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Mehr WLAN fürs Notebook

16.02.2015 | 05:44 Uhr |

Notebook und WLAN – das gehört zusammen. Daher nervt es besonders, wenn die Funkverbindung langsam und instabil ist. Wir zeigen, wie Laptop und WLAN-Router optimal miteinander arbeiten.

Natürlich gehen Sie mit dem Notebook kabellos ins Internet. Das mag langsamer und störungsanfälliger sein als per Netzwerkkabel – ist aber viel bequemer. Trotzdem soll die WLAN-Verbindung stabil arbeiten und möglichst schnell. Damit das klappt, müssen Sie manchmal nachhelfen: Mit den richtigen Einstellungen im WLAN-Treiber kitzeln Sie mehr Tempo heraus.

Basis-Arbeit: Wissen, was im Notebook steckt

Jedes aktuelle Notebook oder Tablet hat ein WLAN-Modul eingebaut. Welche Hardware konkret in Ihrem Gerät steckt, finden Sie über den Geräte-Manager heraus. Das WLAN-Modul finden Sie unter „Netzwerkadapter“, meist erkennbar an Modellbezeichnungen wie WiFi Adapter oder Wireless. Die genaue Modellbezeichnung ist wichtig, wenn es um Treiber-Updates geht. Sie hilft bei WLAN-Problemen, aber auch als Einstieg in eine Internetrecherche.

Unter Windows 8 aktivieren Sie das WLAN über die Einstellungen der Charm Bar – das funktioniert auch mit per Fingerbedienung auf dem Tablet sehr bequem
Vergrößern Unter Windows 8 aktivieren Sie das WLAN über die Einstellungen der Charm Bar – das funktioniert auch mit per Fingerbedienung auf dem Tablet sehr bequem

Sofort losfunken: WLAN bequem einschalten

Damit sich das Notebook oder Tablet per WLAN mit dem Router verbinden kann, muss das eingebaute Funk-Modul eingeschaltet sein. Ist es das nicht, sehen Sie bei Windows rechts in der Task-Leiste im WLAN-Symbol mit den fünf aufsteigenden Balken ein weißes Kreuz in einem roten Kreis. Platzieren Sie den Mauszeiger darüber, meldet Windows „Nicht verbunden“. Unter Windows 8 finden Sie es in der Windows-Seitenleiste mit dem Hinweis „Nicht verfügbar“.

WLAN schalten Sie bei einem Notebook mit einer bestimmten Tastenkombination oder einem eigenen Schalter ein. Welche Tastenkombination Sie drücken müssen, steht im Handbuch – meist ist es <Fn> und <F2>. Haben Sie das WLAN aktiviert, sehen Sie dies das Notebook durch ein entsprechendes Symbol und/oder eine Status-LED, die nun leuchtet.

Bei einem Touchscreen-Gerät mit Windows 8 können Sie zum Anschalten des WLANs auch die Seitenleiste benutzen: Wenn Sie auf das WLAN-Symbol drücken, stellen Sie über einen Schiebeschalter auf dem Bildschirm WiFi auf „An“. Manchmal müssen Sie auch den Flugzeugmodus abschalten, um die Funkverbindung zu aktivieren. Zu diesen Einstellungen kommen Sie in der Seitenleiste auch über PC-Einstellungen -> Netzwerk –> Flugzeugmodus -> Drahtlosgeräte. Der Weg über die Seitenleiste ist vor allem auf Tablets, die Sie dem Finger bedienen, bequemer als der Weg über die Windows-Systemsteuerung.

So schnell ist das WLAN – theoretisch

Wie schnell das WLAN im Notebook oder Tablet theoretisch funkt, geht aus den technischen Daten zum Notebook oder Tablet meist nicht hervor. Oft finden Sie dort nur Angaben zum WLAN-Standard, den das Modul verwendet – zum Beispiel 802.11n. Manchmal bekommen Sie im Handbuch oder den Ausstattungsdaten Informationen wie 11n 1x1 oder 11n 2x2 MIMO. Daran erkennen Sie, über wie viele Antennen das WLAN-Modul Daten sendet und empfängt – daraus ergibt sich die theoretische Maximalgeschwindigkeit des Moduls. Wie hoch diese bei bestimmten WLAN-Standards und Antennenkonfigurationen liegt, steht in folgender Tabelle, die Ihnen die maximal mögliche Datenrate in MBit/s zeigt.

