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Linux Mint in vier Desktop-Variationen

27.06.2014 | 13:09 Uhr |

Die Geschmacksrichtungen von Linux Mint sind oft entweder die Desktops Cinnamon und Mate. Aber auch KDE-Fans kommen mit mit schlanken XFCE auf Ihre Kosten.

Linux Mint hat Cinnamon zu seinem Vorzeige-Desktop gemacht, da in dieser Eigenentwicklung viel Arbeit steckt. Zeitgleich erscheint dazu auch immer eine Version mit Mate als Arbeitsumgebung. Seit Linux Mint 13 gibt es mit etwas Verzögerung noch zwei weitere Alternativen: Linux Mint mit KDE und XFCE.

Diese Varianten unterscheiden sich zwar in Sachen Desktop-Umgebung, es sind aber in jeder Ausgabe auch die eigenen Mint-Entwicklungen dabei: MDM dient bei allen vier Varianten als Display-Manager zur Anmeldung –auch in der KDE-Version, und die Software-Verwaltung (mintinstall) dient als grafischer Paketmanager. Paketquellen kann mintsources verwalten,und mintdrivers hilft bei der Einrichtung proprietärer Treiber für erkannte Hardware, beispielsweise für Grafikkarten von Nvidia und ATI/AMD.

Kein alter Gnom: Mit Mate lebt Gnome 2.32 als aktiv weiterentwickelter Fork weiter. In der jetzigen Version 1.6, die Linux Mint Mate beiliegt, basiert der Desktop noch auf GTK2.
Vergrößern Kein alter Gnom: Mit Mate lebt Gnome 2.32 als aktiv weiterentwickelter Fork weiter. In der jetzigen Version 1.6, die Linux Mint Mate beiliegt, basiert der Desktop noch auf GTK2.

Traditionell: Linux Mint 16 Mate

Die Desktop-Umgebung Mate hält das ältere Gnome 2 als Abspaltung (Fork) am Leben, allerdings in einem frischen Gewand, das sich neben dem modernen Gnome 3 und Cinnamon nicht zuverstecken braucht. Mate, das bereits in Version 1.6 vorliegt, wurde zunächst für Arch Linux entwickelt und ist eine alternative Arbeitsumgebung für konservative Anwender, die keine Notwendigkeit sehen, sich vom bewährtenGnome-2-Desktop-Konzept zu verabschieden, und diesen konservativen Desktop auf einem aktuellen Linux-System suchen. Die Bedienung und die Elemente der Arbeitsfläche sind mit jenen des alten Gnome identisch. Die Programme haben allerdings neue Namen bekommen, um Konflikte zu gleichnamigen Gnome-Programmen zu vermeiden. So heißt der Dateimanager jetztCaja statt Nautilus, Gedit ist als Pluma wiedergeboren, und der PDF-Betrachter Evince ist als Atril bekannt. Alles das sind GTK2-Anwendungen, die das alte Gnome-Toolkit nutzen. In Zukunft soll Mate, das aktiv weiterentwickelt wird, aber auch auf GTK3 umsteigen. Damit ist Linux Mint 16 Mate die richtige Wahl für konservative Anwender.

Die Mate-Version liegt in der 32-Bit-Version als Download auf der Projektwebseite www.linuxmint.com (1,2 GB) mit und ohne vorinstallierte Codecs.

Gute Gründe für Linux Mint

Schlankes Mint: Als leichtgewichtige Alternative zu Cinnamon und Mate bringt Linux Mint 16 XFCE die typische Mint-Optik samt Mint-Programmen, aber mit kleinem Hardware- Hunger auf den Desktop.
Vergrößern Schlankes Mint: Als leichtgewichtige Alternative zu Cinnamon und Mate bringt Linux Mint 16 XFCE die typische Mint-Optik samt Mint-Programmen, aber mit kleinem Hardware- Hunger auf den Desktop.

