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Vor- und Nachteile der Geo-Lokalisierung

24.02.2011 | 10:34 Uhr |

PC und Smartphone verraten, wo Sie sind. Das nutzen immer mehr Internetdienste für standortbezogene Infos. PC WELT erklärt die Lokalisierungstechniken, nennt Beispiele und Gefahren.

Sage mir, wo Du bist, und Du bekommst die Infos, die relevant für Dich sind.“ Nach diesem Motto bieten immer mehr Internetseiten standortbezogene Infos und Dienste an: Bekannte in der Nähe treffen, das Programm des Kinos um die Ecke, die nächstgelegenen Sehenswürdigkeiten, Werbe- und Privatanzeigen aus der Region sind nur ein paar Beispiele. Das klappt aber nur, wenn die Dienste den Benutzer lokalisieren können. Bei Computern, Tablet-PCs und Internet-Handys prinzipiell kein Problem: Diese Geräte verraten durch ihre IP-Adresse im Internet oder mit ihrem eingebauten GPS-Modul, wo Sie gerade sind. Auf diese Weise kann Ihnen Ihr Smartphone nicht nur mit Hilfe einer Navigations-Software den richtigen Weg zeigen, sondern Sie auch mit Zusatzinformationen via Internet versorgen.

Die Standortbestimmung wird auch in sozialen Netzwerken eingesetzt. Durch Lokalisierungsdienste kann man bequem mitteilen, an welchem Ort man sich gerade aufhält. Doch nicht jedem gefallen die neuen Möglichkeiten. Denn Lokalisierungsdienste lassen sich auch missbrauchen. PC WELT erklärt, wann die Lokalisierung einen Nutzen bringt, und zeigt Gefahren auf.

Die IP-Adresse: Einfach, aber wenig präzise
Die Betreiber von Internetseiten und -diensten mit lokalen Infos können über verschiedene Wege ermitteln, wo Sie sich gerade aufhalten. Am weitesten verbreitet, aber auch am wenigsten präzise ist die Erkennung auf Basis der IP-Adresse, mit der Sie gerade im Internet angemeldet sind. Egal ob Computer oder Smartphone: Jedes Gerät, das ins Internet geht, erhält von Zugangsanbieter eine eindeutige Zahlenkombination als Adresse.

Durch sie lässt sich in der Regel aber nur die Stadt oder der Ballungsraum korrekt erkennen. Eine genauere Standortbestimmung auf Straßenebene ist dagegen nicht möglich. Wer über das Netzwerk eines Unternehmens mit mehreren Standorten ins Internet geht, wird möglicherweise einer falschen Stadt zugeordnet. Dazu zählen auch die Netzwerke der großen überregionalen Internetzugangsanbieter.

Für viele Internetseiten ist jedoch nur die Region wichtig, in der sich der Besucher befindet. Katalog- und Prospektdienste wie www.kaufda.de listen beispielsweise dann die am Ort verfügbaren Einkaufsmärkte und deren aktuelle Angebote auf. Oder Preisvergleichsseiten wie www.guenstiger.de fügen den aktuellen Versandschnäppchen die Angebote von Händlern vor Ort hinzu.

Auch viele Suchmaschinen arbeiten mit regionalen Aspekten, gewichten beispielsweise eine bestimmte Firma vor Ort höher als ein gleichnamiges Unternehmen in einer anderen Region.

Bei der Zuordnung von Werbung spielt die Lokalisierung mit Hilfe der IP-Adresse ebenfalls eine immer wichtigere Rolle. So erhalten Internetnutzer aus Bayern die Werbung eines Münchner Modehauses. Dagegen ist bei einer IP-Adresse, die Berlin zugeordnet wird, die Reklame eines dort ansässigen Kaufhauses zu sehen. Unternehmen wollen so unpassend zugestellte Werbung vermeiden.

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