1928370

Linux Mint nach Ihren Geschmack anpassen

07.12.2014 | 17:09 Uhr |

Linux Mint 16 bringt "ab Werk" Cinnamon 2.0 mit. Gegenüber der Desktop-Prominenz KDE, Gnome 3 oder Unity gibt es hier aber Unterschiede hinsichtlich der Konfiguration.

Mint 16 gibt es mit Cinnamon und alternativ mit dem Mate-Desktop. Auf der Webseite von Linux Mint finden Sie beide Varianten – den Standard mit Cinnamon und die Mate-Variante. Der Mate-Desktop verhält sich im Prinzip wie Gnome 2, und die allgemeinen Praktiken hierfür sind weithin bekannt und beschrieben. Cinnamon dagegen ist ein relativ junger Desktop, und deswegen konzentrieren wir uns in diesem Beitrag darauf. Einige der hier beschriebenen Funktionen finden Sie nur, wenn Sie in den Systemeinstellungen unten links den „Expertenmodus“ aktivieren.

Tipp: Wenn Sie sich dafür interessieren, wie man Linux Mint installiert und zum ersten Mal einrichtet , lohnt sich ein Blick in die entsprechenden Ratgeber.

Schnellstarter hinzufügen: Sie können neue Programm-Starter in der Leiste, auf dem Schreibtisch (Desktop) oder in den Favoriten hinzufügen.
Vergrößern Schnellstarter hinzufügen: Sie können neue Programm-Starter in der Leiste, auf dem Schreibtisch (Desktop) oder in den Favoriten hinzufügen.

Panel und Favoriten anpassen und bestücken

Cinnamon bringt per Standard ein traditionelles Panel (oder Taskleiste) mit sich. Zunächst einmal können Sie sehr einfach Schnellstarter für Programme hinzufügen. Klicken Sie dazu links unten auf die „Menü“-Schaltfläche, und suchen Sie nach dem gewünschten Starter. Haben Sie diesen gefunden, tätigen Sie einen Rechtsklick darauf. Nun erscheinen die drei Optionen „Zur Leiste hinzufügen“, „Zum Schreibtisch hinzufügen“ und „Zu den Favoriten hinzufügen“.

Dieser Artikel stammt aus der Linuxwelt 2/2014

Linux Mint 16: Das beste Ubuntu! Warum Linux Mint zum Desktop-Favorit vieler Linux-Anwender aufgestiegen ist, wie Sie es installieren und richtig einstellen - das und mehr finden Sie in der Linuxwelt 2/2014.

Ersteres legt den Schnellstarter in der Leiste ab, die zweite Option auf der Desktop-Oberfläche. Die Favoriten schließlich befinden sich nach einem Klick auf „Menü“ auf der linken Seite. Auf dem Desktop und in der Leiste löschen Sie mittlerweile entbehrliche Schnellstarter schnell mit Hilfe eines Rechtsklicks.

Bei den Favoriten funktioniert diese Methode nicht. Hier entfernen Sie den Starter, indem Sie ihn mit der linken Maustaste festhalten und dann auf eine freie Fläche innerhalb des offenen Menüs ziehen.

Gute Gründe für Linux Mint

Das Panel konfigurieren: Bevor Sie die Leiste nach eigenen Ansprüchen konfigurieren, müssen Sie vorher den „Leistenbearbeitungsmodus“ aktivieren.
Vergrößern Das Panel konfigurieren: Bevor Sie die Leiste nach eigenen Ansprüchen konfigurieren, müssen Sie vorher den „Leistenbearbeitungsmodus“ aktivieren.

Panel an eigene Bedürfnisse anpassen: Sie können die Schnellstarter mit Hilfe der linken Maustaste so arrangieren, wie es Ihrem Geschmack entspricht. Das gilt für die sogenannten Applets auf der rechten Seite der Leiste zunächst nicht. Hierfür müssen Sie erst den „Leistenbearbeitungsmodus“ aktivieren. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf eine freie Fläche im Panel, und aktivieren Sie die betreffende Option.

Sie sehen, dass sich verschiedene Bereiche in unterschiedlichen Farben anzeigen. Dies visualisiert die unterschiedlichen Sektionen. Nun können Sie nicht nur die Applets, sondern auch die komplette Leiste anders anordnen. Zum Beispiel könnten Sie die Schnellstarter-Gruppe ganz nach rechts verschieben. Das funktioniert auch für die Menü-Schaltfläche.

Nach einem Rechtsklick auf die Leiste finden Sie ganz oben die Option „Einstellungen“. Ein Klick darauf öffnet ein weiteres Untermenü. Klicken Sie hier nun auf „Leiste“, können Sie die Größe des Panels einstellen und optional ein automatisches Ausblenden der Leiste veranlassen. Darüber hinaus lässt sich die Leiste damit an den oberen Rand verschieben.