Genügsames Linux Mint 16 XFCE

Die XFCE-Variante ist die besonders schlanke Alternative zu Cinnamon, Mate und KDE. Sie liefert einen ansehnlichen Desktop, der deutlich geringere Ansprüche an die Hardware des PCs stellt. Effekte wie Schattenwurf und Transparenz, die bei XFCE 4.10 ganz ohne üppige Grafikkarte mit 3DHardware funktionieren, machen den Desktop im typischen Mint-Stil auch auf schwächeren Rechnern attraktiv. Die 32-Bit-Version läuft schon ab 384 MB RAM, und die Installation auf Festplatte benötigt nur rund 5 GB, während die anderen Mint-Varianten zwischen 6 und 7 GB belegen. Neben grüner Optik und Mint-Programmen liefert auch die XFCE-Ausgabe eineBesonderheit: Der Programmstarter „Whisker Menu“ klappt ein großzügiges Anwendungsmenü im Stil von KDE mit Suchfunktion aus und ist als Plug-in im XFCE-Panel eingeklinkt. Die Software-Auswahl folgt jener von Linux Mint Mate/Cinnamon und umfasst Gnome-Programme. Für 32 Bit und 64 Bit steht Linux Mint 16 XFCE auf www.linuxmint.com inklusive Codecs bereit (1,2 GB).

Mint für KDE-Fans: Seit Linux Mint 13 gibt es auch regelmäßig eine KDE-Ausgabe, die typische KDE-Anwendungen in den Vordergrund stellt, aber auch sämtliche Mint-Programme enthält.
Vergrößern Mint für KDE-Fans: Seit Linux Mint 13 gibt es auch regelmäßig eine KDE-Ausgabe, die typische KDE-Anwendungen in den Vordergrund stellt, aber auch sämtliche Mint-Programme enthält.

Abwechslungsreiches Linux Mint 16 KDE

Aus dem Rahmen fällt die KDE-Ausgabe von Linux Mint 16. Der Desktop ist ausnahmsweise nicht mintgrün und basiert auf dem älteren KDE 4.11.2. Statt Gnome-Anwendungen liefert diese Variante die typische Programmausstattung von KDE mit: Amarok ersetzt Banshee als Mediaplayer, Okular ist der vorinstallierte PDF-Viewer, K3b ist als Brennprogramm vorhanden, und Digikam sowie Gwenview kümmern sich um die Bildverwaltung. Eine Besonderheit von Linux Mint KDE ist der neu hinzugekommene Samba Mounter („Network Drives“ in den Systemeinstellungen). Der ist aus der KDE-Distribution Netrunner übernommen und vereinfacht den Zugriff auf Windows-Freigaben im Netzwerk. Alle Mint-Programme, die den anderen Gnome-affinen Mint-Varianten mit Cinnamon, Mate und XFCE beiliegen, sind auch hier enthalten. 

Sie nutzen das GTK-Toolkit und wurden nicht nach Qt übersetzt, was aber dank eines gemeinsamen Farbschemas nicht weiter auffällt. Linux Mint 16 KDE ist die passende Wahl für Linux-Anwender, die sowieso meist KDE-Programme verwenden. Auf www.linuxmint.com liegt die Variante für 32 Bit und 64 Bit zum Downloadbereit (1,3 GB), jeweils mit Codecs.

Fünf Distributionen im Vergleich

Mehrere Desktops in Mint installieren 

Warum mit einer Desktop-Umgebung vorliebnehmen? Auch in Linux Mint ist es möglich, auf einem System mehrere Arbeitsumgebungen zu installieren, was insbesondere auf Mehrbenutzersystemen mit verschiedenen Ansprüchen der Anwender hilfreich ist. Sie dürfen die Desktop-Umgebungen aber nicht im Stil von Ubuntu aus den offiziellen Ubuntu-Paketquellen installieren. Weil die grafischen Oberflächen von Linux Mint alle mit zahlreichen Anpassungen ausgestattet sind, führt ein Paketmixbei den Desktops zu Instabilität. Die Einrichtung von Cinnamon, XFCE oder KDE von Ubuntu würde dem System nicht gut bekommen. Sie müssen sich stattdessen an die Mint-Pakete halten, die aber eindeutige Namen haben, um sich von Ubuntu-Paketen zu unterscheiden.

Mate: Mit der Befehlszeile sudoapt-getinstall mint-meta-Mate kann der komplette Mate-Desktop eingerichtet werden.

KDE: Zwei Sammelpakete sorgen für die Integration von KDE in ein bestehende Linux Mint, da zusätzliche Codecs für KDE-Programme in ein zusätzliches Paket ausgelagert wurden. Der Befehl

sudo apt-get install mint-meta-kdemint-meta-kde-codecs

richtet alles ein.

XFCE: Mit dem Befehl sudoapt-getinstallmint-meta-Mate richten Sie den kompletten XFCE-Desktop mit dem Whisker-Menü ein.

Cinnamon: Der Standard-Desktop lässt sich mit dem Befehl sudoapt-getinstallmint-meta-cinnamon einrichten.

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