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Media-Center mit Mini-PC Raspberry Pi einrichten

01.03.2013 | 10:30 Uhr |

Raspberry Pi hat die Größe einer Scheckkarte und kostet 35 Euro. Sie können sich damit zum Beispiel ein Mediacenter oder einen NAS-Server einrichten.

Wer mit Computer-Hardware experimentieren und nicht viel Geld dafür ausgeben möchte, der findet mit dem Raspberry Pi („Himbeerkuchen“) ein passendes Gerät. Der Mini-PC in Scheckkartengröße wurde von der gemeinnützigen Raspberry Pi Foundation als Lehr- und Lerncomputer entwickelt. Das aktuelle Modell B ist mit einem ARM-Prozessor (Advanced RISC Machine) und 512 MB Hauptspeicher ausgestattet. Es kostet etwa 35 Euro, dazu kommen noch gut 6 Euro für ein Netzteil und 10 Euro Versandkosten. Sie können das Gerät nebst Zubehör bei Farnell erwerben.

Bestimmte Aufgaben, wie etwa die Video-dekodierung, kann beim Raspberry Pi die Grafikeinheit (GPU) übernehmen, sodass Sie den ARM-Mini-PC auch als Media-Center nutzen können. Der Raspberry Pi lässt sich zudem für vielfältige Steuerungsaufgaben als NAS oder Cloud-Server einsetzen.

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Software für den Mini-PC vorbereiten

Der Raspberry Pi startet das Image des Betriebssystems von einer SD-Karte. Vorher kopieren Sie es unter Windows auf die SD-Karte. Dafür brauchen Sie ein SD-Kartenlesegerät.

Eine SD-Karte aus der Kamera mit 2 oder 4 GB genügt. Mit schnellen Karten der Klasse 10 können Sie die Transferleistung verbessern. Bei unseren Tests arbeiten zwar alle in der Redaktion verfügbaren SD-Karten mit dem Raspberry Pi zusammen, wenn Sie eine neue Karte kaufen müssen, sollten Sie aber vorher einen Blick in die Kompatibilitätsliste werfen. Was Sie auf der SD-Karte installieren, hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab.

Raspbian „wheezy“: Raspbian ist eine für den Raspberry Pi optimierte Version von Debian GNU Linux. Die meisten Debian-Programmpakete stehen auch für Raspbian zur Verfügung. Sie können damit Ihren Raspberry Pi etwa als NAS oder Webserver verwenden. Zur Installation entpacken Sie die Raspbian-Image-Datei und Win32 Disk Imager auf die Festplatte. Legen Sie eine SD-Karte in das Kartenlesegerät und starten Sie Win32 Disk Imager. Wählen Sie unter „Device“ den Laufwerksbuchstaben der SD-Karte aus. Über die Schaltfläche hinter dem Eingabefeld „Image-File“ wählen Sie die Raspbian-Image-Datei aus und klicken auf „Write“.

Raspbmc: Raspbmc ist eine spezielle Linux-Distribution für Mediacenter-PCs. Die Mediacenter-Oberfläche XBMC ist für TV-Gerät und Fernbedienung optimiert. Sie können damit Filme oder Bilder ansehen und Musik hören. Es ist auch möglich, Live-TV über einen Media-Server zu nutzen und TV-Aufnahmen anzusehen (Kasten unten). Raspbmc verwendet ein eigenes Programm, um das Image auf die SD-Karte zu kopieren. Entpacken Sie Raspbmc auf die Festplatte und starten Sie Installer.exe. Wählen Sie unter „Device name“ die SD-Karte aus, setzen Sie ein Häkchen vor „I accept the license agreement“ und klicken Sie auf „Install“.

TV-Server für Raspbmc unter Windows

Im Prinzip lassen sich an einem Raspberry-System auch DVB-Sticks betreiben. Die Hardware wäre jedoch mit der Decodierung des TV-Streams überfordert. Wenn Sie Live-TV nutzen, Fernsehsendungen aufnehmen sowie Aufnahmen ansehen wollen, ist ein eigener TV-Server notwendig. Hier empfiehlt sich etwa die Open-Source-Software Media Portal , die sich unter Windows leicht einrichten lässt. Detaillierte Infos dazu finden Sie in unserem Artikel . Da Media Portal die Daten als MPEG2-Stream überträgt, benötigen Sie einen MPEG2-Lizenzschlüssel (➞ Punkt 6).

Kopieren Sie das Plug-in TVServerXBMC.dll ( in Media-Portal auf Plus-DVD enthalten ) in das „Plugins“-Verzeichnis des Media-Portal-TV-Servers. Aktivieren Sie es über die Konfiguration des TV-Servers. Gehen Sie auf „Plugins ➞ TVServerXBMC“ und die Registerkarte „Shares“. Die angegebenen Freigaben müssen von Raspbmc aus erreichbar sein. Verwenden Sie am besten ein Verzeichnis unter „Users\Public“. Die Verzeichnisse stellen Sie unter „Recording ➞ Folders“ und „Timeshifting ➞ Folders“ ein.

In XBMC gehen Sie auf „System ➞ Einstellungen ➞ Live-TV“ und unter „TV-Einstellungen“ auf „Aktivieren“. Wählen Sie „MediaPortal PVR Client“ aus. Über „Konfiguration“ geben Sie die IP-Adresse des Windows-PCs und die Anmeldeinformation ein. Danach gehen Sie auf „Aktivieren“. Die TV-Funktionen sind anschließend im Hauptmenü unter „Live TV“ sichtbar.

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