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Mails ohne Absender

27.07.2004 | 11:50 Uhr |

Mails, die Sie auf herkömmlichem Weg verschicken, lassen sich zurückverfolgen – selbst wenn Ihre Mailadresse nicht Ihren Namen enthält. Es gibt aber Wege, Mails wirklich anonym zu versenden.

Es gibt Situationen, da möchte man unerkannt per Mail jemandem etwas mitteilen. Man schreibt etwa einen Leserbrief, möchte aber verhindern, dass die eigene Mailadresse weitergegeben oder auf einen Verteiler gesetzt wird. Manche Anwender melden sich zu diesem Zweck unter einem Fantasienamen bei einem kostenlosen Maildienst an. Echte Anonymität ist damit aber nur gegeben, wenn man einige wichtige Punkte beachtet. Besser ist es, sicherere Dienste zu nutzen.

Unsichtbare Infos

Eine Mail enthält mehr Informationen, als Mailprogramme standardmäßig anzeigen. Im Kopf der Nachricht (Mail-Header) sind zum Beispiel die Adressen aller Internet-Rechner aufgelistet, über die sie transportiert wurde. Jeder Mailserver trägt in den Header ein, wann und von welcher IP-Adresse er die Mail erhalten hat. Somit ist auch die IP-Adresse Ihres PCs enthalten – auch wenn Sie die Nachricht über einen Webmail-Dienst verschickt haben. Diese weltweit eindeutige Nummer wird Ihrem Rechner bei jeder Internet-Einwahl vom Provider neu zugewiesen.

Im ersten Moment gibt die Adresse nur Auskunft darüber, welchen Internet-Anbieter Sie nutzen, in welchem Land und in welcher Stadt Sie leben. Der Provider aber weiß, welcher Anwender wann mit welcher IP-Adresse eingewählt war – denn er speichert diese Daten. Momentan dürfen Provider die Kundendaten nur an die Staatsanwaltschaft herausgeben. Allerdings kann niemand hundertprozentig sicher sein, dass nicht auch andere über Umwege an die Daten gelangen.

Gratis-Maildienste anonym nutzen

Um Nachrichten über einen kostenlosen Maildienst wie www.gmx.de anonym zu versenden, müssen Sie Ihre IP-Adresse verschleiern. Dazu eignen sich Tools zum anonymen Surfen, die wir in Ausgabe 7/2004, getestet haben - den Ratgeber dazu finden Sie hier . Testsieger war das kostenlose Programm JAP, weil es ein Höchstmaß an Datenschutz bietet (für Windows 95/98/ME, NT 4, 2000 und XP, 11,4 MB inklusive Java).

Es genügt aber nicht, JAP nur für das Absenden der Mail einzusetzen. Denn Mailanbieter protokollieren die IP-Adresse bei jedem Ihrer Zugriffe. Sie müssen also JAP schon einschalten, wenn Sie sich das erste Mal bei dem Dienst registrieren – und jedes weitere Mal, wenn Sie sich mit den Benutzerdaten Ihres anonymen Mailkontos dort anmelden. Sollten Sie auch nur einmal vergessen, JAP zu aktivieren, bevor Sie sich einloggen, hat der Mailanbieter eine echte IP-Adresse von Ihnen.

Wenn Sie ein anonymes Mailkonto einrichten, versteht es sich fast von selbst, dass Sie weder Ihren echten Namen noch Ihre echte Adresse angeben. Bei den meisten Anbietern verstoßen Sie damit allerdings gegen die Nutzungsbedingungen.

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