03.04.2003, 11:13

Hans-Christian Dirscherl

Microsoft setzt verstärkt auf bezahlte Suchergebnisse im Internet

Microsoft will in Zukunft verstärkt bei der Internetsuche abkassieren. Die Redmonder wollen dazu ihre MSN-Seite überarbeiten und verstärkt auf bezahlte Suchergebnisse setzen.
Microsoft will in Zukunft verstärkt bei der Internetsuche abkassieren, wie dasWall Street Journal onlineberichtet. Die Redmonder wollen dazu ihreMSN-Seiteüberarbeiten und verstärkt auf bezahlte Suchergebnisse setzen.
Die MSN-Sparte von Microsoft schreibt bisher rote Zahlen, in den letzten sechs Monaten des Jahres 2002 machte MSN 254 Millionen US-Dollar Verlust(PC-WELT berichtete).Verständlich, dass der Redmonder Konzern da nach neuen Einnahmequellen sucht. Und Microsoft scheint fündig geworden zu sein: Ein verstärktes Engagement bei bezahlten Platzierungen von Unternehmen bei der MSN-Internetsuche soll mehr Geld in die Kasse spülen.
"Paid search listings", wie die erkauften Platzierungen in Suchmaschinen heißen, sind für Microsofts MSN-Suche nichts neues. MSN erwirtschaftet pro Jahr rund 600 Millionen Dollar Umsatz mit Werbung, davon ein großer Teil mit bezahlten Suchergebnissen. Bisher bezog Microsoft die bezahlten Suchergebnissen von dem kalifornischen UnternehmenOverture.Doch das soll sich Insidern zufolge bald ändern, Microsoft will die Sache selbst in die Hand nehmen und seinen eigenen "paid search listings"-Dienst entwickeln.
Bob Visse, Marketing Director von MSN, dementiert jedoch, dass Microsoft seine Zusammenarbeit mit Overture beenden wolle. Die Verträge zwischen Microsoft und Ouverture laufen allerdings Ende 2003 und 2004 aus. Über die Planungen von Microsoft nach diesem Datum wollte sich Visse gegenüber dem Wall Street Journal nicht äußern. Genauso einsilbig zeigte sich der MSN-Manager auf die Frage nach der finanziellen Höhe des Microsoft-Engagements beim Ausbau der Internetsuchfunktion. Er bestätigte lediglich, dass dieses Aufgabenfeld der Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung von MSN sei, Microsoft wolle hierbei Marktführer werden.
Auch Overture trat den Gerüchten über eine Scheidung von Microsoft entgegen: "Wir haben eine starke und wachsende Partnerschaft mit Microsoft", betonte Al Duncan, ein Sprecher der Kalifornier. Zur Bekräftigung wies er auf ein neues Abkommen hin, in dem Overture "paid search listings" für die koreanische MSN-Seite zur Verfügung stellen soll.
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