Die Oberfläche von McAfee Virusscan 7.0 für Windows 98/ME, NT 4, 2000 und XP erfordert eine längere Einarbeitung. Alle Optionen sind über Register zu erreichen. Ihre Zuordnung folgt jedoch keiner klaren Struktur, und die Benutzerführung ist nicht konsistent.
Das Erstellen einer Rettungsdiskette verlief unter Windows 98 und ME problemlos - unter XP gibt es diese Option nicht. Anders als bei Antivirus 2003 funktionierte das Medium auch. Allerdings verwendete das Programm auch nach einem Online-Update noch Signaturen von 1999. Auch die bootfähige CD enthielt nur diese veralteten Virendatenbanken. Der Notfall-Scanner untersuchte nur FAT16- und FAT32-Laufwerke. Dateien auf NTFS-Datenträgern ignorierte er völlig.
Das Programm verfügt ähnlich wie Antivirus 2003 über einen Mailschutz. Auch ein Backup-Programm ist enthalten. Allerdings lässt sich die Konfiguration nicht mit einem Passwort versehen. Interessant ist die Option, den Wächter nach einem frei wählbaren Zeitraum zwischen 10 und 360 Minuten automatisch zu aktivieren, falls er etwa für die Zeit des Brennens einer CD deaktiviert wurde. Der Hersteller bietet wöchentliche Updates an, die mit 80 bis 120 KB aber deutlich größer als bei Antivirus 2003 sind.
Im Test hatte Virusscan beim Suchlauf keine Probleme. Dafür patzte der Wächter gründlich - er übersah zehn der weit verbreiteten Viren. Eine Nachfrage beim Hersteller bestätigte das Problem: Es sei vergessen worden, der deutschen Version einen aktuellen Engine-Treiber beizulegen. Bei Erscheinen dieser PC-WELT-Ausgabe soll das per Update behoben sein.
Besser schnitt Virusscan beim Durchsuchen von (auch verschachtelten) Archiven ab. Das Programm konnte die einfach und mehrfach gepackten Windows-Formate ACE, ARJ, CAB, LHA, RAR und ZIP prüfen. Unix-Formate wie BZ, GZ oder TAR bereiteten keine Schwierigkeiten. Das Programm entdeckte auch etwa 60 Prozent aller Viren in laufzeitkomprimierten Dateien. Das ist nicht besonders viel, aber besser als bei Antivirus 2003.
Auf den deutschsprachigen Seiten des Herstellers gibt es zwar viele Informationen, etwa ein umfangreiches Virenlexikon, jedoch nur in Englisch. Die Idee, sich im Online-Chat mit einem Support-Mitarbeiter live zu verbinden, ist gut, im Test funktionierte das jedoch nicht.
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