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Tuning für Festplatten

07.11.2008 | 11:31 Uhr |

Nur mit den richtigen Bios-Einstellungen können moderne Platten ihre Leistungs-Trümpfe ausspielen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die entscheidenden Funktionen freischalten und welche Vorteile Sie davon haben.

Optionen zum Umschalten der SATA-Betriebsmodi
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Fast alle aktuellen Rechner sind langsamer, als sie eigentlich sein müssten. Der Grund: In den meisten neueren PCs sind SATA-Platten verbaut. Ist Ihr Rechner weniger als 4 Jahre alt, nutzen Sie wahrscheinlich eine derartige Festplatte. SATA ist eigentlich klar schneller als die herkömmliche, parallele IDE-Schnittstelle – theoretisch beträgt die Datenrate bis zu 300 MB/s. Jedoch werden die modernen Laufwerke zum Großteil so betrieben wie ihre Vorgänger – und damit bleiben ihre Fähigkeiten ungenutzt. Reizen Sie die Möglichkeiten von Laufwerk und Mainboard aus, und trimmen Sie sie auf Höchstleistung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr System erfolgreich auf die SATA-Technik umstellen und was sie Ihnen bringt. Wichtige Begriffe finden Sie in unserem Glossar (Seite 4) erklärt.

1. AHCI statt Legacy IDE
Die SATA-Host-Adapter moderner Mainboards und Chipsätze kennen drei bis vier Betriebsmodi. Die zu früheren Parallel-ATA-Adaptern (PATA oder IDE) und entsprechenden Festplatten kompatiblen Modi werden je nach Board „Legacy IDE“, „Enhanced IDE“ oder „Native IDE“ genannt. In einem dieser Modi angeschlosssen, wird ein SATA-Laufwerk nicht anders behandelt als ein herkömmliches IDE- oder PATA-Laufwerk – mit nicht mehr oder weniger Fähigkeiten. Diese Einstellung ist auf aktuellen PCs am häufigsten zu finden. Eigentlich sollten das modernere AHCI (Advanced Host Controller Interface) oder Raid (Redundant Array of Independent Disks) die Standardmodi für den Betrieb von SATA-Laufwerken sein. Aktuelle Mainboards bieten im Bios die entsprechenden Einstellmöglichkeiten an. Allerdings ist es mit dem Bios-Eingriff nicht getan: Zusätzlich braucht das Betriebssystem einen Festplatten-Treiber, der diese Betriebsmodi bietet. Obwohl es die Treiber gibt, gehen die PC-Hersteller lieber auf Nummer Sicher – „Legacy IDE“ funktioniert auch dann, wenn der Anwender ein zweites oder anderes System installiert.

Nach Umschalten im Bios von Native IDE auf AHCI startet XP mit einem Blue Screen
Vergrößern Nach Umschalten im Bios von Native IDE auf AHCI startet XP mit einem Blue Screen
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2. Das AHCI-Dilemma
Wer im Bios vom bisher verwendeten IDE-Modus auf AHCI oder Raid umstellt und sein vorhandenes System neu bootet, erlebt unter Windows XP und Vista eine böse Überraschung: Das System bootet nicht mehr – XP quittiert den Versuch mit einem Blue Screen, Vista startet kommentarlos ständig neu.
Die Ursache: Die Umstellung ändert die Kennung (PCI-ID) des SATA-Host-Adapters – sprich: danach sind die Festplatten „weg“ – und erfordert einen speziellen AHCI/Raid-Treiber. Außer bei Vista SP1 (und Linux ab Kernel-Version 2.6.19) ist dieser Treiber nicht in der Standardkonfiguration enthalten. Der notwendige Treiber ist natürlich verfügbar (siehe Punkt 3), er wird aber nur aufgespielt, wenn das System bereits im AHCI-Modus arbeitet – ein klassisches Dilemma, weil das System unter AHCI ja nicht starten kann. Wie Sie ein im IDE-Modus laufendes System nachträglich mit Treibern für AHCI/Raid ausrüsten und dann auf AHCI umstellen, erläutert der nachfolgende Punkt.

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