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Linux Mint XFCE 15 vorgestellt

04.11.2013 | 14:15 Uhr |

Die Vorzeige-Oberfläche von Linux Mint ist die Eigenentwicklung Cinnamon. Die hat aber ähnlich großen Hardware-Hunger wie Gnome 3. Linux Mint mit XFCE ist eine Variante mit bescheidenen Ansprüchen.

Während die Effekte vom Gnome-3-Fork Cinnamon eine 3D-fähige Grafikkarte mit entsprechenden Treibern oder eine ordentlich leistungsfähige CPU verlangen, liefert die XFCE-Variante einen ansehnlichen Desktop, der weniger Ansprüche an die Hardware des PCs stellt und dabei trotzdem den attraktiven Stil von Linux Mint auf den Bildschirm bringt. Mit Schattenwurf und Transparenz sind hübsche Effekte inklusive, die bei XFCE ohne üppige Hardware funktionieren. XFCE startete 1996 zunächst unter dem Namen „Xforms Common Environment“ als leichtfüßiger Gnome-Ersatz. Nach der Zersplitterung des Linux-Desktops mit Gnome 3 und Unity liefen viele Anwender zu XFCE über, unter anderem Linus Torvalds, da hier weiterhin ganz klassische Bedienelemente den gewohnten Arbeitsfluss unterstützen: Ein klassisches Anwendungsmenü, frei konfigurierbare Panels für Taskleiste und System-Tray und nützliche Plugins für die Leisten haben dem konservativen, aber keineswegs altmodischen XFCE viel Zulauf beschert.

Die Desktop-Umgebung war auch in Linux Mint stets über die Ubuntu-Paketquellen zur nachträglichen Installation verfügbar. Seit zwei Versionen gibt es nun aber eine eigene Ausgabe von Mint, die XFCE in einem installierbaren Live-System zum Ausprobieren präsentiert und bei Gefallen über den gewohnten Ubuntu-Installer auf der Festplatte einrichtet.

Anmeldung: Auch in der XFCE-Variante präsentiert Linux Mint seinen eigenen Display- Manager zum Log-in.
Vergrößern Anmeldung: Auch in der XFCE-Variante präsentiert Linux Mint seinen eigenen Display- Manager zum Log-in.

GRML 2013.02

Oberflächliches

Klar, es gibt auf Ubuntu-Basis auch Xubuntu, sogar als offizielle Version. Bei Linux Mint XFCE sind aber die typischen Mint-Anwendungen mit von der Partie sowie eine größere Software-Auswahl über die ergänzten Repositories. Codecs und Programme wie Google Earth brauchen Mint-Anwender nicht lange zu suchen. Die „Softwareverwaltung“ von Mint bietet populäre proprietäre Programme, die keiner einwandfreien Open-Source-Lizenz unterliegen. Für den Log-in ist der Display-Manager MDM zuständig, eine Eigenentwicklung von Linux Mint, die auch HTML 5 darstellen kann. Der „Driver Manager“ hilft bei der Installation von proprietären Treibern, passend zur erkannten Hardware auf dem verwendeten PC. Neu ist die Konfiguration der verfügbaren Repositories über das Werkzeug „Software Sources“. Dieses Programm feierte in Linux Mint 15 sein Debüt und fehlt auch in der XFCE-Ausgabe nicht.

Und XFCE selbst bekommt einen ganz neuen Hingucker: Der Programmstarter „Whisker Menu“ klappt ein großzügiges Anwendungsmenü mit Suchfunktion aus und ist als Plug-in für das XFCE-Panel realisiert. Die Innereien sind dagegen von Ubuntu 13.10 übernommen, so unter anderem der Kernel 3.8.0

Das Installationsprogramm von Linux Mint ist mit dem älteren Installer von Ubuntu 12.04 weitgehend identisch. Linux Mint 15 XFCE 64 Bit ist auch als ISO-Datei auf der DVD vorhanden und kann für Notebooks und Ultrabooks mit Unetbootin auf einen USB-Strick übertragen werden.

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