunternehmen IDC rechnet mit einem Marktvolumen von 4,83 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2012. Das entspricht einem jährlichen Plus von 23 Prozent.

Allein die Umsätze mit sogenannter Standalone-Open-Source-Software werden sich in nur fünf Jahren verdreifachen. Darunter versteht IDC-Analyst Matthew Lawton Open-Source-Produkte, die kommerziell angeboten werden. Auf der einen Seite sind dies neue OS-Programme, die im Jahr etwa 32 Prozent Wachstum hinlegen und auf der anderen Seite ehemals auf Closed-Source basierende Projekte, die zwar langsamer wachsen, aber aufgrund ihres Bekanntheitsgrades gute Umsätze generieren. Dazu zählt Lawton beispielsweise Suns Unix-Derivat, das unter dem Namen Open Solaris weiterentwickelt wird.

Wie weit quelloffene Software bereits die IT-Abteilungen durchdrungen hat, darüber können die Zahlen allerdings keine Auskunft geben. Das liegt in der Natur der Open Source: IT-Verantwortliche können die Software ohne Registrierung und über verschiedene Kanäle kostenlos herunterladen. Außerdem stecken heute in vielen Systemen auch Teile von Open-Source-Produkten. Und hier sehen die Analysten auch das größte Potenzial der freien Anwendungen: Mixed-Source-Systeme, die die traditionelle IT-Landschaft in aller Stille um integrierte, quelloffene Lösungen ergänzen. Oft ist den Anwendern und Administratoren deshalb gar nicht bewusst, dass sie bereits Open Source einsetzen.

Obwohl die Standalone-Programme präsenter sind und ein ordentliches Wachstum vorweisen können, erzählen die Marktzahlen dieser freien Tools nur einen Teil der Geschichte. Der kommerzielle Erfolg von Open Source hängt in stärkerem Maße von der Integration in andere Produkte ab. Auch die Umsätze mit Leistungen rund um Open-Source-Software wie Support, Integrationsservices und individuelle Erweiterungen, dürfen bei der Marktanalyse nicht unbeachtet bleiben. Nach Einschätzung von IDC werden Software-Hersteller, die sich ganz auf proprietäre Software konzentrieren, aufgrund des verstärkten Einsatzes von Open Source in der IT in Zukunft einen raueren Wind zu spüren bekommen.

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