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Manjaro 0.8.10 - Arch Linux mit Komfort

08.08.2014 | 12:09 Uhr |

Die Anforderungen von Arch Linux sind normalerweise hoch, weil die Einrichtung weitgehend manuell erfolgt. Manjaro bietet einen einfacheren Einstieg mit grafischem Installationsassistent und Konfigurationshilfen.

An Arch-Abkömmlingen herrscht derzeit kein Mangel: Chakra, Antergos, Archbang und Manjaro müssen die wachsende, aber immer noch kleine Zielgruppe potenzieller Arch-Anfänger unter sich aufteilen. Manjaro sticht dabei in Sachen Reife und Benutzerfreundlichkeit heraus. Es eröffnet auch weniger erfahrenen Anwendern einen Zugang zu Arch, die mit der größtenteils manuellen Einrichtung eines puren Arch Linux überfordert wären oder nicht die Motivation haben, für jeden Konfigurationsschritt die umfangreiche Dokumentation des Arch Wikis zu konsultieren. Ein Arch-System für Puristen ist Manjaro mit seinen eigenen Tools und ergänzenden Paketquellen nicht: Von Arch sind das Paketsystem und der Paketmanager auf der Kommandozeile übernommen, jedoch pflegt Manjaro seine eigenen Paketquellen. Diese werden zwar mit Paketen von Arch gefüllt, arbeiten aber als Vorabfilter, der den Entwicklern zunächst noch Zeit gibt, neue Systemkomponenten zu testen. Neue Software- Versionen erhält Manjaro damit etwas später als Arch. Wie Arch ist diese Distribution trotz aller Unterschiede ein „Rolling Release“, der allein mit der Installation frischer Paketversionen aktuell bleibt.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 5/2014

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Feinschliff an Optik und Installer

Manjaro liefert ein installierbares Live-System, mit dem sich Anwender erst einmal einen Eindruck verschaffen können. Da einige Entwickler aus Deutschland stammen, liegt Manjaro fertig installiert auf Deutsch vor, und auch das Live-System ist größtenteils übersetzt. Bei Gefallen richtet das grafische Installationsprogramm „Thus“ das System auf Festplatte ein. Thus fragt die erforderlichen Einstellungen Schritt für Schritt ab und ist im Stil von Ubuntu gehalten. Wie dieser kann der Installer die Festplatte per Luks verschlüsseln und LVM verwenden. Einen komfortablen Partitionierer gibt es allerdings nicht. Wer die Partitionierung ändern muss sowie Partitionen anderer Systeme verkleinern will, sollte die Festplatte vorher manuell bearbeiten. Es ist aber auch Gparted 0.18 im Live-System vorhanden und kann mittels sudo gparted im Terminal gestartet werden. Bei Manjaro 0.8.10 ging viel Arbeit in die neue Version des Installers, die zahlreiche Fehler behebt. Die Entwickler haben die Tools und Programme von Manjaro wie etwa den grafischen Paketmanager Pamac nach GTK 3.12 portiert und mit einer aufgefrischten Optik versehen.

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Fazit: bestes Arch für Einsteiger

Obwohl Manjaro eine Distribution für ambitionierte Linux-Anwender bleibt und mit einem kleinen Entwicklerteam auskommen muss, ist das System ist sorgfältig zusammengestellt und bleibt wie das Arch-Vorbild unschlagbar schlank und schnell. Die Installation klappt im Handumdrehen. Auf der Entwickler-Webseite liegt Manjaro 0.8.10 sowohl in der 32-Bit-Version als auch einer 64-Bit-Version mit XFCE vor, der sparsam mit System-Ressourcen umgeht und trotzdem zu einem der ansprechendsten Linux-Desktops gehört. Auf der Festplatte benötigt Manjaro mindestens sechs GB Platz.

Website: http://manjaro.org
Dokumentation: http://wiki.manjaro.org

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