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Mehr Datenschutz für Android-Smartphones

25.08.2014 | 11:09 Uhr |

Das Mobilbetriebssystem Android ist genauso stark auf die Interessen der werbetreibenden Wirtschaft ausgerichtet wie Google selbst. Immerhin können Sie aber viele Funktionen zum Ausspähen Ihrer Daten deaktivieren.

Android ist für Marketingabteilungen ein Traum. Obwohl es auf Linux basiert und damit eine verhältnismäßig strenge Rechteverwaltung besitzt, hat Google den App-Entwicklern viele Möglichkeiten gegeben, auf Daten des Anwenders zuzugreifen, die Hardware-ID auszulesen oder sogar ohne Wissen und Einwilligung des Besitzers installierte Apps zu nutzen. Das funktioniert, obwohl die Programme während der Installation eine Liste mit Rechten vorlegen, die sie auf dem Gerät gerne hätten. Doch die meisten Nutzer überspringen diese Abfrage einfach, da es ohnehin nicht möglich ist, einzelne Rechte zu gewähren und andere nicht: Man nimmt entweder das Gesamtpaket oder die App lässt sich nicht installieren. Immerhin können Sie über „Einstellungen > Apps“ nach dem Antippen eines Programmes unten bei „Berechtigungen“ erkennen, auf welche Funktionen es zugreift. Wer eine nach Berechtigungen geordnete Übersicht sucht, muss eine zusätzliche App installieren. Empfehlenswert ist etwa das kostenlose Aspotcat , das sich im offiziellen Play Store findet.

Oft wird einem erst beim Scannen der Einträge in dieser und vergleichbaren Apps bewusst, welche Daten die verschiedenen Programme sammeln und an Werbenetzwerke oder die Entwickler weitergeben. Ortsinformationen, Details zur Hardware des Geräts, die Nutzungsdauer der verschiedenen Apps, aber auch die Liste der gespeicherten Kontakte oder die Anrufliste: Einige Programme nehmen einfach alles, was sie kriegen können. Insbesondere die Facebook-App tut sich beim Sammeln und Weitergeben der Daten hervor. Wirklich gefährlich wird es dann, wenn Programme sich das Recht herausnehmen, selbstständig Aufnahmen mit der Kamera zu machen oder, wie manche kriminelle Programme, SMS zu schreiben, die dann an teure, kostenpflichtige Nummern gehen. Zumindest das können Sie durch das Installieren einer Antiviren-Software wie etwa Lookout verhindern.

Ansonsten ist das nachträgliche Entziehen einzelner Berechtigungen allerdings nicht möglich. Dass Google zumindest zeitweise an einer entsprechenden Funktion gearbeitet hat, zeigte sich in Android 4.3: Mithilfe von Apps wie dem kostenlosen App Ops Starter ließ sich eine versteckte Funktion ans Tageslicht holen, mit der man den Programmen bestimmte Berechtigungen gezielt wieder entziehen konnte. Mit Android 4.4 und 4.4.1 versteckte Google sie noch tiefer im Betriebssystem, wo sie aber von überarbeiteten Apps weiterhin gefunden wurde. Seit Android 4.4.2 funktioniert das jedoch nur noch mit gerooteten Geräten und dem Programm App Ops for Root . Doch auch App Ops kann lediglich einen kleinen Teil der Berechtigungen verwalten. Es empfiehlt sich daher, besonders neugierige Apps zu deinstallieren und nach Alternativen zu suchen. Facebook etwa lässt sich nicht nur über seine App, sondern fast genauso gut im Browser nutzen.

Der große Sicherheits-Check für Android

Mit dem kostenlosen Android-Tool Aspotcat können Sie sich anzeigen lassen, welche Berechtigungen von welchem Programm genutzt werden. Ändern lässt sich mit dem Programm leider nichts.
Vergrößern Mit dem kostenlosen Android-Tool Aspotcat können Sie sich anzeigen lassen, welche Berechtigungen von welchem Programm genutzt werden. Ändern lässt sich mit dem Programm leider nichts.

