02.05.2012, 12:05

Friederike Jubel

Microsoft neuestes Betriebssystem im Überblick

Die Vorteile von Windows 8

Mit Windows 8 setzt Microsoft auf eine völlig neue Nutzererfahrung. Die Bedienung ist für Tablets optimiert und zumindest die Oberfläche ist Nutzern von Windows Phone bereits bekannt. Dahinter steckt nach wie vor ein klassisches PC-Betriebssystem.

Einen Monat ist die Consumer Beta von Windows 8 im Umlauf und jeder kann sie testen. Wo liegen die Vor- und Nachteile der nächsten Windows-Version?
Microsoft Windows hat seit der Version 3.0 eine lange Entwicklung mitgemacht, die oft auch mit umfangreichen Veränderungen der Bedien-Oberfläche einher gingen. Mit der Einführung der Metro-Oberfläche von Windows 8 macht Microsoft jedoch den bisher größten Schritt. Die Programme – jetzt Apps genannt – liegen als Kacheln auf dem Startbildschirm, dafür ist das Startmenü komplett verschwunden.
Nachfolger ist ein Menü-Bildschirm, der dem Menü „Alle Apps“ auf den Smartphones ähnelt. Der alte Desktop, wenn auch ohne Startmenü, ist allerdings nach wie vor vorhanden, wird aber vor allem bei Privatanwendern kaum mehr gefordert sein.
Die Vorteile der neuen Oberfläche sind vielseitig. Insbesondere der Schnellzugriff auf häufig genutzte Anwendungen ist über die Metro-Oberfläche deutlich komfortabler gelöst. Jeder kann sich die Kacheln nach Wunsch anordnen und so die Oberfläche individualisieren. Des Weiteren enthält diese Oberfläche noch die Benachrichtigungen zu Emails, Messenger-Nachrichten, Wetter und vielem mehr, was unter Windows Vista und Windows 7 noch über Desktop-Widgets gelöst wurde, die zum Teil jedoch hohe Systemlast erzeugt haben. Diese Benachrichtigungen und die volle Integration von Microsoft Skydrive ins Betriebssystem zeigen zudem den Trend hin zum Always-on-Betriebssystem, der bereits bei der Benutzeranmeldung auffällt: Als Benutzer-Account gilt der Windows-Live-Account. Sie können Windows zwar nach wie vor auch offline nutzen, das Betriebssystem legt beim ersten Login dann einen Offline-Account im selben Format an.
Den langwierigen Startvorgang umgeht Windows 8, indem in den meisten Fällen nicht das komplette Betriebssystem heruntergefahren wird, sondern nur der aktuelle Benutzer. Das eigentliche Betriebssystem befindet sich dann im Ruhezustand. Nur bei komplettem Neustart des Systems wird auch dieses heruntergefahren und neu gestartet. Dann dauert aber auch das Starten wieder länger. Der Bootvorgang selbst soll allerdings auch sicherer werden, da nur authentifizierte Komponenten für den Bootvorgang zugelassen werden.
Die Aufteilung in Startbildschirm und Desktop kann sich sogar in Anwendungen fortsetzen. Beispielsweise kommt der Internet Explorer in zwei Varianten: Die Metro-Variante, die über die Kachel gestartet wird, kann keine Plug-Ins ausführen und ist somit zum Beispiel auch nicht Flash-fähig. Microsoft geht offenbar davon aus, dass mit HTML5 genug Multimedia-Fähigkeiten vorhanden sind und Flash zunehmend verdrängt wird. Wer dennoch Flash benötigt, muss den Internet Explorer vom Desktop aus starten. Hier hat er wiederum die volle Funktionalität inklusive aller Plug-Ins.
Umfangreich sind die Änderungen beim Taskmanager. Er wurde optisch komplett überarbeitet und stellt alle Informationen nun etwas verständlicher als noch in Windows 7 dar. Die Prozesse sind nach Apps, Hintergrund-Prozessen und Windows-Prozessen gruppiert. Zusätzliche Informationen sind über den Ressourcen-Monitor zu finden, der aus dem Taskmanager heraus zugänglich ist.
Eine weitere Neuerung in der Tiefe des Systems kommt vorerst jedoch nur mit der Server-Version von Windows 8: das Resilient File System, kurz ReFS. Es ist eine Weiterentwicklung von NTFS, dem Dateisystem, das mit Windows NT eingeführt wurde, und ist auf weitreichende Kompatibilität mit NTFS ausgelegt, wenngleich auch einige Funktionen von NTFS nicht mehr weitergeführt werden. Dafür soll ReFS nochmals deutlich stabiler und robuster gegen Dateifehler sein. Für die Endnutzer wird es ReFS als integriertes Dateisystem frühestens mit dem ersten Service-Pack für Windows 8 geben, eventuell sogar erst mit der Nachfolge-Version von Windows. Die Server-Variante des Betriebssystems soll ReFS jedoch schon ab Vertriebsstart beinhalten. Für die Clients sollen Lese-Zugriffe auf ReFS-Laufwerke jedoch ab sofort möglich sein. Hintergrund der Einführung von ReFS ist die Einführung von virtualisiertem Speicherplatz auf dem Client. Storage Spaces nennt Microsoft das Konzept, das Administratoren schon vom Thin Provisioning auf virtualisierten Systemen her bekannt ist. Hierbei kann beim Einrichten eines Laufwerks nahezu beliebig viel Speicherplatz vorgesehen werden, der nicht physikalisch vorhanden sein muss. Ist der tatsächlich verfügbare Speicherplatz erschöpft, kann ein neues Laufwerk ohne große Eingriffe in die Datenträger-Verwaltung einfach als Fortsetzung integriert werden.
Noch nicht implementiert, für die finale Version jedoch vorgesehen, ist die Möglichkeit, das Betriebssystem vom USB-Stick aus zu starten – vorausgesetzt, dieser ist groß genug. Derzeit ist davon auszugehen, dass der Client einen 16 GByte großen USB-Stick voraussetzt, beim Server sind es sogar 20 GByte.
Die Vorteile von Windows 8 erschließen sich vor allem für Tablet- und Netbook-Nutzer, die insbesondere im mobilen Einsatz von dem Geschwindigkeits-Vorteil beim Booten profitieren und vom Schnellzugriff über die Kacheln. Für den Unternehmens-Einsatz wird vielleicht das neue File-System ein Argument werden. Als Arbeitssystem eignet es sich eher für Arbeitsplätze mit eingeschränktem Aufgabenumfang, denen die Zugriffs-Möglichkeiten über die Kacheln genügen.
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