Anzahl Antennen

20 MHz Kanalbreite

40 MHz Kanalbreite

11n, 1 x 1

72,2

150

11n, 2 x 2

144

300

11n, 3 x 3

217

450

11n, 4 x 4

289

600

 
Ob Ihr WLAN-Modul dieses Tempo erreicht, hängt nicht nur von seinem WLAN-Standard und der Anzahl der Antennen ab, sondern vor allem vom WLAN-Router, mit dem es verbunden ist. Er bestimmt durch die Funkfrequenz und die Breite der Funkkanäle, ob das WLAN-Modul seine maximale Datenrate überhaupt ausschöpfen kann. Prüfen Sie daher am besten unter idealen Funkbedingungen, welche Übertragungsrate WLAN-Modul und Router ausgehandelt haben. Dafür sollte das Notebook rund zwei Meter vom Router entfernt stehen und Sichtverbindung zwischen den beiden Geräten bestehen. Steht die WLAN-Verbindung, rufen Sie ihren Status auf. Dazu gehen Sie ins Netzwerk- und Freigabecenter und klicken auf die entsprechende Verbindung. Unter Übertragungsrate sehen Sie das Tempo der aktuellen WLAN-Verbindung.

Das kostenlose Tool Netstress prüft die tatsächliche WLAN-Geschwindigkeit. So können sie zum Beispiel feststellen, ob ein Treiber-Update das WLAN-Modul beschleunigt hat
Vergrößern Das kostenlose Tool Netstress prüft die tatsächliche WLAN-Geschwindigkeit. So können sie zum Beispiel feststellen, ob ein Treiber-Update das WLAN-Modul beschleunigt hat

Tempo-Tools: WLAN-Tempo richtig messen

Normalerweise steht das Notebook oder das Tablet nicht genau neben dem WLAN-Router: Die Datenrate, die Windows für diese ideale Verbindung anzeigt, werden Sie also in der Praxis nicht erreichen. Denn eine größere Entfernung und Störeinflüsse wie andere WLANs verschlechtern die Signalqualität. Der Sender muss die Daten deshalb häufig mehrmals übertragen, damit sie vollständig beim Empfänger eintreffen: Darunter leidet das WLAN-Tempo, was zur Folge hat, dass sich Webseiten langsamer aufbauen und Internet-Videos beim Abspielen ruckeln.

Mit dem kostenlosen Tool Netstress testen Sie die tatsächliche WLAN-Geschwindigkeit des Notebooks oder Tablets. Sie müssen Netstress auf zwei Geräten installieren – einmal auf dem Notebook oder Tablet, das als WLAN-Client dient. Und einmal auf einem Rechner, der am besten per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden ist: Er übernimmt die Rolle des Servers oder Receivers bei Netstress.

Zunächst wählen Sie die Netzwerkkomponente aus, mit der der Test erfolgen soll: Auf dem Notebook am Router also die LAN-Verbindung, auf dem Client-Gerät das WLAN-Modul. Achten Sie darauf, dass die beiden Geräte eine IP-Adresse aus demselben Bereich haben. Geben Sie nun unter „Remote Receiver IP“ auf einem Gerät die IP-Adresse des anderen ein. Meist hat Netstress das Gegenüber schon gefunden und schlägt dessen Adresse zur Auswahl vor. Meist meldet sich nun die Firewall auf den Rechnern: Erlauben Sie den Zugriff für Netstress. Anschließend beginnen Sie die Messung mit einem Klick auf „Start“. Die Datenrate zeigt Netstress in einem Diagramm – für den Sender, also das Gerät, auf dem Sie die Messung gestartet haben, im oberen Fenster. Auf dem Empfänger sehen Sie die Transferrate im unteren Fenster. Entfernen Sie sich vom Empfänger, sehen Sie, wie im Diagramm die Linie für die Datenrate nach unten geht. Rechts zeigt das Tool die Datenrate in absoluten Zahlen. Aktuell angezeigt wird immer der Durchschnittswert der Messung.

Unter „Settings“ können Sie die Testbedingungen verändern. Bei „TCP & UDP Settings, Segment Size“ ändern sie die Größe der übertragenen Pakete sowie die Anzahl der gleichzeitig übertragenen Datenströme: Wählen Sie bei Segment Size 256 KByte und bei „Number of TCP data streams“ 8 – damit erzielen Sie die optimalen Testergebnisse. Bei „Display Units“ können Sie die Einheit ändern – hier bietet sich Mbps (Megabit pro Sekunde) an, denn die Hersteller von WLAN-Hardware nutzen diese Einheit, um die Geschwindigkeit ihrer Produkte anzugeben. Mit „Clear“ löschen Sie die Anzeige der letzten Messung und können eine neue starten.

