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Mageia 3 - unabhängig und einsteigerfreundlich

04.09.2013 | 13:09 Uhr |

Mit einer neuen Version meldet sich die Abspaltung von Mandriva Linux zurück. Das junge Projekt platziert ein aufgeräumtes KDE zwischen Fedora und Open Suse.

Gegründet wurde die Distribution von ehemaligen Mitgliedern des Mandriva-Teams, die sich aufgrund der ungewissen Zukunft der ursprünglichen Distribution mit einem eigenen Projekt selbständig machten. Anders als das kommerziell angehauchte Mandriva wird Mageia von seinen Entwicklern auf rein ehrenamtlicher Basis gepflegt.

Neue Ausgaben von Mageia erscheinen etwa alle acht Monate, und die Distribution bietet weiterhin die Vorzüge des Vorbilds, allerdings mit aktuelleren Paketen. Wie bei Fedora und Open Suse kommt das RPM-Paketformat zum Einsatz. Das Mageia-Kontrollzentrum vereinfacht Einsteigern als grafisches Konfigurationswerkzeug die Administration, ändert dabei aber nicht wie Yast von Open Suse den gesamten Aufbau der Systemkonfiguration. Fortgeschrittene Anwender können auch weiterhin direkt mit Konfigurationsdateien arbeiten.

KDE auf Leistung getrimmt
Das installierbare Live-System mit rund 1,5 GB Umfang, zeigt Mageia mit KDE 4.10.2 auf dem Desktop. Dies ist eine von zwei Varianten, denn Mageia 3 gibt es auch mit Gnome 3. Eine angenehme Überraschung ist die Geschwindigkeit von KDE 4.10.2
unter Mageia 3, denn die Entwickler haben die Bibliotheken des KDE-Frameworks „Nepomuk“ für den kontextsensitiven Datenindexer außen vor gelassen. Auf eine Datei- und Dokumentsuche anhand von Tags müssen Anwender deshalb zwar verzichten, bekommen dafür aber ein flottes und sorgfältig eingerichtetes KDE.

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Programmversionen
Als Paketmanager dient das Tool urpmi in der Kommandozeile oder der grafische, von Mandriva bekannte Verwandte Rpmdrake. Die Software-Auswahl ist durchgehend aktuell und überholt die Software-Versionen der meisten anderen Distributionen: Mageia ist bereits mit Libre Office 4.0.3 ausgestattet, und der Standard-Browser ist Firefox 17 ESR mit Langzeit-Support. Die anderen vorinstallierten Anwendungen wie Amarok, Gwenview, Okular und Konqueror sind aus der Software-Sammlung von KDE SC 4.10.2 entnommen.

Der Installationsassistent richtet sich an Anwender, die schon über ein wenig Erfahrung verfügen, und erlaubt auch die Neu-Partitionierung der Festplatte, inklusive Verkleinerung von Windows-Partitionen, wobei man das vorgeschlagene Partitionsschema immer nochmal überprüfen sollte. Als Boot-Loader kommt wahlweise Grub 1 oder Grub 2 zum Einsatz. Der Kernel ist auf 3.8.13 aktualisiert, und als Init-Daemon arbeitet wie bei Fedora und Open Suse das neue Systemd. Das Live-System liegt auch in deutscher Sprache vor, die sich beim Start auswählen lässt. Updates wird es bis Mitte November 2014 geben.

Keine Eintagsfliege
Mageia ist eine ausgereifte Distribution für KDE-Freunde im Stil von Fedora und Open Suse – allerdings ohne den experimentellen Charakter von Fedora und den oft eigenwilligen Sonderwegen von Open Suse. Die Distribution macht einen entspannten Eindruck, denn die Entwickler veröffentlichen eine neue Ausgabe immer erst dann, wenn alles fertig ist, und müssen keinem festen Zeitplan folgen. Dem einstigen Vorbild Mandriva hat Mageia bereits den Rang abgelaufen.

Website: www.mageia.org/de Dokumentation: http://doc.mageia.org

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