Android-Geräte identifizieren

Eine der schlimmsten Bedrohungen für das anonyme Surfen mit Android-Smartphones und -Tablets ist die Android-ID. Dabei handelt es sich um einen weltweit einmaligen Code, der auf jedem Android-Gerät vorhanden ist. App-Entwickler und Werbenetzwerke können hiermit jeden Benutzer zweifelsfrei erkennen und im Netz verfolgen. Das Anlegen von Profilen wird damit zum Kinderspiel. Die ID ist fest im Betriebssystem verankert und kann vom Anwender unter normalen Umständen nicht verändert oder gar gelöscht werden. Apple hat bereits vor längerer Zeit in sein iOS eine Werbe-ID eingebaut, die sich jederzeit zurücksetzen lässt, um eine Identifikation zu erschweren. Google hat inzwischen ein vergleichbares System entwickelt und in Android implementiert. Es muss jedoch erst ab August 2014 von den Apps im Play Store unterstützt werden.

Sie finden die ID, indem Sie in den Einstellungen unter „Konten“ auf „Google“ tippen und dort „Anzeigen“ auswählen. In dem folgenden Fenster können Sie die Werbe-ID zurücksetzen und verhindern, dass Apps sie zum Anlegen von Profilen oder für die Anzeige interessenbezogener Werbung verwenden. Nach Antippen von „Anzeigeneinstellungen“ und dem gleichnamigen Link auf der folgenden Seite sehen Sie die Details des Profils, das Google über Sie angelegt hat, und können es bearbeiten. Mit Apps wie Android Device ID können Sie sich die ID Ihres Smartphones oder Tablets ansehen. Ändern lässt sich die ID nur durch einen Reset des Geräts auf die Werkseinstellungen, aber selbst dafür gibt es keine Garantie. Ansonsten existieren Apps wie Android ID Changer , die jedoch auf ein vollständig gerootetes System angewiesen sind und zudem nicht auf jedem Gerät funktionieren.

Android Device ID ermittelt neben der Android- ID auch noch eine Reihe anderer Daten. So zeigt es Ihnen beispielsweise die IMEI an, die International Mobile Station Equipment Identity. Sie ist fest mit jedem Gerät verbunden, das eine Möglichkeit zum Telefonieren anbietet. Jedes Smartphone besitzt daher auch eine IMEI, Tablets dagegen in der Regel nicht. Die IMEI benötigen Sie, wenn Sie Ihr Gerät bei der Polizei als gestohlen melden wollen, teilweise ist sie auch für das Entsperren der SIM-Karte erforderlich. Sie finden sie nicht nur über die App, sondern üblicherweise auch auf einem Aufkleber im Akkufach. Außerdem wird sie nach Eingabe von *#06# auf der Telefontastatur angezeigt. Die IMEI ist interessant für die werbetreibende Wirtschaft, da sie sich im Unterschied zur Android-ID auch bei einem Reset des Telefons nicht ändert. Das Gleiche gilt für die MAC-Adresse der WLAN-Schnittstelle. Einige Apps geben diese Daten daher gesammelt an ihre Werbepartner weiter.