Durch ein Treiber-Update lassen sich häufig WLAN-Fehler beheben. Im Geräte-Manager sehen Sie, welche Version für das Notebook-WLAN installiert ist
Vergrößern Durch ein Treiber-Update lassen sich häufig WLAN-Fehler beheben. Im Geräte-Manager sehen Sie, welche Version für das Notebook-WLAN installiert ist

Treiber-Tricks: Das eingebaute WLAN verbessern

Wenn Sie enttäuscht sind von Ihrer WLAN-Geschwindigkeit sollten Sie zuerst nach aktuellen Treibern für das WLAN-Modul suchen. Bei einem Tablet oder Notebook mit Windows ist die Support-Webseite des Geräte-Herstellers dafür die erste Anlaufstelle. Mit Windows-Bordmitteln bekommen Sie die Version des WLAN-Treibers über den Geräte-Manager heraus. Klicken Sie doppelt auf den Eintrag für das WLAN-Modul und anschließend auf den Reiter „Treiber“. Die gewünschte Info steht unter „Treiberversion“.
Wenn Sie ein WLAN-Modul von Intel haben – die aktuellen tragen den Modellnamen Centrino Wireless – können Sie die Treiber-Version über ein Online-Tool ermitteln. Sie finden das Intel Utility für Treiberaktualisierungen auf der Seite von Intel .

Die Modulhersteller sind meist keine große Hilfe bei der Treiber-Suche: Nur Intel hat eine übersichtliche und gepflegte Support-Seite. Stammt das WLAN-Modul im Notebook von Atheros oder Ralink wird es schwieriger. Atheros gehört mittlerweile zu Qualcomm, auf deren Support-Seite Sie aber nur Treiber für Ethernet-Chips finden. Ralink ist inzwischen Teil von Mediatek: Die Support-Seite bietet zumindest ein paar frische Treiber. Vorsicht: Die Treiber-Suche per Google führt Sie häufig in die Irre: Sie landen dann auf Webseiten, die vor dem Download Ihre Mail-Adresse verlangen, einen eigenen Download-Manager oder Treiber-Tool installieren wollen. Bei einem Android-Tablet bekommen Sie ein WLAN-Update nur über eine Systemaktualisierung vom Hersteller. 

Tools des WLAN-Herstellers bieten oft mehr Möglichkeiten als die WLAN-Einstellungen von Windows. Für Centrino-Module von Intel gibt es beispielsweise die ProSet Wireless Tools
Vergrößern Tools des WLAN-Herstellers bieten oft mehr Möglichkeiten als die WLAN-Einstellungen von Windows. Für Centrino-Module von Intel gibt es beispielsweise die ProSet Wireless Tools

WLAN-Tools: Hardware-Fehler aufdecken

Notebook- und Tablet-Hersteller verlassen sich meist nur auf die Windows-Bordmittel um WLAN-Komponenten einzurichten und zu optimieren. Ausführlichere Infos und mehr Diagnosemöglichkeiten bieten die WLAN-Tools der Adapterhersteller. Haben Sie ein WLAN von Intel eingebaut, ist meist neben dem Hardware-Treiber auch das Diagnose-Tool Intel Pro Set Wireless installiert. Mit diesem Programm prüfen Sie, ob ein Hardwarefehler für eine instabile oder langsame WLAN-Verbindung verantwortlich ist. Gehen Sie nach dem Programmstart auf „Diagnose“ und klicken Sie auf „Tests ausführen“. Anschließend sehen Sie auf einen Blick, ob die WLAN-Hardware funktioniert, ob der Treiber geladen ist und ob das Modul eine Funkverbindung zum Router aufnehmen kann.
Im Menü „Statistik anzeigen“ können Sie weiteren WLAN-Fehlern auf den Grund gehen. Unter „Allgemein“ gibt etwa die Information bei „Prozent Übertragungsfehler“ Aufschluss darüber, wie häufig Datenpakete gar nicht beim Empfänger ankommen. Liegt dieser Wert deutlich über 10, ist wahrscheinlich eine zu große Entfernung zwischen Notebook und WLAN-Router der Grund.
Im Menü „Übertragen/Empfangen“ sehen Sie, auf welcher Tempostufe das Notebook per WLAN Datenpakete empfangen hat: Bei guten Funkbedingungen sollte der höchste Prozentsatz bei der besten Geschwindigkeit stehen. In der ersten Spalte sehen Sie außerdem, wie viele Antennen das Notebook jeweils beim Übertragen genutzt hat. Über einen hohen Prozentsatz beim 1-Mbit-Tempo müssen Sie sich keine Sorgen machen: Mit dieser geringen Geschwindigkeit werden notwendige Steuerbefehle übertragen, keine Nutzdaten.
 

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