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Tschüss, 3D-Hype

05.10.2010 | 09:47 Uhr |

Im Kino, auf der IFA, im Kaufhaus - überall trifft man Menschen, die trotz Dunkelheit unförmige Brillen mit getönten Gläsern tragen. Was ist wirklich dran am allgegenwärtigen 3D-Trend? Ist es überhaupt ein Trend oder nur ein Hype?

Beobachten Sie mal jemanden, der zum ersten Mal 3D-Fernsehen schaut: Alles beginnt mit  Neugier, daraus erwächst Faszination. Und was ist der nächste Impuls? Kaufanreiz oder Ernüchterung? Meistens dann doch eher letzteres. Aber warum? Schließlich träumen wir doch schon seit Jahrzehnten davon, nicht nur die reale Welt aus zwei Blickwinkeln zu sehen, sondern auch die virtuelle im Kino und in unserer Glotze. Die Anfänge der 3D-Technik reichen entsprechend lange zurück. Schon vor über hundert Jahren gab es erste experimentelle 3D-Filmvorführungen . Und Mitte der Neunziger Jahre saßen wir alle mit Rot-Grün-Brillen aus billiger Pappe gebannt vor der Mattscheibe und schauten zwei Wochen lang die extra dafür aufbereiteten Sendungen - von Tierdokus bis hin zu Tutti-Frutti. Durchsetzen konnte sich die Technik damals nicht - zu viele Kinderkrankheiten.

Und heute? Heute stehen die Zeichen um einiges besser. Das Bild muss nicht mehr permanent in Bewegung sein, damit ein räumlicher Eindruck entsteht. An Stelle der Rot-Grün-Brillen sind welche mit aktiver Shutter-Technik getreten. Unsere Fernseher sind größer, das Übertragungsverfahren digital und hochauflösend geworden.

Und doch wird sich 3D im Heimkino nicht so schnell durchsetzen, wie die Geräteindustrie es gerne hätte. Die überschwemmt nämlich gerade den Markt mit 3D-fähigen Geräten. Was fehlt, sind aber die Inhalte. Gerade mal eine Handvoll 3D-Blu-Rays gibt es aktuell zu kaufen. 3D-Filme zum Online-Anschauen gibt es derzeit nur in der Videothek des Telekom-Angebots „Entertain“. Und wann die ersten großen TV-Sender mit 3D-Übertragungen beginnen, steht in den Sternen.

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