Standortabfrage unterbinden

Auch wenn Sie am Berechtigungsprofil einer App nichts ändern können, so können Sie doch zumindest verhindern, dass die Programme Ihren aktuellen Standort ermitteln. In älteren Android-Versionen tippen Sie dazu bei den Einstellungen auf „Standortzugriff“ und schalten dort den „Zugriff auf meinen Standort“ ab. Außerdem müssen Sie die Häkchen neben den Optionen „GPS-Satelliten“ und „Standort per WLAN & Mobilfunknetz“ entfernen. Im aktuellen Android 4.4 heißt die zuständige Einstellung einfach nur „Standort“. Tippen Sie dort auf „Standortbericht von Google“ und deaktivieren Sie die beiden Optionen „Standortbericht“ und „Standortverlauf“. Tippen Sie zudem unten auf „Standortverlauf löschen“, um die bislang erfassten Daten von den Google-Servern zu entfernen. Der Standort wird aber auch vom Android Geräte-Manager erfasst, damit Sie ein gestohlenes Handy orten und dessen Daten gegebenenfalls löschen können. Das kann zwar sehr nützlich sein, Sie erkaufen diese Sicherheit jedoch durch die Übermittlung von Standortdaten an Google. Wer das nicht will, deaktiviert den Geräte-Manager in den Einstellungen über „Sicherheit > Geräteadministratoren“. Einen guten Überblick über das, was Google an Standortdaten von Ihnen gesammelt hat, finden Sie in Ihrem Google-Konto unter https://accounts.google.com .

Über die Funktion App Ops konnten Sie in Android 4.3 einige Berechtigungen gezielt ein- und ausschalten. Im aktuellen Android 4.4.2 ist das nur noch mit vollem Root-Zugriff möglich.
Vergrößern Über die Funktion App Ops konnten Sie in Android 4.3 einige Berechtigungen gezielt ein- und ausschalten. Im aktuellen Android 4.4.2 ist das nur noch mit vollem Root-Zugriff möglich.

Android ohne Google

Google verteilt Android vor allem deshalb kostenlos an die Hersteller von Smartphones und Tablets, weil es damit seine eigenen Dienste wie beispielsweise den Play Store stützt, wo die Benutzer Geld für das Herunterladen von Filmen und Musik ausgeben. Die zentrale Sammelstelle für sämtliche Informationen, die der Suchmaschinenriese über einen Anwender sammelt, ist sein Google-Konto, wo er dann möglichst auch einen Gmail-Account führt und nutzt. Es ist jedoch möglich, ein Android-Gerät auch ohne die Google-Dienste zu verwenden. Bereits beim Einrichten Ihres Smartphones oder Tablets können Sie angeben, dass Sie kein Google-Konto besitzen und auch keines eröffnen wollen. Falls Sie Ihr Gerät bereits mit einem Google-Konto verknüpft haben, können Sie das wieder rückgängig machen. Stellen Sie zuvor aber sicher, dass Ihre Daten in der Google-Cloud auch auf anderem Wege verfügbar sind, etwa über Ihren Rechner. Das betrifft zum Beispiel Kontakte, die Sie auf die Google-Server kopiert haben, Fotos oder andere Dateien. Denn nach dem Löschen des Kontos auf dem Android-Gerät sind diese Daten von dort aus nicht mehr erreichbar. Wohlgemerkt: Wenn Sie das Google-Konto auf dem Smartphone oder auf dem Tablet entfernen, dann löschen Sie nicht das Konto und die Daten selbst, sondern Sie machen lediglich den Zugriff von dem jeweiligen Gerät aus unmöglich.

Mit der neu eingeführten Werbe-ID schließt Android zum iOS von Apple auf und bietet einen veränderbaren Identifikationscode an.
Vergrößern Mit der neu eingeführten Werbe-ID schließt Android zum iOS von Apple auf und bietet einen veränderbaren Identifikationscode an.

Tippen Sie hierzu in den Einstellungen unter „Konten“ auf „Google“ und anschließend auf Ihr Konto, es wird normalerweise mit Ihrer Mailadresse bezeichnet. Öffnen Sie daraufhin rechts oben das Menü und wählen Sie dort den Befehl „Konto entfernen“.
Wenn Sie Ihr gesamtes Google-Konto löschen wollen, sollten Sie zunächst die in der Google-Cloud gespeicherten Daten lokal auf Ihrem Rechner sichern. Denken Sie dabei auch an Kontaktdaten, die Mails in Gmail und die Dokumente, die Sie in Google Docs bearbeitet oder freigegeben haben! Steuern Sie als Nächstes über Ihren Browser die Adresse www.google.com/dashboard an, dafür müssen Sie sich bei Ihrem Konto anmelden. Im Bereich „Konto“ finden Sie anschließend über „Konto verwalten > Datentools“ den Befehl zum Entfernen des Kontos. Aber Achtung: Der Vorgang kann nicht rückgängig gemacht werden.