Sollte die Konfiguration des Panels gravierend schieflaufen, können Sie über einen Rechtsklick auf die Leiste via „Fehlersuche“ die Option „Alle Standardeinstellungen wiederherstellen“ wählen. Andere Einstellungen, die Cinnamon betreffen, werden dabei ebenfalls zurückgesetzt. Dort lässt sich Cinnamon auch neu starten. Dies lädt lediglich die Desktop-Oberfläche neu, sonstige offene Programmfenster sind davon nicht betroffen.

Applets hinzufügen und entfernen

Die Applets befinden sich per Standardauf der rechten Seite der Leiste. Mit einem Rechtsklick auf das entsprechende Applet können Sie diese entfernen. Ein Rechtsklick auf das Panel zeigt unter anderem die Option „Applets zur Leiste hinzufügen“. Nun öffnet sich ein Fenster, das sich „Applets“ nennt. Es teilt sich in zwei Registerkarten auf. Unter „Installiert“ sehen Sie Applets, die sich bereits auf dem System befinden. Ein grüner Punkt indiziert, dass das betreffende Applet aktiv ist. Ein Schloss-Symbol weist darauf hin, dass ein Applet fest zum System gehört und nicht deinstalliert werden kann. Mit einem Rechtsklick auf das jeweilige Applet können Sie es aktivieren respektive deaktivieren.

In der Registerkarte „Herunterladen“ finden Sie eine Liste downloadbarer Applets. Der erste Schritt sollte hier ein Klick rechts unten auf „Liste aktualisieren“ sein. An dieser Stelle können Sie einfach etwas stöbern und ansprechende Applets installieren. Diese sind in aller Regel sehr klein und sollten dementsprechend schnell eintreffen.

Linux Mint in allen Geschmacksrichtungen

Das Kontrollzentrum im Überblick

Ein Klick auf „Menü -> Systemeinstellungen“ öffnet das Kontrollzentrum von Linux Mint. Auch darüber kommen Sie an die Einstellungen für die Leiste und die Applets. Sämtliche Konfigurationsoptionen hinsichtlich der Desktop-Oberfläche können Sie hier vornehmen. Wir besprechen hier nur die wichtigsten Sektionen:

Standardprogramme: Unter „Einstellungen -> Anwendungen und Wechseldatenträger“ stellen Sie ein, welche Programme das System bei welchen Aktionen standardmäßig verwenden soll. Haben Sie beispielsweise die Browser Firefox und Chrome installiert, bestimmen Sie hier, welcher der beiden bei einem Klick auf einen URL-Link starten soll.

In puncto Wechseldatenträger istdas System per Standard so konfiguriert,immer nachzufragen. Dieses Verhaltenkönnen Sie hier ebenfalls ändern. Legen Sie zum Beispiel eine Audio-CD ein, könnten Sie VLC sofort starten lassen.

Maus und Touchpad: Auf vielen Notebooks ist der Mausklick auf dem Touchpad deaktiviert. Wer das so nicht gewohnt ist und die Funktion gerne haben möchte, kann das unter „Maus und Touchpad“ einrichten. Eine ebenfalls sinnvolle Funktion ist es, das Touchpad während des Tippens auf der Tastatur zu deaktivieren. Auch das Scrollen mit zwei Fingern lässt sich hier aktivieren oder abschalten. DerPunkt ist etwas missverständlich beschrieben und verbirgt sich hinter „Leistenanordnung“. Das Scrollen via Touchpad mit zwei Fingern nennt sich „Zweifingerbildlauf“.

Fensterverhalten: Ziehen Sie ein Programmfenster an die Bildschirmränder, skalieren diese in definierter Weise –ähnlich Aero Snap unter Windows. An den linken oder rechten Rand gezogen, erhält das Fenster die Hälfte der Bildschirmfläche. Etwas ungewöhnlich ist, dass dieses Verhalten auch beim oberen Rand so vorkonfiguriert ist. Viele Anwender sind gewohnt, dass ein Ziehen an den oberen Rand das Fenster maximiert (so unter Windows). Unter „Fenster: Kacheln und Randumschalten“ können Sie die Einstellung wie gewünscht ändern.

Seit Cinnamon 2.0 gibt es außerdem die Möglichkeit, Fenster einrasten „on top“ zu lassen. Halten Sie die Taste Strg gedrückt, und ziehen das Fenster an den linken oder rechten Rand, so wird es fixiert. Maximieren Sie nun ein anderes Programm, überdeckt dieses das eingerastete nicht mehr. Somit ist es einfach, ein Fenster immer im Blick zu halten. Die Breite des eingerasteten Fensters können Sie anpassen.

