Internet-Firmen entwickeln immer ausgeklügeltere Techniken, um an persönliche Daten zu gelangen. PC-WELT zeigt Ihnen, welche Gefahren in Ihrem Posteingang lauern und wie Sie sich vor hinterlistigen Mails schützen. Von Jochen A. Siegle jas

Online-Unternehmen haben mittlerweile sehr intelligente Methoden entwickelt, Surfer per Mail auszuspionieren. So zum Beispiel über Mail-Maulwürfe (Englisch: "Moles"), die automatisch die IP-Adresse und andere Informationen von ahnungslosen Usern übermitteln, ohne dass die Opfer die Mail überhaupt beantworten oder einen Mail-Anhang öffnen müssen.

Die elektronischen Maulwürfe enthalten einen HTML-Eintrag für eine Bilddatei, die meist nur ein Bildpunkt (Pixel) groß und damit quasi unsichtbar ist. HTML-fähige Mail-Programme, wie beispielsweise Outlook, Eudora oder Messenger, laden diese Grafik vom Server des Senders der Mail. Beim Abruf der Mini-Grafikdatei hinterlässt der User neben seiner Mail- und aktuellen IP-Adresse auch Informationen über den verwendeten Web-Browser in den Log-Files des Unternehmens.

Das allein wäre nicht so problematisch, da dem Unternehmen beispielsweise die Mail-Adresse zur Aussendung des Newsletters ja bereits bekannt ist. Moles können aber noch weiter gehen und Zusatzdaten übermitteln, mit denen eine Firma den Zusammenhang zwischen ihrem Kunden als Mail-Empfänger und ihrem Kunden als Surfer herstellen kann. So überträgt der elektronische Maulwurf alle Cookies (siehe Glossar) die sich auf der Festplatte angesammelt haben, als der Surfer auf den Web-Seiten des Unternehmens unterwegs war.

Beim nächsten Besuch auf einer Site des Unternehmens erkennt die Firma den Online-Besucher nicht nur an seinen Cookies oder der IP-Adresse, denn sie kann jetzt seine Mail-Adresse zuordnen. Wenn die Firma diese Daten dann mit anderen Datenbanken (beispielsweise aus Online-Einkäufen) abgleicht, ist es sehr einfach, Rückschlüsse auf Namen, Adressen oder auch andere persönliche Daten zu ziehen.

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