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Digitalkamera-System der Zukunft

15.07.2009 | 19:45 Uhr |

Micro-Four-Thirds-Digitalkameras führen den Begriff „Spiegelreflex“ ad absurdum: Denn sie arbeiteten zwar mit Wechselobjektiven, aber ohne Spiegel.

Eigentlich braucht eine Micro-Four-Thirds-Digitalkamera eine eigene Namensgebung. Denn im Gegensatz zu einem Kompaktmodell arbeitet sie mit Wechselobjektiven, setzt aber anders als eine digitale Spiegelreflexkamera keinen Spiegel ein – wodurch sie sehr viel kompakter zu bauen ist. Daher haben sich Olympus und Panasonic, die derzeit einzigen Hersteller von Micro-Four-Thirds-Modellen, eigene Namen für ihre Geräte ausgedacht: Olympus lässt mit der E-P1 seine aus den 50er-Jahren bekannte Pen-Serie wieder auferstehen. Panasonic führt mit der DMC-G1 und der DMC-GH1 eine komplett neue Bezeichnung ein – das G-Micro-System.

Micro Four Thirds: technische Grundlagen
In seinen Grundzügen orientiert sich der Standard am „großen Bruder“ Four Thirds. Mit diesem Spiegelreflexsystem und seinem 2fachen Crop-Faktor revolutionierten Olympus und Kodak bereits 2002 die Fotowelt. Dank festgelegter Parameter ermöglicht es Four Thirds dem Anwender, Objektive, die nach dem Four-Thirds-Standard gefertigt sind, an allen Four-Thirds-Gehäusen zu verwenden – unabhängig vom Hersteller. In den Four-Thirds-Richtlinien sind folgende Faktoren festgelegt:

- die Größe des Sensors (17,3 x 13 Millimeter)
- die Art, Größe und Form des Objektivanschlusses sowie der Digitalkamera-Fassung
- die Größe des Abbildungskreises
- die Entfernung zwischen Bildsensor und der Befestigungsfläche des Objektivs (Auflagemaß)
- die Position des Sensors bezogen auf die letzte Linse
- ein einheitliches Kommunikationsprotokoll zwischen Objektiv und Gehäuse

Übrigens: Seinen Namen – Vier Drittel (Zoll) - hat das Format von der Nominalgröße des Bildsensors. Die Hersteller berechnen sie immer noch nach einer Methode, die aus der Zeit der Vakuum-Bildaufzeichnungsröhren stammt. Sie gibt die Größe dieser Vidicon-Röhren nach ihrem Außendurchmesser an. Dass das Seitenverhältnis einer Four-Thirds-Digitalkamera auch bei 4:3 liegt, ist dagegen nur Zufall.

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