Schreibtisch: Dieses Symbol steuert, was per Standard auf dem Desktop angezeigt wird. Möchten Sie zum Beispiel den Papierkorb, eingehängte Laufwerke und Netzwerk-Server nicht nur im Dateimanager sehen, stellen Siedas hier ein.

Klang: Eine weitere Neuerung bei Cinnamon 2.0 ist, dass Aktionen standardmäßig Klänge abspielen. Auf der Registerkarte unter „Klang“ können Sie die Klänge komplett deaktivieren oder bestimmten Aktionen andere Klänge zuweisen.

Aktive Ecken: Mit Hilfe der aktiven Ecken können Sie Aktionen sehr schnell ausführen. Sie fahren einfach mit der Maus in die entsprechend konfigurierte Ecke.
Vergrößern Aktive Ecken: Mit Hilfe der aktiven Ecken können Sie Aktionen sehr schnell ausführen. Sie fahren einfach mit der Maus in die entsprechend konfigurierte Ecke.

Hot Corners und Arbeitsflächen

Cinnamon stellt Ihnen „Aktive Ecken“ (Hot Corners) zur Verfügung, die Sie ebenfalls in den Systemeinstellungen konfigurieren können. Durch Bewegen des Mauszeigers in eine dieser aktiven Bildschirmecken führt das System eine zugewiesene Aktion aus. Die aktiven Ecken bieten die Optionen „Deaktiviert“, „Arbeitsflächenübersicht“, „Fensterübersicht“ und „Benutzerdefiniert“ an. Klicken Sie „Symbol sichtbar“ an, zeigt das System eine liegende Acht in der entsprechenden Ecke. Das ist hilfreich, wenn nicht alle Ecken aktiviert sind, und dient als visuelle Orientierung. Die Option „Arbeitsflächenübersicht“ bietet einen Überblick über die Arbeitsflächen, und Sie können schnell mit der Maus auf eine andere wechseln. Alternativ ginge das auch mit der Tastenkombination Strg-Alt-Pfeil-nach-links/Pfeil-nach-rechts. In der Arbeitsflächenübersicht können Sie auch Fenster von einer Arbeitsfläche in die andere verschieben. Über das Plus-Zeichen rechts dürfen Sie zusätzliche Arbeitsflächen anlegen und diese nach Ihrem Geschmack benennen.

Die „Fensterübersicht“ zeigt alle verfügbaren Fenster an. Haben Sie viele Programme geladen, bekommen Sie so einen schnellen Überblick. Mit der Option „Benutzerdefiniert“ können Sie für eine Hot Corner bestimmte, besonders wichtige Programme hinterlegen: Ein möglicher Befehl wäre zum Beispiel _refox www.google.de . Bewegen Sie dann die Maus in die entsprechende Ecke, öffnet sich Firefox mit der Google-Website.

Linux Mint 16 - Was kann die Version "Petra"?

Eigene Tastenkombinationen: Sie können eigene Shortcuts nach persönlichem Geschmack anlegen. Dieses Beispiel konfiguriert einen Gimp-Starter.
Vergrößern Eigene Tastenkombinationen: Sie können eigene Shortcuts nach persönlichem Geschmack anlegen. Dieses Beispiel konfiguriert einen Gimp-Starter.

Den Desktop mit der Tastatur steuern

Sie könnten die komplette Desktop-Umgebung auch mit Hilfe der Tastatur steuern. In der Systemsteuerung (Control Center) finden Sie den Punkt „Tastatur“. Auf dessen zweiter Registerkarte „Tastenkombinationen“ definieren Sie beliebige Shortcuts. Als Erstes können Sie sich hier erkundigen, welche Tastenkombinationen bereits standardmäßig vorhanden sind. Zum Beispiel öffnet Strg-Alt-Pfeil-nach-oben per Standard die Arbeitsflächenansicht. Strg-Alt- Pfeil-nach-unten zeigt die Fensterübersicht. Sie können das nach eigenem Geschmack anpassen und komplett eigene Tastenkombinationen erstellen.

Um etwa die Bildbearbeitung Gimp per Hotkey zu starten, klicken Sie zunächst auf „Eigene Tastenkombination erstellen“. Danach öffnet sich ein Fenster, und Sie vergeben zunächst einen freigewählten Namen. Als Befehl tragen Sie dann ein, was Gimp via Kommandozeile aufrufen würde – in diesem Fall einfach gimp. In manchen Fällen müssen Sie den kompletten Pfad zum gewünschten Programm eintragen. Klicken Sie dann auf „Hinzufügen“, und definieren Sie schließlich eine Tastenkombination, die Sie sich gut merken können – etwa Strg-Alt-G.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1928370