Microsoft konterte damit, dass es die neuen XML-Formate unter der Bezeichnung "Office Open XML" (OOXML) bei der ECMA International zur Standardisierung ein reichte, wo sie als ECMA-376 im Dezember 2006 verabschiedet wurden. In weiterer Folge sollten die Redmonder Dateiformate über die ISO als internationale Technologiestandards etabliert werden. Microsoft machte sich für ein Schnellverfahren durch die Standardisierungsorganisation stark, so dass OOXML innerhalb von fünf Monaten am Ziel sein könnte. Allerdings sprachen sich die Vertreter einiger Länder gegen die rasche Verabschiedung der Office-Formate aus.
Microsoft witterte dahinter in einem offenen Brief eine Verschwörung der IBM. Anfang April schafften es die Redmonder, gegen den Widerstand von 20 Ländern das Schnellverfahren von der ISO genehmigt zu bekommen.
Die Kritik an der Etablierung von OOXML als Standard entzündet sich an einer Reihe von Punkten. So begründete Microsoft die Entscheidung für ein eigenes XML-Format damit, dass dieses alle Eigenschaften der alten Binärdateien abbilden müsste. ODF dagegen sei darauf ausgelegt, möglichst portabel zwischen verschiedenen Anwendungen zu sein und daher nicht in der Lage, alle Funktionen von MS Office darzustellen.
Die Gegner von OOXML argumentieren nun damit, dass es nicht Aufgabe eines Standards für Office-Dokumente sein könne, exakt die Eigenheiten einer bestimmten Software zu berücksichtigen. Vielmehr diene eine Spezifikation wie diese dazu, einen Mechanismus zu schaffen, um Dokumente zwischen Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen oder Präsentationsgrafiken verschiedener Hersteller auszutauschen.
Dieser Artikel stammt von der Computerwoche.
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