Ganz ohne Google leben Sie allerdings nur, wenn Sie Android selbst entfernen. Denn ansonsten nimmt das Betriebssystem immer wieder Kontakt zum Play Store auf und sieht nach, was an Aktualisierungen für Ihre Apps hereingekommen ist. Sie können das Betriebssystem jedoch durch eine alternative Firmware ersetzen. Der bekannteste Vertreter dieser Art heißt Cyanogenmod und ist für nahezu alle Android-Geräte verfügbar. Downloads, Anleitungen und Informationen hierzu finden Sie unter www.cyanogenmod.org .

Über den Browser können Sie im Dashboard Ihr Google-Konto auch komplett löschen. Achten Sie darauf, dass Sie zuvor Daten wie etwa Ihre Kontakte oder Photos lokal auf Ihrer Festplatte sichern.
Vergrößern Über den Browser können Sie im Dashboard Ihr Google-Konto auch komplett löschen. Achten Sie darauf, dass Sie zuvor Daten wie etwa Ihre Kontakte oder Photos lokal auf Ihrer Festplatte sichern.

Android mit ein bisschen Google

Wenn Sie nicht ganz so radikal vorgehen wollen, können Sie die Schnüffeleien von Google zumindest begrenzen. In der Voreinstellung speichert jedes Android-Gerät beispielsweise die Daten zu Ihren installierten Apps, Ihr WLAN-Passwort sowie andere persönliche Daten in seiner Cloud. Auf diese Weise können Sie nach dem Reset eines Geräts sofort und automatisch wiederhergestellt werden. Das ist einerseits praktisch, auf der anderen Seite allerdings nicht unbedingt erforderlich. Um die Kontrolle über diese Daten nicht zu verlieren, tippen Sie in den Einstellungen auf „Sichern & zurücksetzen“ und deaktivieren hier den Punkt „Meine Daten sichern“. Außerdem sollten Sie ebenfalls in die Einstellungen zu Ihrem Google-Konto gehen, seinen Namen antippen und sämtliche Häkchen für die Synchronisationsoptionen entfernen.

Alternativen zu Google Contacts

Ein Google-Konto macht vieles bequemer, darunter etwa auch den Datenaustausch zwischen Android-Gerät und PC. Sofern Sie das erlauben, synchronisiert die Kontaktdatenbank Ihres Smartphones Ihre Einträge automatisch mit dem Google-Server. So besitzen Sie zum einen ein Backup, zum anderen können Sie diese Funktion ebenfalls nutzen, um das Adressverzeichnis Ihres Telefons mit dem von Outlook abzugleichen. Wie das funktioniert, beschreiben wir im Folgenden.

Die Synchronisation über Google Contacts hat allerdings Nachteile: Sie ist umständlich und langwierig, vor allem geben Sie Google damit Zugriff auf Ihre Adressdaten. Um das zu verhindern, können Sie die Daten auch lokal synchronisieren. Besitzer eines Handys von Samsung bekommen dazu die Software Kies mitgeliefert, die erforderlichen Clients für Windows und den Mac können Sie kostenfrei herunterladen. Bei Smartphones von HTC ist die App HTC Sync vorinstalliert. Mit dem Windows-Client HTC Sync Manager können Sie Ihre Kontakte und den Kalender mit Microsoft Outlook abgleichen.

Ein herstellerunabhängiges Tool ist Myphone Explorer . Nachdem Sie es auf dem Smartphone und auf Ihrem Windows-Rechner installiert haben, können Sie Kontakte, SMS-Nachrichten, Termine und Anruflisten synchronisieren. Das Programm kann dabei direkt auf die Kontaktdatenbank von Outlook zugreifen. Myphone Explorer ist als Freeware kostenlos erhältlich.

