In Redmond will man aber nicht tatenlos zusehen, wie Anwender, die bislang bereit waren, für Software zu bezahlen, nach und nach zu kostenlosen Web-Anwendungen wechseln. „Wir werden in den nächsten 3 bis 10 Jahren zu nahezu jeder unserer Anwendungen eine passende Web-Lösung anbieten“, sagte Steve Ballmer in einem Interview der New York Times. 3 bis 10 Jahre – im schnelllebigen Computergeschäft ist das eine lange Zeit. Hinzu kommt, dass viele der unter dem Namen Windows Live angekündigten Dienste sehr viel später kommen als geplant.
Datenbank: Einen weiteren Schritt in Richtung Offline-Anwendungen geht Google mit Google Gears. Das Programm ist bislang nur in einer sehr frühen Betaversion verfügbar. Es legt Datenbankinhalte dynamisch in einer relationalen Datenbank auf dem PC des Anwenders ab und lädt immer dann Inhalte herunter, wenn die Leitung nicht anderweitig genutzt wird. Umgekehrt lassen sich Ergebnisse und aktualisierte Versionen von Dokumenten immer dann hochladen und aktualisieren, wenn eine Netzleitung zur Verfügung steht. So kann man Online-Anwendungen wie Google Docs & Spreadsheets, RSS-Reader oder Online-Kalender auch offline nutzen. Sie treten damit in direkte Konkurrenz zu Word, Excel & Co. Laut Google eignet sich Gears vor allem für Entwickler, aber auch für Geschäftsleute, die beispielsweise im Flugzeug nicht auf eine Netzverbindung zurückgreifen können.
Hartnäckig halten sich Gerüchte, Google arbeite unter dem Projektnamen GooOS an einem eigenen Betriebssystem auf Linux-Basis. Marissa Mayer, Vice President Search Products & User Experience von Google, hat sie auf Nachfrage der PC-WELT nicht dementiert: „Wir prüfen eine Reihe von Produkten darauf, ob sie in unser Unternehmenskonzept passen. Dazu zählen sicherlich auch Software-Anwendungen dieser Art.“
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