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MTBF: Indikator für die Festplatten-Lebensdauer?

11.12.2006 | 11:31 Uhr |

In den Datenblättern zu Festplatten finde ich oft die "Mean Time Between Failures" (MTBF) angegeben. Bedeutet ein hoher MTFB-Wert wirklich grundsätzlich eine hohe Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer?

Anforderung:

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Zeitaufwand:

Mittel

Frage:

In den Datenblättern zu Festplatten finde ich oft die "Mean Time Between Failures" (MTBF) angegeben. Bedeutet ein hoher MTFB-Wert wirklich grundsätzlich eine hohe Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer?

Antwort:

Die MTBF ist eine rein statistische Angabe und sagt nichts aus über die Lebenserwartung Ihrer konkreten Festplatte. Der Wert errechnet sich aus der akkumulierten Laufzeit einer gewählten Anzahl von Testmustern unter Laborbedingungen, geteilt durch die Anzahl der aufgetretenen Fehler. Beispielsweise lässt ein Hersteller 1000 Exemplare eines Plattenmodells ein Jahr lang im Labor laufen. Die akkumulierte Betriebsdauer beträgt demnach 1000 x 24 x 365 Stunden (8.760.000 Stunden). Fallen in dieser Zeit acht Platten aus, kommt der Hersteller auf eine MTBF von stolzen 1.095.000 Stunden

Bei diesen Tests laufen die Platten unter Idealbedingungen, die in der Realität nie erreicht werden. Zu hohe Temperaturen und physikalische Einwirkungen spielen bei der Berechnung der MTBF keine Rolle.

In der Praxis ist der Wert allein von geringer Bedeutung. Aussagekräftiger ist der POH-Wert ("Power-On Hours"). Die meisten Hersteller geben ihn seit etwa vier Jahren in ihren Datenblättern an. Er nennt die empfohlene Betriebsdauer eines Geräts, etwa in Stunden pro Jahr oder pro Monat.

Führt ein Hersteller den POH-Wert auf, so gelten alle anderen Aussagen über die statistische Zuverlässigkeit nur, wenn das Gerät nicht länger läuft. Von POH lässt sich zudem ableiten, ob ein Gerät für den Dauerbetrieb in Frage kommt, was bei den meisten Desktop-Festplatten nicht der Fall ist. Eine typischer POH-Wert dieser Modelle liegt bei acht Stunden Betriebszeit täglich.

Jährliche Ausfallrate: Für Anwender ohne Sinn für statistische Zahlenspiele bietet die "Annualized Failure Rate" oder kurz AFR einen brauchbaren Anhaltspunkt: Diese gibt an, wie viele Prozent der Festplatten eines Modells innerhalb eines Jahres ausfallen. Bei den meisten Platten liegt die AFR deutlich unter einem Prozent. Bei schlechteren Werten wird der Hersteller die AFR nicht ins Datenblatt aufnehmen.

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