Android endlich abhörsicher - so geht's

Synchronisieren mit Google Contacts

Um die Kontakte von Outlook mit Ihrem Android-Smartphone oder -Tablet abzugleichen, gehen Sie folgendermaßen vor: Rufen Sie in Outlook die Liste „Personen“ auf, öffnen Sie das Menü „Datei“ und klicken Sie auf „Öffnen und exportieren“. Wählen Sie „Importieren/Exportieren“ und im folgenden Fenster „In Datei exportieren“. Nach einem Klick auf „Weiter“ gehen Sie auf „Durch Trennzeichen getrennte Werte“, klicken auf „Weiter“ und achten darauf, dass „Kontakte“ markiert ist. Klicken Sie noch zwei Mal auf „Weiter“ und zum Schluss auf „Fertig stellen“. Outlook überträgt im Anschluss daran Ihre Kontaktdatenbank in eine CSV-Datei.

Geben Sie nun www.google.com/contacts in den Browser ein und melden Sie sich bei Ihrem Konto an. Es öffnet sich die Kontaktverwaltung der Google-Cloud. Klicken Sie auf „Mehr > Importieren > Datei auswählen“ und führen Sie Google zu dem eben angelegten CSV-File. Mit „Importieren“ laden Sie die Daten hoch. Falls Sie bereits Daten online abgelegt hatten, klicken Sie jetzt auf „Duplikate suchen und zusammenführen“, um die Liste von Dopplern zu befreien. Google zeigt Ihnen die doppelten Datensätze noch einmal an, danach können Sie sie mit „Zusammenführen“ bereinigen. Die Daten werden dann automatisch mit Ihrem Android-Gerät abgeglichen.

Wenn Sie Kontakte auf Ihrem Smartphone hinzugefügt haben, tauchen diese nach wenigen Minuten auch in Ihrem Google-Konto auf. Von dort können Sie sie über „Mehr > Exportieren“ wieder in eine CSV-Datei im Outlook-Format übertragen und danach in das Microsoft-Programm importieren.

So funktioniert Myphone Explorer

So gehen Sie vor: Das Programm besteht aus zwei Teilen, einem Android- und einem Windows-Client. Das Android-Programm erhalten Sie über den Play Store , das über PCWelt.de oder direkt über die Homepage www.fjsoft.at . Beachten Sie, dass das Setup des Windows-Clients weitere Programme installieren will. Das sollten Sie ablehnen, für Myphone Explorer wird dieses Tool nicht benötigt. Im Test konfiguriert das Setup den Browser zudem auf eine obskure Suchmaschine um. Leider versucht Myphone Explorer auf diesem Wege, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Wer das nicht will, muss auf eine kostenpflichtige Alternative wie beispielsweise The Missing Sync oder Companion Link ausweichen.

Das Programm Myphone Explorer und die dazugehörige Android-App bieten mehrere Verbindungsmöglichkeiten für die Synchronisation an. Das Tool eignet sich zudem für die Datensicherung vom Smartphone auf den PC.
Vergrößern Das Programm Myphone Explorer und die dazugehörige Android-App bieten mehrere Verbindungsmöglichkeiten für die Synchronisation an. Das Tool eignet sich zudem für die Datensicherung vom Smartphone auf den PC.

Nach der Installation wird der Android-Client sofort gestartet und wartet 15 Minuten lang auf eine Verbindung. Kümmern Sie sich jedoch zunächst um das Windows-Programm. Klicken Sie auf „Datei > Verbinden“ und wählen Sie „Handy mit Google Android Betriebssystem“. Am einfachsten ist der Datenaustausch mit dem PC über ein Funknetzwerk, also kreuzen Sie „WLAN“ an und klicken auf „Weiter“. Es erscheint ein Fenster mit Hinweisen, wie Sie Ihr Smartphone vorbereiten sollten. Wechseln Sie kurz zum Telefon, tippen Sie neben dem Hinweis „OK“ an und definieren Sie eine PIN, um die Verbindung zu sichern. Bestätigen Sie mit „OK“ und gehen Sie wieder zurück zum PC. Klicken Sie in der Windows-Software auf „Weiter“. Nach einer kurzen Suche sollte der Windows-Client das Android-Programm im Netz gefunden haben. Geben Sie die PIN ein und bestätigen Sie mit „OK“. Definieren Sie im folgenden Fenster einen Namen für das Telefon und starten Sie mit „OK“ den ersten Synchronisationsvorgang. In einem ersten Durchgang lädt Myphone Explorer jetzt die Kontaktdaten Ihres Telefons herunter.

Sie können festlegen, welche Kontaktdatenbank bei der Synchronisierung verbindlich ist.
Vergrößern Sie können festlegen, welche Kontaktdatenbank bei der Synchronisierung verbindlich ist.

Um Outlook in die Synchronisation einzubeziehen, klicken Sie auf „Datei > Einstellungen > Synchronisierung“. Öffnen Sie nun das Dropdown- Menü bei „Kontakte“ und stellen Sie Outlook ein. Falls gewünscht, können Sie darunter auch Ihre Termine und Aufgaben sowie die Notizen zwischen Smartphone, Myphone Explorer und Outlook abgleichen lassen. Klicken Sie dann auf „Erweitert“. Unter „Synchronisiermodus“ können Sie festlegen, welche Kontaktliste verbindlich sein soll. Mit „Beides synchronisieren“ erreichen Sie, dass sämtliche Kontakte dupliziert werden und sowohl in Outlook als auch auf dem Smartphone erscheinen. Das hat allerdings auch Nachteile: Haben Sie etwa eine Adresse aus Outlook gelöscht, aber nicht auf dem Telefon, taucht sie anschließend im Microsoft-Programm wieder auf. Wenn Sie hingegen „Erzwinge Outlook > Handy“ oder „Erzwinge Handy > Outlook“ markieren, wird eine der beiden Kontaktlisten als verbindlich erklärt und die andere angepasst.

Schließen Sie beide Fenster mit „OK“. Um die Synchronisation zu starten, klicken Sie auf „Extras > Multi-Sync ausführen“. Beim ersten Mal kann die Synchronisation, abhängig von der Anzahl der Kontakte, ein wenig länger dauern. Später werden nur noch diejenigen Adressen ausgetauscht, die neu hinzugekommen sind oder sich geändert haben.

Alternativen zum Play Store

Auch wenn man häufig den Eindruck hat, dass am Google Play Store kein Weg vorbeiführt: Es gibt Alternativen. So betreibt beispielsweise Amazon unter www.amazon.de/app-shop einen Shop mit Programmen für Android und den hauseigenen Kindle Fire. Die Auswahl ist zwar weitaus kleiner als beim Original von Google, immerhin sollen mittlerweile aber mehr als 200 000 Apps verfügbar sein. Zum Vergleich: Der Play Store hat letztes Jahr die Grenze von einer Million Programmen überschritten. Immerhin bietet Amazon jeden Tag eine ansonsten kostenpflichtige App gratis an.

Weitere Alternativen sind Slideme unter http://slideme.org und der russische Anbieter Yandex unter http://store.yandex.com. In beiden Stores finden Sie viele Apps, die bei Google nicht im Verzeichnis stehen, ein Blick lohnt sich also. In allen drei Fällen erfolgt der Zugang zu den Shops über kostenlose Apps. Diese müssen Sie installiert lassen, um die geladenen Apps nutzen zu können.

Achtung: Um Apps aus anderen Quellen als dem Google Play Store installieren zu können, müssen Sie zumindest vorübergehend eine Sicherheitsfunktion von Android deaktivieren. Setzen Sie dazu in den Einstellungen unter „Sicherheit“ ein Häkchen neben „Unbekannte Herkunft“.

Unter den erweiterten Einstellungen von Chrome für Android finden Sie einige Optionen, mit denen Sie die Übermittlung Ihrer Browser-Daten an die Google-Server weitgehend verhindern können.
Vergrößern Unter den erweiterten Einstellungen von Chrome für Android finden Sie einige Optionen, mit denen Sie die Übermittlung Ihrer Browser-Daten an die Google-Server weitgehend verhindern können.

Datenschutz in Google Chrome

Chrome ist unter Android der Standard-Browser. Allerdings ist der Browser von Google bekannt dafür, dass er zahlreiche Informationen nach Hause funkt. Die zugehörigen Optionen finden Sie im Menü unter „Einstellungen > Erweiterte Einstellungen > Datenschutz“. So bewirkt das Häkchen vor „Vorschläge bei Navigationsfehlern“, dass Chrome jede Adresse, die er nicht finden kann, an einen Webserver von Google weitergibt. „Such- und URL-Vorschläge“ arbeitet ähnlich: Ist diese Funktion aktiv, schickt der Browser sämtliche Eingaben in die Adresszeile bereits während des Tippens an Google. Mit der „Prognose von Netzwerkaktionen“ versucht Chrome vorherzusehen, welche Seite Sie als Nächstes ansteuern werden, und lädt sie zur Steigerung der Geschwindigkeit bereits im Hintergrund. Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn auf diesen automatisch geladenen Seiten eine Malware wartet. Alle diese Optionen sollten Sie daher deaktivieren. „Nutzungs- und Absturzberichte“ hingegen können Sie eingeschaltet lassen – diese Option legt ausschließlich und anonym Nutzungsstatistiken der einzelnen Funktionen des Browsers an. Mit einer Ausnahme: Für den Fall, dass Sie auf eine Seite gelangen, die Grund zur Annahme bietet, dass sie eine Phishing-Software oder andere Malware enthält, wird Ihre Adresse an Google weitergegeben. Auf diese Weise will der Suchmaschinenkonzern seine entsprechenden Listen erweitern. Ob Sie schließlich die Funktion „Do Not Track“ ein- oder ausschalten, ist weitgehend bedeutungslos. Ist sie aktiv, übermittelt der Browser eine Bitte an die besuchten Websites, ihn nicht mit Cookies oder anderen Techniken zu tracken, also zu markieren und Ihre Wege im Internet zu verfolgen. Allerdings halten sich nur die wenigsten Websites daran. Wenn Sie dem Google-Browser generell misstrauen, können Sie auf Alternativen ausweichen. Mozilla Firefox und Opera sind beide auch für Android erhältlich, Opera sogar in einer abgespeckten und besonders schnellen Mini-Version für ältere Smartphones mit weniger Rechenleistung.

Open Streetmap ist eine kostenlose Alternative zu Google Maps und in vielen Details sogar genauer. Allerdings lassen sich die Karten nicht online abrufen, sondern müssen heruntergeladen werden.
Vergrößern Open Streetmap ist eine kostenlose Alternative zu Google Maps und in vielen Details sogar genauer. Allerdings lassen sich die Karten nicht online abrufen, sondern müssen heruntergeladen werden.

Weitere Alternativen

Google Maps ist nicht der einzige Dienst, der detailliertes Kartenmaterial inklusive Routenplaner bereitstellt. Open Streetmap bietet eine vergleichbare Funktionalität und ebenfalls eine Android-App. Es hat allerdings den Nachteil, dass die sehr umfangreichen Karten nicht online bereitstehen, sondern lokal installiert werden müssen. Zumindest lassen sich diese auf eine SD-Karte auslagern. Auch der russische Marktführer bei den Suchmaschinen, Yandex , besitzt gute und detaillierte Karten. Viele Beschriftungen und die gesamte Bedienoberfläche sind jedoch nur auf Russisch verfügbar. Wer dagegen weg möchte von Googles Videodienst Youtube , findet mit den Diensten und Apps von Dailymotion und Vimeo gute Alternativen, die gleichfalls Millionen von Filmen auf Smartphones und Tablets bringen.

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